Angekündigt war es als „Vulkan-Duell der Super-Trainer“ (Bild-Zeitung), wahlweise auch als „Duell der Starkstrom-Trainer“ (Mainzer Allgemeine Zeitung). Aber am Ende fielen keine Tore und keine bösen Worte zwischen Mainz 05 und dem SC Freiburg und zwischen Thomas Tuchel und Christian Streich. Ganz im Gegenteil: Die beiden im vergangenen August noch in herzlicher Abneigung im Kabinengang aneinandergeratenen Fußballlehrer plauschten nach getaner Arbeit überaus freundlich miteinander und werden das sicher auch an diesem Montag wieder tun, wenn sie bei der Trainertagung in Düsseldorf unter anderem auch die höchstrangigen DFB-Schiedsrichtervertreter treffen werden: Herbert Fandel und Lutz-Michael Fröhlich werden dann um mehr Respekt für die Unparteiischen bitten und vor allem auch darum, dass die Vierten Offiziellen nicht ständig als eine Art Mülleimer für umstrittene Bagatell-Entscheidungen herhalten müssen.
Auf der anderen Seite erwarten die Trainer mitunter mehr Einfühlungsvermögen und weniger Befehlston der Unparteiischen am Spielfeldrand, Tuchel hat das neulich einmal sehr hörbar formuliert und daraufhin prompt einen Anruf eines Kollegen erhalten, der sich beim Mainzer Coach eigens dafür bedankte.
Am Samstag hatte der DFB den erfahrenen Fifa-Referee Thorsten Kinhöfer als unaufgeregt kommunizierenden Mittelsmann zwischen Tuchel und Streich platziert, der nicht viel Arbeit mit den beiden hatte. Künftig will die DFB-Schiedsrichterkommission öfter erfahrenere Männer an die Seite stellen. Der in Mainz eingesetzte Schiedsrichter-Beobachter Fröhlich war zufrieden mit Kinhöfers Arbeit: „Das tut den Trainern gut und es tut unseren Bundesliga-Schiedsrichtern gut, ein Spiel hin und wieder mal aus einer anderen Perspektive zu verfolgen.“
Vor diesem Hintergrund darf sich Thomas Tuchel für sein Verhalten am Samstag durchaus mal selbst auf die Schulter klopfen. Denn selbst nach der unberechtigten Gelb-Roten Karte für den eingewechselten Stürmer Shawn Parker für eine angebliche Schwalbe, die aber keine Schwalbe war und für ein vermeintlich überhartes Einsteigen mit gestrecktem Bein, das kein überhartes Einsteigen war, blieb der Mainzer Coach auffällig ruhig, formulierte hinterher seine Kritik wohlbegründet und sagte ohne jedwede Aggression im Tonfall: „Es war schlichtweg falsch, zweimal Gelb zu zeigen.“ Weil die Verwarnung und die Herausstellung aber erst in der Schlussphase erfolgten, hatten die Entscheidungen des ansonsten guten Berliners Schiedsrichters Felix Zwayer keinen Einfluss auf den Ausgang einer Partie vor der Minuskulisse von 27500 Zuschauern, die ansonsten schnell in Vergessenheit geraten wird.
1899 Hoffenheim hat auf den letzten Drücker doch noch auf der Torhüterposition nachgebessert und Heurelho Gomes vom englischen Spitzenklub Tottenham Hotspur verpflichtet. Der 31-Jährige wird bis zum Saisonende ausgeliehen.
Foto: dpa
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