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20. März 2013

Nationalmannschaft: DFB vor „Zeitreise“

Bastian Schweinsteiger ist guter Dinge.Foto: Bongarts/Getty Images

Kunstrasen und Zeitumstellung sollen die deutsche Nationalmannschaft in Kasachstan nicht von einem Pflichtsieg abhalten. Schweinsteiger: „Müssen uns in die Jugend versetzen“.

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Besondere Spiele erfordern besondere Maßnahmen. Und so ist bei der deutschen „Zeitreise“ zum WM-Qualifikationsspiel in Kasachstan am Freitag (19.00 Uhr/ZDF) alles anders. Bei Handballübungen oder dem Training auf dem ungewohnten Kunstrasen wird das den Spieler ebenso in jeder Sekunde bewusst wie beim Packen des Koffers für den Abflug am Donnerstag ins 4300 Kilometer entfernte Astana: Augenklappen und Ohrenstöpsel gehören dann zur Standardausrüstung, denn trotz fünf Stunden Zeitumstellung bleibt die Nationalmannschaft komplett im „europäischen Modus“.

Zeitunterschied ignorieren

Das bedeutet, dass die Stars ihre Uhren nicht umstellen und die fünf Stunden Zeitunterschied so gut wie möglich ignorieren - wie bereits 2010. „Der Gesamteindruck war positiv“, berichtete am Mittwoch DFB-Internist Tim Meyer: „Auch wenn es bei 20 Spielern normal ist, dass es nicht jeder gleich gut hinkriegt.“ Dennoch habe es keine Alternative gegeben, zumal das Spiel wegen der deutschen TV-Übertragung Ortszeit erst um 24.00 Uhr angepfiffen wird. „Es gibt eine Faustregel: Eine Stunde Zeitumstellung erfordert einen Tag zur Anpassung“, erklärte Meyer: „Und da wir nicht die Zeit hatten, fünf Tage vorher anzureisen und direkt danach wieder in die deutsche Zeit müssen, gab es nur diese Möglichkeit.“ Für einen oder maximal zwei Tage sei das durchaus möglich, erläuterte der Mediziner. Danach bekäme man „Probleme wegen des Hell-Dunkel-Rhythmus“.

Per Mertesacker hofft deshalb, dass die Läden im Hotel gut verdunkelt sind. Und auch dass es nicht so laut ist wie vor zweieinhalb Jahren, als direkt vor dem Teamhotel gebaut wurde. Eine „Zeitreise“ erfordert offenbar auch die Umstellung vor dem dritten deutschen Länderspiel der Geschichte auf Kunstrasen. „Wir müssen uns einfach in die Jugend versetzen“, sagte Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger: „Da haben wir schließlich oft auf Kunstrasen gespielt.“

Grünes Licht für Sami Khedira

Doch am Dienstagabend fuhr den DFB-Stars erst einmal der Schrecken in die Glieder: Ohne Einwirkung eines Mitspielers knickte Sami Khedira in der ersten Trainings-Einheit auf Kunstrasen um. Noch Minuten nachdem der Mittelfeldspieler von Real Madrid mit einem dicken Verband am Fuß vom Platz gehumpelt war, standen seine Mitspieler wie paralysiert zusammen und wirkten, als wollten sie am liebsten überhaupt nicht mehr weiterspielen. „Ob Khediras Verletzung auf den Boden zurückzuführen war, ist spekulativ“, sagte Teamarzt Tim Meyer, der am Mittwoch Entwarnung geben konnte.

Khediras Bänder sind nicht gerissen, am Morgen trainierte er schon wieder voll mit. Und wurde so gleich Teil einer ungewohnten Trainings-Einheit. „Die Kasachen stehen so eng wie eine Handball-Mannschaft. Deshalb haben wir auch Handball gespielt“, erklärt Schweinsteiger schmunzelnd. Selbst im Heimspiel wird die laut FIFA-Rangliste siebtschwächste Mannschaft Europas nämlich kräftig Beton vor dem eigenen Tor anrühren. Aus diesem Grund und um das ungewohnte Springverhalten des Balles als unberechenbare Größe möglichst auszuschalten, standen im Training auf dem Kunstrasen vor allem einfache Passübungen auf dem Programm. „Man muss den Ball flach halten und in den Fuß spielen. Wenn er hoch fliegt und runterkommt, wird er unheimlich schnell“, sagte Bundestrainer Joachim Löw, der die Einheit mit kritischem Blick verfolgte und ungewohnt viel korrigierte. „Es war am Anfang schon etwas ungewohnt. Der Ball springt natürlich anders“, erklärte Schweinsteiger, der zumindest froh ist, „dass wir bei geschlossenem Dach spielen. Denn sonst würde der Ball bei Regen sehr flutschen.“

Schweinsteiger zuversichtlich

Um die Begebenheiten in der Astana-Arena so genau wie möglich zu simulieren, wurden zahlreiche physikalische Eigenschaften analysiert. Mit dem Ergebnis, dass der Platz am Frankfurter Riederwald nahezu identische Voraussetzungen bietet. 2009 vor deutschen Kunstrasen-Premiere in Russland war die Vorbereitung nämlich schon einmal kräftig schief gegangen. Gegen die A-Jugend des FSV Mainz 05 verlor die Nationalelf damals 0:1, und Löw erinnert sich, dass seine Spieler damals „völlig konsterniert waren, weil sie den Ball nicht kontrollieren konnten“. Im Endeffekt sei der Platz in Moskau „genau das Gegenteil gewesen von dem, auf dem wir trainiert haben“, berichtete Abwehrchef Per Mertesacker, ist diesmal aber guter Dinge: „Wir haben in der Vergangenheit auf Kunstrasen gut ausgesehen, deshalb wollen wir mit einem positiven Gefühl ins Spiel gehen.“ Die Partie in Russland wurde 1:0 gewonnen, die in Astana ein Jahr später mit 3:0. Offen ist noch, ob Löw in Astana mit Mario Gomez als zentralem Stürmer oder Mario Götze als „falschem Neuner“ agieren wird. „Wenn man Varianten hat, ist man schwerer auszurechnen“, sagte Schweinsteiger. So hat wenigstens auch der Gegner etwas, worauf er sich nur schwer vorbereiten kann. (sid)

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