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16. Dezember 2012

Schalke 04: Rasanter Verfall

 Von Von Jan Christian Müller
Gefragt ist seine Überzeugungskraft: Schalke-Manager Horst Heldt.  Foto: dapd

Der Abstieg bei Schalke erfolgte in rasantem Tempo. Die Folge: Huub Stevens musste gehen. Ein Kommentar.

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Am Ende haben sie es bei Schalke 04 Huub Stevens nicht einmal mehr zugetraut, das Pokalheimspiel gegen Mainz 05 am Dienstag zu gewinnen. Denn der verdiente, aber schließlich kraft- und ratlos wirkende Trainer hatte nicht mehr den Eindruck vermittelt, der Mannschaft noch helfen zu können. Die war ihrerseits zu schwach, um sich selbst zu helfen. Es gab niemanden, einschließlich Sportchef Horst Heldt, der in der Lage gewesen wäre, Zusammenhalt zu schaffen. So zerfiel die Mannschaft, begleitet von immer schlechterer Laune ihres geschassten Vorgesetzten.

Das Team, das zuletzt nicht mehr wie ein Team auftrat, benötigt also dringend einen Impuls von außen. Wobei Zweifel angebracht erscheinen, ob der beim VfB Stuttgart vor zwei Jahren als Cheftrainer bereits nach zwei Monaten durchgefallenen bisherige Schalker B-Jugendcoach Jens Keller dafür der richtige Mann sein kann. Dass Heldt es Keller tatsächlich zutraut, ist kühn. Als Profi entwickelte sich Keller zur Führungspersönlichkeit, als Chefcoach in Stuttgart war er allerdings weit entfernt davon, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Es ist derweil erstaunlich, in welch rasantem Tempo der erfahrene Stevens den Zugriff auf sein Team verlor, und man ist geneigt anzunehmen: Die medial grell ausgeleuchtete Bundesligabranche neigt offenbar dazu, ihre Protagonisten beim kleinsten Anzeichen von Schwäche schneller denn je zu verbrauchen. Bis Anfang November hatte der knorrige Fahrensmann Schalke 04 in Tuchfühlung zu den Bayern auf Rang zwei geführt, bald darauf ins Achtelfinale der Champions League. Vergessen. Vorbei.

Schalke 04 befindet sich unter erheblichem Druck. Denn der Klub, der sich im Sommer 35 Millionen Euro für 6,75 Prozent Zins am Anleihemarkt borgte, benötigt die Millionen aus dem Pokal und muss auch kommende Saison wieder die Champions League erreichen, um den Schuldenabbau voranzutreiben und die geringer werdende Chance zu erhalten, teure Männer wie Huntelaar und Holtby zu halten.

Vom passionierten Golfspieler Horst Heldt weiß man, dass er sein Netzwerk aufmerksam pflegt. So ist Keller zu Schalke 04 gekommen, so könnte, glauben Branchenkenner, Armin Veh nächste Saison zu Schalke 04 kommen. Mit dem Frankfurter Erfolgscoach hat Heldt 2007 den größten Triumph erlebt und praktisch aus dem Nichts ein Stuttgarter Meisterteam gebastelt. Der deutsche Trainermarkt ist derart leer gefegt, dass es niemanden verwundern darf, wenn Heldt sowohl Veh als auch den Mainzer Thomas Tuchel ganz oben auf seiner Shortlist stehen hat. Er wird bei beiden Kandidaten viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.

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