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28. Juli 2011

Robben und Ribéry vor dem Bundesligastart: Der FC Bayern sucht die Balance

 Von Maik Rosner
Steht trotz geschickten Zweikampfverhalten manchmal auf verlorenem Posten: Jerome Boateng Foto: dapd

Die Münchner wollen die Spielzeit 10/11 vergessen machen. Investitionen in Höhe von weit mehr als 40 Millionen Euro sollen dabei helfen. Die Defensive macht Coach Jupp Heynckes weiter Sorgen.

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Als sie noch am Gardasee trainierten, gab es einen dieser Momente, die viel vom neuen Arbeitsklima beim FC Bayern erzählen. Jupp Heynckes wurde die Frage gestellt, wie viel Jérome Boateng zur gewünschten Stabilität in der Abwehr beitragen könne. Heynckes, zum dritten Mal Trainer der Münchner, reagierte amüsiert. Boateng habe die nötigen Fähigkeiten, vor allem ein geschicktes Zweikampfverhalten, sagte er freundlich, „aber nun lassen Sie ihn doch erst einmal kommen“.

Da war noch ungewiss, ob die zähen Verhandlungen mit Manchester City zu einem Wechsel des Nationalspielers führen.

Heynckes’ Vorgänger Louis van Gaal, eher bärbeißiger Natur, hätte vermutlich schroff reagiert. Heynckes aber pflegt einen entspannten Umgang mit den Medien – so wie mit den Spielern und der Führungsriege des Vereins.

Trainer und Moderator

Als kommunikativ hat sich der 66-Jährige beschrieben, als er Ende Juni seinen Dienst an der Säbener Straße aufnahm. Und er bezeichnete sich nicht nur als Trainer, sondern auch als Moderator. Zusammenführen, lenken, aber auch Freiheiten geben – so versteht er seine Aufgabe.

Mittlerweile ist Boateng bei den Bayern eingetroffen. Doch die Frage, die Heynckes Anfang Juli in Riva del Garda gestellt wurde, hat ihre Gültigkeit behalten. Nach einer verkorksten Saison, die titellos und auf Tabellenplatz drei endete, haben die Münchner die Rückkehr zu alter Stärke ausgerufen. Doch dafür bedarf es einer neuen Stabilität in der Defensive. „40 Gegentore“, hat Heynckes festgestellt, „sind für eine Spitzenmannschaft eindeutig zu viel.“ Auf 25 will er die Quote drücken. Die Balance der Mannschaftsteile sei dafür der Schlüssel. Gebündelt hat er seine Überzeugung in einem Kernsatz: „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften.“

Ob es Heynckes gelingt, die auch in der Vorbereitung zuweilen anfällige Defensive zu einem Bollwerk zu formen, ist die spannende und möglicherweise entscheidende Frage dieser Saison. Kapitän Philipp Lahm spielt nun wieder links. Neuzugang Rafinha führte sich auf rechts bereits gut ein. Doch die Mitte der Viererkette wird trotz Boateng kritisch beäugt. Zu lang schon hält die Formschwäche von Holger Badstuber an, der eigentlich als zweiter Innenverteidiger vorgesehen ist. Und Daniel van Buyten, in der Vorbereitung stabiler, gilt seit jeher nicht als Inbegriff der Makellosigkeit. Breno muss nach seiner langen Verletzungspause ohnehin um den Anschluss kämpfen.

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