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Tischtennis-Bundestrainer Prause: "Unbändiger Siegeswille ist wichtig"

Der scheidende Tischtennis-Bundestrainer Richard Prause spricht mit der Frankfurter Rundschau über die Chancen, die Chinesen zu ärgern. "Ich würde nie sagen: Boll hat den Titel gewonnen, weil Prause das gemacht hat", sagt er.

Richard Prause verlässt den Deutschen Tischtennis-Bund.
Richard Prause verlässt den Deutschen Tischtennis-Bund.
Foto: dpa

Bei der Team-WM Ende Mai haben die deutschen Tischtennisspieler im Finale gegen China erstmals fast auf Augenhöhe mitgespielt. Haben Sie sich in Anbetracht dessen den richtigen Zeitpunkt ausgesucht, als Bundestrainer aufzuhören?

Es gibt nie den optimalen Zeitpunkt. Aber die Werner-Schlager-Akademie (WSA) öffnet am 1. August ihre Pforten, und ich wollte von Anfang an dabei sein.

Zur Person

Richard Prause, 42, gehört seit 1999 zum Trainerteam des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Zuletzt war der ehemalige deutsche Nationalspieler, der als Aktiver in den 90er-Jahren WM- und EM-Bronze mit dem Team gewann, sechs Jahre lang Cheftrainer der deutschen Männer. In der Zeit wurden diese unter anderem Europameister, Vize-Weltmeister und Olympia-Zweiter.

Am 1. August wechselt der Hanauer gemeinsam mit dem Düsseldorfer Chefcoach Dirk Wagner an die neue Werner-Schlager-Akademie ins österreichische Schwechat. Sein Nachfolger auf dem DTTB-Posten wird sein bisheriger Co-Trainer Jörg "Rossi" Roßkopf. (kat)

Was reizt Sie an der WSA?

Nicht in allen Ländern gibt es so gute Strukturen wie in Deutschland oder Frankreich. Aber es gibt immer wieder Spieler, die könnten einen richtig guten Weg gehen, wenn sie solche Strukturen hätten. Wir bieten diesen Spielern die entsprechenden Möglichkeiten. Mich reizt daran das Neue in Kombination mit der Tatsache, dass man nicht völlig weg ist vom internationalen Toptischtennis.

Wen außer Ihnen und dem Noch-Düsseldorfer Dirk Wagner kennt man aus dem Trainerteam?

Mario Amizic natürlich, der als Sportdirektor fungiert und schon mit den besten Spielern gearbeitet hat. Von so einem Team profitiert man sehr. Denn so ein Austausch, den es in China gibt, ist in Europa sehr schwierig. Deshalb wollen wir eine Trainerplattform errichten, nach dem Motto: Schickt auch die Trainer, nicht nur die Spieler.

Ganz konkret: Wer wird an der WSA trainieren?

Die österreichische Nationalmannschaft und die Champions-League-Damenmannschaft des SVS Niederösterreich. Dann haben wir unser Netz weit ausgestreckt, haben Kontakte nach Japan, Iran, Indien. Dabei müssen wir uns auf Spieler festlegen, nicht sie suchen, denn es gibt genügend Anfragen. Zudem sind Kooperationen mit der ETTU (Europäische Tischtennis-Union, Anm. d. Red.) und der ITTF (Weltverband, Anm. d. Red.) angestrebt.

Der WSA eilt der Ruf voraus, Europa stark genug für China machen zu wollen.

Daran haben auch die Chinesen großes Interesse. Denen bringt es nichts, wenn sie in den nächsten Jahren bei allen Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften die Titel unter sich ausmachen. China liebt es zu gewinnen, aber nur gegen echte Konkurrenz, und die beschränkt sich derzeit auf ein oder zwei Nationen. Ich gehe noch weiter: Vielleicht gibt es den einen oder anderen asiatischen Spieler, der das Ganze von einer anderen Warte her kennenlernen will. Ich hatte ein Gespräch mit Liu Guoliang (chinesischer Cheftrainer, Anm. d. Red.), der sich vorstellen kann, mal ein paar Topspieler an die WSA zu schicken.

China ist also bereit, die Konkurrenz stark zu machen?

