Als Martin Bader vor neun Jahren von Hertha BSC zum 1. FC Nürnberg wechselte, gehörte es zu einer seiner ersten Amtshandlungen, zum Telefonhörer zu greifen und den damaligen Sportfive-Boss Robert Müller von Vultejus anzurufen. Denn Bader, mittlerweile zum Vorstand aufgestiegener Sportdirektor, störte die Höhe der Provision, die der 1. FCN laut Vertrag für jeden Sponsoring-Abschluss an den Vermarkter zu zahlen hatte. 25 Prozent waren Bader zu viel, er verhandelte die Provision geschickt herunter.
Dabei kam ihm zugute, dass er selbst ein Fachmann auf dem Gebiet der Sportvermarktung ist: Nach seinem Sportökonomie-Studium, das er übrigens gemeinsam mit dem aktuellen Sportfive-Chef Philipp Hasenbein in Bayreuth absolvierte, war Bader für die Sportfive-Vorgängerin Ufa Sports tätig und verhalf Mitte der 90-er Jahre an der Seite des späteren Vorstandsbosses des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, den daniederliegenden Zweitligisten Hertha BSC zu neuem Leben. „Der Hilfeschrei der Hertha“, erinnert sich der 44-Jährige, „war die Geburtsstunde von Sportfive.“
Der Vertrag des 1. FC Nürnberg mit der Hamburger Agentur läuft nach wie vor und wurde laut Bader mehrfach „neu angepasst“. Acht Mitarbeiter hat der Sportvermarkter ganz in der Nähe der Geschäftsstelle stationiert. Sie gewährleisten Bader zufolge eine „Vertriebspower und professionelle Umsetzung“, die der Verein selbst nicht leisten kann. „Der Vertrag mit Sportfive ist für uns absolut sinnvoll, weil wir keine eigene Vermarktungsabteilung besitzen.“ Immerhin hat Bader vor anderthalb Jahren einen Marketingleiter eingestellt, denn er weiß: Die Sponsoren sehen es gerne, wenn sie nicht von ständig wechselnden jungen Vertrieblern einer Vermarktungsagentur betreut werden, sondern direkt vom Verein. „Zu großen Kunden gehen wir gemeinsam mit Sportfive.“
Strategisch denkt Bader darüber nach, die Vermarktung in eigene Hände zu nehmen. „Wenn der Club seine Hausaufgaben ordentlich macht, müssten wir das selber hinkriegen. Dann hätten wir den direkten Zugriff auf unsere Sponsoren.“ Aber so weit sind sie in Nürnberg noch nicht.
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