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19. Januar 2016

Neujahrsempfang DOSB: Keine Salbe gegen den Schmerz

 Von 
Selfie mit Olympiasieger: die Eliteschülerinnen des Sports, Jessica Tiebel (li.) und Pauline Grabosch mit Ole Bischof.  Foto: Jan Huebner

Beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bekennt Alfons Hörmann, dass ihm viele Dinge im Sport derzeit Schmerzen bereiten. Der Sport schafft Läuterung nicht allein.

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Akademische Sportveranstaltungen haben in diesen Tagen sehr viel mit eher bleiernen Gedenkfeiern zu tun. Die Reden klingen wie Nachrufe auf bessere Zeiten. Bei der unumgänglichen Reflexion der zahlreichen Skandale schwingt immer auch mit, dass Sport doch sehr viel mehr war und hoffentlich bald wieder ist, als ein von Korruption, Bestechlichkeit, Doping und Funktionärsversagen unterwanderter oder vom Terror bedrohter Teil der Gesellschaft. Beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat Alfons Hörmann, der sich in jüngster Zeit als Mann des klaren Wortes profiliert, bekannt, dass ihm viele Dinge im Sport derzeit Schmerzen bereiten.

Die Absage der Hamburger Bürger an eine Olympiabewerbung tue weiter weh, in der Reihe der Skandale sei der Manipulationsverdacht im Profitennis ein weiterer schmerzhafter Schlag in die Magengrube. „Der Sport schafft es offensichtlich nicht, sich selbst von innen heraus zu säubern“, zog der Chef über 28 Millionen Vereinsmitglieder zu Beginn des Olympischen Jahres mit den Spielen in Rio de Janeiro ein ernüchtertes Fazit. „Das hätte ich mir nicht vorstellen können.“

In die gleiche Kerbe hieb im Kaisersaal des Frankfurter Römers auch der hessische Innenminister Peter Beuth: „Der Sport habe seine Autonomie missbraucht, seine Integrität schwer geschädigt und sich daher angreifbar gemacht.“ Im Zusammenhang mit den „bizarren Verwerfungen beim Deutschen Fußball-Bund“ forderte der CDU-Politiker eine schonungslose, vom Ansehen der Personen unabhängige, rasche Aufklärung.

Scharfe Kritik am IAAF

Hörmann erneuerte seine scharfe Kritik am Internationalen Leichtathletikverband (IAAF), dessen Doping- und Korruptionskandale er als schlimmer empfinde als die skandalösen Vorgänge beim Fußballweltverband Fifa. Damit zielte der DOSB-Boss, ohne dessen Namen zu erwähnen, erneut auf den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Leichtathletikverbandes, Helmut Digel. Der Sportsoziologe gehörte als IAAF-Vizepräsident jahrelang zum innersten Zirkel um den geschassten, korrupten IAAF-Boss Lamine Diack. Digel verwahrt sich gegen diese Vorwürfe mit der Begründung, er sei bei den hierarchischen Strukturen mit seinen Bedenken nicht durchgedrungen.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Beuth sagten dem Sport aber auch ihre Unterstützung zu, unter anderem, weil er bei der Integration von Migranten „Vorbildliches und Überragendes leiste“. 60 Prozent der 91 000 Vereine in Deutschland engagieren sich in vielfältiger Form in der Flüchtlingshilfe, sagte Hörmann.

Dafür, dass der Sport aber immer noch eine beschwingte, heitere Seite hat, standen am Montag im Römer die als Eliteschüler des Jahres ausgezeichneten Nachwuchssportler. Angenehm selbstbewusst, mit einer gehörigen Portion Unbekümmertheit ausgestattet wollen sich die Schwimmerin Maxine Wolters (Hamburg), die Rodlerin Jessica Tiebel (Altenberg) und die Bahnradfahrerinnen Pauline Grabosch und Emma Hinze (Cottbus) ihren Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen von all den Problemen nicht vermiesen lassen.

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