Es gibt grundverschiedene Modelle, sich auf die Rückserie der Fußball-Bundesliga vorzubereiten: Werder Bremen zum Beispiel düst in diesem Winter bereits zum zwölften Mal ins Trainingscamp ins türkische Belek. Mainz 05 setzt den Kontrapunkt: Nach Jerez 2010, Barcelona 2011 und Mallorca 2012 heißt das Ziel diesmal Málaga, genauer: die Fünf-Sterne-Herberge Gran Melia Don Pepe. Trainer Thomas Tuchel, der seine fast vollzählig versammelte Mannschaft am Mittwoch zum ersten Training des neuen Jahres bat, setzt auf wechselnde Reize. Und zwar nicht nur, was die Örtlichkeiten angeht, sondern auch die Inhalte und die Dauer. Der Trip nach Andalusien beginnt Freitag und endet schon am Dienstag wieder. Vor Ort sind vier Trainingseinheiten und drei Testspiele geplant, unter anderem gegen Fortuna Düsseldorf und den FC Brügge. Ein fürwahr pralles Programm. Tuchel will früh eine Wettkampfatmosphäre schaffen, ein Wochenende später, am 13. und 14. Januar, testen die Mainzer bei Regionalligist Rot-Weiss Essen und nehmen am Wintercup in Düsseldorf teil, am 19. Januar startet die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen Freiburg.
Auf dem Transfermarkt wollen die Rhein-Hessen mit Bedacht agieren. Es ist aktuell nicht geplant, Spieler abzugeben, auch nicht Jan Kirchhoff, der kurz vor Jahreswechsel über seinen Berater Roger Wittmann mitteilen ließ, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird. Da Niko Bungert, der nur Lauftraining absolviert, nach seinem Kreuzbandriss erst im März wieder zur Verfügung stehen dürfte und der Kader ohnehin eng gestrickt ist, verbietet sich eine vorzeitige Vertragsauflösung des am dringlichsten von Schalke 04 umworbenen Innenverteidigers im Grunde.
Neuzugänge hat Mainz 05 aktuell nicht geplant, Tuchel streicht in diesem Zusammenhang mal eben eine alte Fußballer-Weisheit ersatzlos. Seine Erfahrung: „Eine Erweiterung des Konkurrenzkampfes führt nicht automatisch dazu, dass die Qualität steigt.“ Ein Teil seines Erfolgsrezepts lautet „viel Spielzeit für viele Spieler“, weil dadurch um sich greifende Unzufriedenheit einer großen Gruppe ständig Unberücksichtigter vermieden werden könnte. Gleichwohl seien er und Manager Christian Heidel „immer hellwach, die Gruppe zu bereichern, sowohl menschlich als auch sportlich“.
Insgesamt laufen in Mainz elf Verträge zum Saisonende aus, aber nur die von Kirchhoff, Andreas Ivanschitz, Marco Caligiuri und Bo Svensson enthalten keine weiteren Optionen. „Bei allen anderen“, so Heidel, „haben wir die Möglichkeit, die Verträge zu verlängern“. Auch auf den Manager wartet reichlich Arbeit.
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