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16. März 2016

Radsport John Degenkolb: Wenn das Leben am seidenen Faden hängt

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Kann wieder herzhaft lachen: John Degenkolb.  Foto: Heiko Rhode

Nach seinem Horrorcrash im Januar will Radprofi John Degenkolb in acht bis zehn Wochen wieder Rennen fahren - Tour de France als Ziel.

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Sein erster öffentlicher Auftritt nach dem Horrorunfall vor acht Wochen begann mit einem Lächeln. Gut gelaunt betrat John Degenkolb am Dienstag das barocke Hochzeitszimmer im Alten Brauhaus, das bis auf den letzten Platz gefüllt war: Sieben Kamerateams und mehr als 30 Journalisten aus ganz Europa waren nach Oberursel gereist, um sich über den Gesundheitszustand des deutschen Radstars zu informieren. Die gute Nachricht: „Wenn alles normal läuft, werde ich in acht bis zehn Wochen wieder Rennen fahren können“, sagt der 27 Jahre alte Kapitän des deutschen Giant-Alpecin-Teams.

Seit Anfang Januar lebt Degenkolb mit seiner kleinen Familie im 43 000 Einwohner zählenden Taunusstädtchen vor den Toren Frankfurts. Seither hat sich viel verändert im Leben des Klassikerspezialisten, der vor einem Jahr die beiden Radsport-Monumente Mailand-San Remo und Paris-Roubaix gewinnen konnte und damit endgültig aufgestiegen war in die Weltspitze des Radsports.

Es war der 23. Januar, ein sonniger Tag. Degenkolb erinnert sich noch gut an jene Sekunden, in denen „mein Leben an einem seidenen Faden hing“. Er und sechs seiner Teamkollegen waren nach einer Trainingsfahrt an der spanischen Ostküste auf dem Weg zurück ins Teamhotel in Calpe, als eine 73 Jahre alte Britin die Gruppe mit ihrem Geländewagen über den Haufen fuhr. „Wir waren ohne Chance, sie fuhr auf der falschen Straßenseite“, erinnert sich Degenkolb gestern noch einmal an den Schreckensunfall. „Eben warst du noch in Topform und von einem auf den anderen Moment ist alles zerstört“, sagt Degenkolb.

Wohl kein Start am 1. Mai

Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Sein Körper glich einem Flickenteppich. Seine Wunden an Oberschenkel, Unterarm und Lippe wurden genäht, sein gebrochener Unterarm mit einer Platte fixiert. Die meisten Sorgen aber bereitet ihm sein immer noch mit einer Schiene fixierter rechter Zeigefinger, dessen Kuppe nach dem Unfall „nur noch am letzten Zipfel hing“, wie Degenkolb damals sagte. Der Finger sei komplett hin gewesen, so Degenkolb. Nicht weniger als fünf Operation in Valencia und Hamburg waren nötig. Um den Trümmerbruch wieder zu richten, Knochen mussten aus der Hüfte transplantiert werden. „Ob er wieder voll funktionsfähig wird, steht noch nicht fest“, sagte Degenkolb, der heute erstmals wieder aufs Rad steigen will.

Der Körper ist auf dem Weg der Genesung, wie aber steht es um die psychischen Wunden? „Die mentale Sache“, so Degenkolb während der 28-minütigen Pressekonferenz, dürfe man definitiv nicht unterschätzen. „Bis jetzt hatte ich noch keine Probleme, aber ich kann nicht ausschließen, ob sie noch kommen.“ Er habe den Unfall mental eigentlich sehr gut verarbeitet, dennoch muss er die ersten Trainingseinheiten auf der Straße abwarten. „Nächste Woche weiß ich mehr.“

Sicher ist, die Frühjahrsklassiker müssen in diesem Jahr ohne ihn stattfinden. „Ich werde zu Hause vor dem Fernseher sitzen und zusehen“, sagt Degenkolb. Eine ungewohnte Situation. Eine schmerzhafte Erfahrung. „Eigentlich müsste ich am Samstag in Mailand als Titelverteidiger mit der Nummer 1 am Start sein – es wird für mich sicher nicht leicht werden, nur zuschauen zu dürfen.“ Egal, die Klassiker sind abgehakt. „Jetzt konzentriere ich mich auf mein zweites großes Saisonziel: die Tour de France.“

Sein Start am 1. Mai in Frankfurt scheint daher ausgeschlossen. „Frankfurt ist ein wichtiges Rennen für mich, es ist mein Heimrennen“, sagt Degenkolb und verspricht, alles zu tun, um so schnell wie möglich wieder in Form zu kommen. „Sollte es bis zum 1. Mai klappen, wäre das toll, aber wenn nicht, gehe ich sicher kein Risiko ein. Denn meine Gesundheit ist wichtiger als das Rennen am 1. Mai.“

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