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21. Juni 2013

Spielplan Bundesliga 2013/2014: Dem Zufall keine Chance

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Bis ein Spielplan fertig ist gilt es einiges zu bedenken.  Foto: dpa

Ein Schlauberger namens I-Log entwirft den Spielplan der Fußball-Bundesliga für die Saison 2013/2014. Das letzte Wort in Sachen Terminierung hat aber noch immer die Deutsche Fußball-Liga.

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Ein Schlauberger namens I-Log entwirft den Spielplan der Fußball-Bundesliga für die Saison 2013/2014. Das letzte Wort in Sachen Terminierung hat aber noch immer die Deutsche Fußball-Liga.

Ein Kinderspiel. So einen Bundesligaspielplan zu erstellen. Die Fakten sind bekannt: 18 Klubs, 34 Spieltage, 17 zu Hause, 17 auswärts, 306 Spiele insgesamt. Die zweite Liga ist statistisch betrachtet ein Spiegelbild des großen Bruders. Jeder Verein wird zum anonymen Kügelchen und in eine Lostrommel gesteckt. Die Lostrommel wird gerührt und geschüttelt und in der Zentrale der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt zieht der Chef der Spielplanung, Götz Bender, unter Aufsicht eines vielfach vereidigten Notars die Paarungen. Unmittelbar danach wird unter den strengen Augen eines untadeligen Anwalts und in Anwesenheit von Vertretern der DFL in schier endlosen Losverfahren bestimmt, wer, wann gegen den Ball zu treten hat. Fertig!
Selbst am Redaktionstelefon ist zu spüren, wie am anderen Ende der Leitung DFL-Sprecher Dirk Meyer-Bosse ob so viel Naivität das Gesicht verzieht. Wenn es eines Tages einen Nobelpreis für das am besten ausgeklügelte Spielplanverfahren der Welt geben sollte, am Procedere der Deutschen Fußball-Liga käme das noble Verleihungskomitee wohl nicht vorbei.
Am Freitag gibt die DFL den Spielplan für die Saison 2013/14 bekannt. Vorab stehen zwei Dinge fest: Meister Bayern München eröffnet die 51. Spielzeit von Deutschlands Fußball-Elite am Freitag, 9. August. Das hat eine gewisse (noch kurze) Tradition. Fest steht auch, dass Vizemeister Borussia Dortmund auf keinen Fall der Gegner sein wird. So ein ganz großer Knaller am Anfang sei nicht erwünscht, heißt es bei der DFL. „Die Partie der beiden aktuell besten deutschen Mannschaften gleich zum Auftakt ist unwahrscheinlich“, sagt Meyer-Bosse. Attraktiv soll das Auftaktspiel sein, damit der Teil der fußballverrückten Republik gleich richtig Appetit auf die Bundesliga bekommt. Attraktiv, das deutet doch eindeutig auf Eintracht Frankfurt hin.

Sperrzeit für Ballbelustigung

Allzu viel Zufall ist nicht erwünscht und auch gar nicht möglich. Aber natürlich geht die „Manipulation“ nicht soweit, dass sich der Frankfurter Fußball-Boss Heribert Bruchhagen oder sein Münchner Pendant Karl-Heinz Rummenigge zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Gegner „wünschen“ dürften. So geht’s nun wieder auch nicht.
Die Sache ist viel komplizierter, so komplex, dass nicht einmal der alte Adam Riese das hinkriegen würde. Deshalb ist ja der Computer erfunden worden. Das in der DFL-Zentrale in der Guiolettstraße gut behütete Großhirn mit dem Namen I-Log wird mit Hunderten so genannter Schlüsselzahlen gefüttert und spuckt am Ende eine Reihe möglicher Spielpläne aus. Drei davon kommen in die engere Auswahl. Das auserwählte Trio gucken sich die DLF-Verantwortlichen genau an, um dann nach eingehender innerer Einkehr einen Plan auszuwählen, nach welchem die Erst- und Zweitligisten dann einen Sommer und einen Winter lang tanzen. Ohne Gewähr natürlich. Denn Änderungen, dazu später mehr, sind nicht ausgeschlossen.
Schlüsselzahlen? Klingen geheimnisvoll – und sie sind es auch. Am Weltfußballverband Fifa und der Regierung für alle europäischen Fußballangelegenheiten Uefa kommt nicht einmal der größte nationale Sportverband dieser Erde, der DFB, vorbei. Die Fifa- und Uefa-Rahmenterminpläne – das sind Länderspiele, Champions- und Europa-League-Ansetzungen sowie globale und kontinentale Turniere – sind Sperrzeiten für Ballbelustigungen auf nationaler Ebene.

