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14. November 2012

Niederlande – Deutschland: Nullnummer in Amsterdam

 Von Jan Christian Müller
Sieht gut aus, nutzte nix: Lars Bender im Duett mit Rafael van der Vaart. Foto: dpa

Versöhnlicher Saisonausklang für Löw und die Nationalmannschaft: Deutschland ist beim 0:0 in Amsterdam das bessere Team. Während Ilkay Gündogan als Antreiber überzeugt, zeigt Lewis Holtby bei seinem Debüt als Spielmacher Licht und Schatten.

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Amsterdam –  

Die beiden letzten Auswärtsauftritte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Niederlande vor dem Testspiel am Mittwochabend in der Amsterdam Arena waren für einige DFB-Spieler zu besonders unangenehmen Erlebnissen geworden. Vor zwölf Jahren verhalf der damalige Teamchef Erich Ribbeck einem gewissen Zoltan Sebescen zu dessen Debüt.

Nach einer Halbzeit, in der der gelernte Mittelfeldspieler als rechter Verteidiger von Boudewijn Zenden schwindelig gespielt wurde, war die Nationalmannschaftslaufbahn von Sebescen schon wieder beendet. Deutschland verlor 1:2. Fünf Jahre später erging es Christian Wörns und Dietmar Hamann im Herbst ihrer Karriere nicht besser. Bundestrainer Jürgen Klinsmann sah nach einem glücklichen 2:2 hinterher noch nicht einmal unglücklich aus, dass die beiden Altstars gegen die Niederländer um Arjen Robben und Ruud van Nistelrooy heillos überfordert wirkten. Denn Klinsmann wollte beide sowieso loswerden. Wörns wurde nur noch einmal berufen, Hamann nie mehr.

Verkorkstes Spieljahr

Dass es im Herbst 2012 für einen deutschen Spieler rückblickend ein ähnlich frustrierendes Erlebnis gegeben hat, steht nicht zu erwarten. Zu stark wirkte der letzte Auftritt in einem insgesamt als ziemlich verkorkst in Erinnerung bleibenden Spieljahr, das mit einem 0:0 und dem fünften Spiel in Folge gegen den alten Rivalen ohne deutsche Niederlage immerhin nicht mit einer weiteren bitteren Enttäuschung für die DFB-Elf endete, sondern versöhnlich. Ein deutscher Sieg wäre dabei möglich und bestimmt nicht unverdient gewesen.

Joachim Löw überraschte als einzige Spitze mit Mario Götze, der sehr variabel spielte, und den nachnominierten Lewis Holtby in seinem ersten A-Länderspiel 16 Monaten auf der Zehnerposition, der Licht und Schatten zeigte. Die Stimmung an diesem milden Novemberabend in der ausverkauften Arena war von Vorfreude geprägt. Es gab viel Beifall für van Nistelrooy, Edgar Davids, Patrick Kluivert und Michael Reizinger, große Spieler allesamt, die für ihre Lebensleistungen im Oranje-Trikot geehrt wurden.

Kuyt statt Huntelaar

Deren Nachfolger verleiteten unter ihrem Bondscoach Louis van Gaal die deutsche Mannschaft dazu, ein ähnliches Ballbesitzspiel aufzuziehen, wie es die Bayern ihrerseits einst unter van Gaal getan hatten. Während die ameisenartig attackierenden Gäste sichtbar bemüht waren, den Ball früh schon in der gegnerischen Hälfte zu erobern, ließen die überraschend mit Dirk Kuyt statt Klaas Jan Huntelaar als Mittelstürmer aufgelaufenen Gastgeber das deutsche Team bis zur Mittellinie in Ruhe, standen mit der Viererkette dennoch sehr hoch und machten so das Spielfeld extrem eng. Interessant für Fußballwissenschaftler, einschläfernd für Fans. Entsprechend ruhig war es in der Arena geraume Zeit.

Die bessere Mannschaft war die technisch überlegene deutsche, deren Spieler wacher wirkten und sehr bemüht waren, sich in der Balleroberung gegenseitig zu helfen. Auch die besseren Chancen kamen dabei heraus, die jedoch weder Götze noch Holtby, Marco Reus noch der sehr auffällige Antreiber Ilkay Gündogan nutzen konnten. Gündogan und Lars Bender passten zudem gut auf den später ausgewechselten Rafael van der Vaart auf. So kam es, dass Manuel Neuer vor der Pause nur einmal um ein Gegentor bangen musste, ehe der auch offensiv starke rechte Verteidiger Benedikt Höwedes heldenhaft gegen Arjen Robben klärte.

Erstaunlich wenig von der Elftal

Zur Pause kam Eljero Elia für Robben, van Gaal erfüllte damit einen ausdrücklichen Wunsch von Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer. Auch nach dem Wechsel war das, was die Elftal spielerisch zeigte, erstaunlich wenig. Kaum einmal sah man sie über mehrere Stationen zwingend kombinieren. Und wenn sie dann doch mal zumindest eine Flanke in den deutschen Strafraum bekam, zeigte sich dort vor allem der beim 4:4 gegen die Schweden noch kritisierte Per Mertesacker auf der Höhe des Geschehens und bugsierte den Ball aus der Gefahrenzone. Und als Neuer einmal bei einem Schuss von Daryl Janmaat gefordert war, zeigte er sich auf dem Posten. Die Deutschen, bei denen Roman Neustädter ein kurzes Debüt gab, ihrerseits konnten das ordentliche Niveau der ersten Halbzeit nicht halten, das Spiel verflachte, niemand wollte sich mehr recht wehtun. So stand am Ende die Null, die dem Bundestrainer und seinen Männern etwas entspannter über den Winter helfen dürfte.

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