„Sie sind keine Freunde und werden es auch nicht mehr“ schreibt das spanische Onlineportal "El Confidencial" über das Verhältnis von Mesut Özil zu Trainer José Mourinho. Einer der beiden, so wird berichtet, soll Real Madrid Ende der Saison verlassen. Nach den Spekulationen um den vorzeitigen Abschied Mourinhos bei den Königlichen soll nun auch Özil mit dem Gedanken spielen Madrid den Rücken zu kehren. Allerdings nur dann, wenn Mourinho auch nächste Saison auf der Trainerbank sitzen sollte. Laut „El Confidencial“ fühlt sich der deutsche Nationalspieler in der spanischen Hauptstadt zwar nach wie vor sehr wohl, nicht aber in der Gegenwart von José Mourinho.
Heftiger Streit in der Kabine
Ende September soll es zu einem heftigen Disput zwischen dem deutschen Mittelfeldstar und seinem Trainer in der Kabine gekommen sein, berichtet die spanische Tageszeitung „El Pais“. In der Halbzeitpause des Spiels gegen La Coruña habe Mourinho Özil angebrüllt: "Du bist nutzlos für Real!". Als Özil daraufhin seine Schienbeinschoner auszog, soll Mourinho weiter nachgelegt haben: "Was ist? Willst du jetzt aufgeben?", fragte er und wechselte seinen Spielmacher aus.
Kurze Zeit später habe Mourinho Özil einen weiteren Stich versetzt und Real-Präsident Pérez eine Liste mit fünf Spieler-Namen vorgelegt, die er loswerden wollte. Einer davon: Mesut Özil. Auch die Verpflichtung von Tottenhams Spielmacher Luca Modric vor der Saison wurde oftmals als Angriff auf Özil gewertet.
Angeblich ausschweifendes Partyleben
Spanische Medien spekulieren über die Entfremdung zwischen Mourinho und seinem ehemaligen Schützling. Als ein Hauptgrund wird immer wieder Özils Lebenswandel abseits des Fußballplatzes genannt und seine angebliche Affinität zu ausschweifenden Partys. Außerdem soll es im Kader von Real zu Grüppchenbildungen gekommen sein. Auf der einen Seite eine portugiesische Fraktion um Superstar Ronaldo, Abwehrrecke Pepe und Fabio Coentrao, auf der anderen Seite eine spanische um Kapitän Casillas und Sergio Ramos. Zum Ärger von Mourinho soll sich Özil der spanischen, trainerkritischen Gruppe angeschlossen haben.
Wenn es bei Real Madrid sportlich nicht lief, schien Mourinho Özil oft die Schuld zuzuschieben. Immer wieder wechselte er den deutschen Star in der Halbzeit aus, wenn die Madrilenen in Rückstand lagen. Im Gegensatz zu Superstar Christiano Ronaldo, an dem Mourinho auch bei schlechten Leistungen keine Kritik aufkommen ließ, genoss Özil keine Privilegien.
Doch sportlich belehrte Özil seinen Trainer durch starke Leistungen in den letzten Spielen eines Besseren. In der Champions League rettete er Real einen Punkt gegen Dortmund, traf im Derby gegen Atletico Madrid und steuerte zwei Tore beim 3:2-Sieg in Valladolid bei. Durchschnittlich ist er alle 124 Minuten in der spanischen Liga an einem Treffer beteiligt, wie "Sport1" errechnet. Von 15 Freistößen in den letzten zweieinhalb Jahren traf Özil fünf. Reals etatmäßiger Schütze Ronaldo verwandelte zehn von 155 Versuchen in der selben Zeit.
Sollte Özil seinen sportlichen Höhenflug fortsetzen und seinen Wert für Madrid weiter unter Beweis stellen, ist es wahrscheinlicher, dass Mourinho der Mann sein wird, der in der nächsten Saison nicht mehr in Diensten der Königlichen stehen wird.
Die WM-Qualifikation soll für Joachim Löw und die DFB-Auswahl nur eine Zwischenstation sein. Mehr in unserem WM-Spezial.
Hier verpassen Sie nichts: Die Rennen live - mit allen Informationen über die Teams, Strecken sowie die aktuellen Ranglisten.

Auch unterwegs bestens informiert - holen Sie sich FR-Online.de in unserer speziellen Aufbereitung aufs Handy. Neben unseren News bekommen Sie unterwegs viele Sport-Liveticker, die aktuelle Verkehrslage, das Kinoprogramm für Rhein-Main samt Bilder und Trailer, TV-Tipps und das lokale Wetter. All das ganz ohne App. Die Adresse: mobil.fr-online.de.
|
|