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22. Januar 2013

Tennis: Wieder ein Spiel fürs Geschichtsbuch

 Von Doris Henkel
Tennis-Profi Roger Federer. Foto: dpa

Bei den Australien Open stehen die Viertelfinals an. Novak Djokovic dürfte sein Fünf-Stunden-Marathon gegen Stanislas Wawrinka noch in den Knochen stecken. Altstar Federer spart dagegen seine Kräfte. Bei den Frauen erreichen Scharapowa und Li Na das Halbfinale.

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Auch am Tag danach trudelten noch Glückwünsche ein. Manche beantwortete Stanislas Wawrinka persönlich, andere nahm er nur zur Kenntnis. Es sah so aus, als habe er sich von den Anstrengungen der Nacht ganz gut erholt, vor allem aber von der Enttäuschung, das mit Abstand beste Spiel seines Lebens verloren zu haben. Fünf Stunden und zwei Minuten reichten am Ende nicht, um Novak Djokovic zu knacken. Denn obwohl der Titelverteidiger nicht seinen besten Tag erwischt hatte, wehrte er sich mit allen Mitteln, und wie im vergangenen Jahr nach dem Finale gegen Rafael Nadal riss er im Rausch des Sieges am Ende das Hemd vom Leib. Der Matchball landete im Buch der besten Ballwechsel des modernen Tennis, atemberaubend bis zum alles entscheidenden Schlag.

Begegnung für die Geschichtsbücher

Nicht immer sind es die Finals, die in Erinnerung bleiben. Noch heute schwärmen Tennisfans von einem Spiel von vor zehn Jahren, in dem Andy Roddick im Viertelfinale gegen Younes El Aynaoui spielte, fünf Sätze, allein der letzte (21:19) dauerte zweieinhalb Stunden.

Ganz so weit trieben es Djokovic und Wawrinka beim 1:6, 7:5, 6:4, 6:7, 12:10 nicht, aber auch an diese Begegnung werden sich viele Leute noch lange erinnern. Und falls der Schweizer mal seinen Kindern eine Aufzeichnung dieses Spiels zeigen sollte, werden sie kaum glauben, dass er nicht der Beste seines Landes gewesen sein soll.

Djokovic setzte am nächsten Tag um, was er gegen halb zwei in der Nacht angekündigt hatte. Die Morgenstunden, sagte er nach dem Sieg, werde er ausfallen lassen und erst ab Nachmittag wieder am Leben teilnehmen. Die Anstrengungen des Spiels wird sein Körper bis zum Beginn des nächsten (heute, 9.30 Uhr MEZ) nicht vergessen haben, und angesichts dieser Tatsache könnte das eine knifflige Angelegenheit werden. Denn auf der anderen Seite wird die Nummer sechs der Welt stehen, Tomas Berdych. Der lag längst im Bett, als der Titelverteidiger noch unterwegs war. Eine Niederlage gegen den Tschechen könnte Djokovic die Führung in der Weltrangliste kosten.

Federer stark in Form

Manchmal reichen 48 Stunden Pause nicht, um eine Chance zu haben. Der Franzose Gilles Simon bezahlte am Montag im Spiel gegen Andy Murray für den zermürbenden Auftritt zwei Tage zuvor gegen Landsmann Gael Monfils, nach dem er in der Kabine zusammengebrochen und dann zwei Stunden lang behandelt worden war. Das war mehr Zeit, als er beim 3:6, 1:6, 3:6 gegen Murray auf dem Platz verbrachte, aber auch in den anderthalb Stunden dieser Partie litt er sichtlich.

Murray wird im Viertelfinale am Mittwoch auf den nächsten der vielen Franzosen treffen, Jérémy Chardy, der in Runde drei überraschend den Argentinier Juan Martin Del Potro aus dem Weg geräumt hatte. Der hat dieser Tage das Gefühl, in einem soliden Hochdruckgebiet unterwegs zu sein, und wenn man den Scherzen von Serena Williams glauben möchte, dann hat sie einen Anteil daran. Chardy trainiert wie sie in der Nähe von Paris in der Akademie den Franzosen Patrick Mouratoglou, und offensichtlich gefällt Williams der Gedanke, ein paar gemeinsame Spiele hätten Chardy auf den richtigen Weg gebracht.

Wie auch immer, Andy Murray wird wissen, was ihn im Viertelfinale erwartet, denn im Sommer vergangenen Jahres verlor er in Cincinnati gegen den Franzosen. Was ihn allerdings nicht nachhaltig aus der Fassung brachte, denn ein paar Wochen später schnappte er sich bei den US Open in New York den viel besungenen ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere.

Roger Federer hat davon bekanntlich ein paar mehr gewonnen. Zwei Tage nach dem 250. Sieg auf dieser Ebene gegen Bernard Tomic bestätigte er seine starke Form mit Sieg Nummer 251 gegen Milos Raonic aus Kanada. Beim 6:4, 7:6, 6:2 spielte er extrem konstant, sicher und druckvoll und strapazierte die Nerven seiner Fans dabei ebenso wenig wie die pinkfarbenen Schnürsenkel seiner Tennisschuhe.

Scharapowa und Li Na weiter

Die Russin Maria Scharapowa und Li Na aus China haben als erste Spielerin das Halbfinale erreicht. Die letztjährige Finalistin Scharapowa ließ Kerber-Bezwingerin Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 19) beim 6:2, 6:2 in 66 Minuten kaum eine Chance. In der Runde der letzten Vier trifft die viermalige Major-Siegerin Scharapowa am Donnerstag auf die frühere French-Open-Gewinnerin Li Na. Die Chinesin hatte im ersten Match des Tages in der Rod-Laver-Arena die an Position vier gesetzte Agnieszka Radwanska (Polen) in 1:42 Stunden mit 7:5, 6:3 bezwungen. (mit sid)

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