Bis zu einem gewissen Grad. Für China war die letzte WM klasse. Die unschlagbaren chinesischen Damen haben verloren, das ist medial für sie gar nicht so schlecht. Ein Drama wäre es nur, wenn sie 2012 wieder verlieren. Aber wenn sie dann souverän wiederkommen, wäre das eine Geschichte, wie sie die Chinesen lieben.

Wie weit reicht Chinas Vorbildfunktion im Tischtennis?

Mit einer Kopie von China kann man nicht besser sein als China. Wir wissen nicht, ob wir in den nächsten acht Jahren China schlagen können, aber wir müssen nach Wegen suchen - und zwar mittels eigener Kreativität, uns aber auch umschauen, wenn woanders etwas gut funktioniert.

Haben Sie an der Zukunft des DTTB noch mitgewirkt?

Wir sprechen noch miteinander. Aber wie Rossi sagt: Der Richie hatte den Hut auf bis Moskau, und ab 1. August hat den der Roßkopf auf.

Der DTTB hievt oft Spieler schnell auf wichtige Trainerposten. Das war auch bei Ihnen so.

Rossi war natürlich ein viel besserer Spieler als ich. Aber wir beide sind in den letzten Jahren der Spielerkarriere sehr offen durchs Training gegangen und haben viel von dem mitgenommen, was einem die Trainer gezeigt haben. Das war eine langjährige Ausbildung zum Trainer. Einige andere im DTTB haben eine wissenschaftliche Ausbildung. Diese Mischung ist ganz gut.

Was mussten Sie dennoch als Trainer lernen?

Man muss seine eigene Karriere beiseiteschieben und nur Erfahrungswerte mitnehmen. Nur nach dem Spieler Richard Prause hätte ich alles über hohe Umfänge gemacht. Aber man muss das Training mit Kreativität füllen, hart arbeiten, aber auch sinnvoll hart arbeiten. Der Trainer muss die Richtung vorgeben, aber auch die Ideen der Spieler miteinbeziehen.

Wie lernt man, so gut zu motivieren, wie man es Ihnen nachsagt?

Viele Leute fragen nach dem besten Schlag eines Spielers. Aber der beste Schlag etwa eines Jean-Michel Saive war immer sein unbändiger Wille zum Erfolg. Das hat nichts mit technischen Fähigkeiten zu tun, das kann man sich erarbeiten. Selten ist es so, dass man nicht kann, sondern dass man nicht will. Das muss man den Spielern vorleben: Es darf nie infrage gestellt werden, dass man den Trainer auch abends um neun anrufen kann und er bereitsteht für eine Trainingseinheit. Wenn man so einen Rund-um-die-Uhr-Service kreiert, fühlen sich die Spieler in einer Bringschuld.

Sie hatten auch Glück, eine starke Generation vorzufinden.

Eindeutig. Man darf sich als Trainer nie in den Vordergrund spielen. Ich würde nie sagen: Boll hat den Titel gewonnen, weil Prause das gemacht hat. Wir haben alle unseren Anteil. Diese Generation ist ein Glück für jeden Trainer, auch weil sie für Ideen empfänglich ist und bereit ist, an Kleinigkeiten zu feilen, die Minute mehr im Training zu investieren.

Wie wichtig war es für Ihre Entwicklung, so lange auf Roßkopf zurückgreifen zu können?

Ohne Rossi würde ich nicht hier sitzen. Er hat der Öffentlichkeit gezeigt, was für eine Sportart Tischtennis ist, und anderen Spielern viel mitgegeben. Timo betont, dass er für ihn ein Vorbild ist.

Und Boll selbst?

Timo war immer mein Vorzeigeathlet. Er hat dem immensen Druck so oft standgehalten. Das hat anderen Spielern geholfen, sich zu entwickeln. 2006 haben wir vor der WM gesagt: Timo macht zwei Punkte, wer macht noch einen? Eine unmenschliche Situation. In der gesamten WM hat er nur ein Spiel verloren. Jetzt sind wir Vizeweltmeister und haben Schlüsselspiele gewonnen mit einer Niederlage von Timo. Das zeigt, dass die Mannschaft sich gut entwickelt hat - und das wird auch in Zukunft so sein.