Bayern nur 16 Spiele

Den FC Bayern München erwarten bei der Vorstellung des Bundesliga-Spielplans am Freitag nur 16 Hinrunden-Partien in diesem Kalenderjahr. Die Liga-Begegnung des 17. Spieltages, der sich mit der Klub-WM in Marokko überschneidet, werde aller Voraussicht nach erst in der fünften Kalenderwoche des kommenden Jahres nachgeholt. Eine weitere Änderung im Spielplan wird für die Münchner in der Anfangsphase der Saison nötig sein. Wegen des europäischen Supercup-Endspiels (30. August) wird das Bayern-Spiel des 4. Spieltags vorgezogen und findet am Dienstag, 27. August, statt. (dpa)

I-Log kennt auch andere Termine

Dem Schlauberger I-Log werden außerdem noch Messetermine, regional besonders wichtige Festtage und andere vermeintlich „fußballunfreundliche“ Termine eingebläut. Tunlichst vermieden werden sollen Heimspiele Hamburger oder Berliner Bundesligisten am 1. Mai, weil am Tag der Arbeit in den beiden Metropolen auch ohne Zehntausende Fußballfans genug „Putz“ gemacht wird. Weil Blockupy sich aus nachvollziehbaren Gründen gerne den Sitz der Europäischen Zentralbank als Pilgerziel ausguckt, nehmen angekündigte Blockaden Einfluss auf die Spieltage der Eintracht. So werden generell Polizei, Sicherheitsbehörden und die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) nach Terminen mit mutmaßlich hohem Störfaktor in den Bundesligastädten abgefragt. Falls Barack Obama irgendwann mal nach Frankfurt kommen sollte, wird am Main bestimmt kein hochklassiger Fußball gespielt. Oder wenn Pink Floyd im WM-Stadion gastiert. So wie am 9. August. Deshalb wird die Eintracht auswärts starten. Das steht schon fest.
Nicht erwünscht sind wegen der relativ kurzen Entfernungen zeitgleiche Heimspiele von Frankfurt und Mainz oder der Ruhr-Erzrivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund. Ebenfalls als Schlüsselzahl berücksichtigt werden muss der Totensonntag. In manchen Bundesländern sind (gemäßigt?) freudvolle Fußballspiele erlaubt, in anderen wird Stille in den Stadien verordnet, weil Sportveranstaltungen an diesem Feiertag verboten sind. Sonderwünsche der Fernsehsender, die mit der hübschen Summe von 630 Millionen Euro für die Übertragungsrechte einer Saison den Fußball am Flimmern halten, werden immer mal wieder erfüllt.
I-Log kann viel, aber nicht alles. Nicht wissen kann der Streber, wie weit die Champions- und Europa-League-Teilnehmer kommen. So muss eigentlich in jeder Spielzeit kurzfristig improvisiert werden, damit ein Bundesligist nicht am Donnerstag einen Ausflug nach Donezk machen darf und am Samstag schon wieder in Hoffenheim antreten muss. Deshalb werden die einzelnen Spieltage immer in wöchentlichen Blocks exakt terminiert. In Düsseldorf, dessen unglückliche Fortuna wieder ins Unterhaus einrückt, schauen die Fans mit gewissen Bedenken auf das „manipulative“ Wirken der DFL-Spiel-planer um Götz Bender. In ihrer vorerst letzten Zweitligasaison mussten die Rheinländer gegen Ende der Runde gleich elfmal am Montag antreten. Das ist der exklusive zweitklassige Fernsehabend. Gut für Sport 1, den echten Fans ein Graus.

Revolution geplant

Im Übrigen schlummert in den Köpfen der Spielplangestalter noch eine Revolution. Angedacht war einmal, den Rückrundenspieltag nach dem Tabellenstand der Hinrunde zu terminieren. Am ersten Spieltag hätte der Tabellenführer gegen das Schlusslicht gespielt, der Zweite gegen den Vorletzten. Am letzten Spieltag wäre es dann möglicherweise zu einem echten Endspiel gekommen. I-Log würde dann nur für eine Halbzeit gebraucht. Was nicht ist, kann ja noch werden.

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