Interview: Katja Sturm

Datum:  16 | 6 | 2010
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1 Borussia Dortmund 46:14 46
2 Bayern München 49:14 44
3 B. Mönchengladbach 34:12 43
4 FC Schalke 04 46:28 41
5 Werder Bremen 34:35 33
6 Bayer Leverkusen 28:28 31
7 Hannover 96 23:25 31
8 VfL Wolfsburg 27:38 27
9 VfB Stuttgart 31:28 26
10 Hamburger SV 26:34 26
11 1899 Hoffenheim 23:25 25
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13 1. FSV Mainz 05 29:35 23
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Mannschaft Tore Punkte
1 Fortuna Düsseldorf 45:22 44
2 Greuther Fürth 47:18 43
3 Eintracht Frankfurt 44:21 43
4 FC St. Pauli 41:24 42
5 SC Paderborn 33:22 42
6 1860 München 42:28 35
7 Union Berlin 36:32 34
8 Braunschweig 26:24 30
9 VfL Bochum 28:32 27
10 Dynamo Dresden 36:39 25
11 Energie Cottbus 21:33 24
12 MSV Duisburg 27:33 20
13 Alemannia Aachen 20:28 19
14 Erzgebirge Aue 17:33 19
15 FSV Frankfurt 21:38 18
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3 FC Valencia 35:22 40
4 UD Levante 29:29 32
5 Espanyol Barcelona 25:26 32
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7 FC Malaga 28:32 31
8 CA Osasuna 26:35 31
9 Athletic Bilbao 34:30 30
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11 Real Sociedad 25:30 27
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5 FC Chelsea 44:31 43
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7 FC Liverpool 29:23 39
8 Norwich City 37:41 35
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10 FC Everton 26:27 33
11 Swansea City 28:32 30
12 FC Fulham 31:36 30
13 Stoke City 24:38 30
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3. Liga
Mannschaft Tore Punkte
1 VfR Aalen 32:22 43
2 SV Sandhausen 35:26 43
3 Jahn Regensburg 37:22 38
4 1. FC Heidenheim 31:24 37
5 1. FC Saarbrücken 42:32 36
6 Rot-Weiß Erfurt 31:26 36
7 Burghausen 36:29 35
8 Chemnitzer FC 31:29 35
9 VfB Stuttgart II 27:29 34
10 Kickers Offenbach 28:25 33
11 Preußen Münster 25:26 32
12 VfL Osnabrück 24:20 29
13 Wiesbaden 26:28 29
14 Arminia Bielefeld 32:38 29
15 SV Babelsberg 33:41 29
16 Unterhaching 38:38 28
17 Darmstadt 98 31:34 27
18 Oberhausen 21:31 21
19 Carl Zeiss Jena 24:43 18
20 Werder Bremen II 24:45 18
Eishockey Oberliga West
Mannschaft Tore Punkte
1 EHC Dortmund 151:45 58
2 EC Bad Nauheim 162:43 56
3 Kassel Huskies 145:57 51
4 EV Duisburg 133:46 44
5 Löwen Frankfurt 112:67 40
6 Hammer Eisbären 98:82 40
7 Ratinger Ice Aliens 109:76 34
8 Königsborner JEC 90:109 33
9 ESC Moskitos Essen 62:118 18
10 Herforder EV 71:175 16
11 EHC Krefeld 42:158 3
12 EHC Netphen 08 35:234 3
1. Basketball Bundesliga
Mannschaft Körbe   Punkte
1 Brose Baskets 1848 : 1449   38
2 ratiopharm Ulm 1677 : 1559   34
3 Artland Dragons 1843 : 1652   32
4 ALBA Berlin 1735 : 1518   30
5 s.Oliver Baskets 1519 : 1404   24
6 Oldenburg 1652 : 1626   22
7 Eisbären Bremerhaven 1556 : 1591   22
8 FC Bayern München 1643 : 1558   22
9 NY P. Braunschweig 1612 : 1629   22
10 Baskets Bonn 1670 : 1668   20
11 FRAPORT SKYLINERS 1383 : 1488   18
12 Tigers Tübingen 1606 : 1638   18
13 BBC Bayreuth 1439 : 1587   16
14 Gießen 46ers 1464 : 1636   14
15 Phoenix Hagen 1681 : 1883   14
16 TBB Trier 1446 : 1553   14
17 EnBW Ludwigsburg 1557 : 1613   12
18 BG Göttingen 1407 : 1686   4
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