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09. Januar 2011

Tote Skispringerin: Hirnhautentzündung mögliche Todesursache

Der rätselhafte Tod der erst 17 Jahre alten italienischen Springerin Simona Senoner beschäftigt die Justiz. Foto: dpa

Der plötzliche Tod der 17 Jahre alten Skispringerin Simona Senoner, die am Freitag in der Freiburger Uni-Klinik gestorben war, ist nach Angaben des italienischen Verbandes eventuell auf eine Meningitis zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen, eine Obduktion soll nähere Aufschlüsse liefern.

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Der rätselhafte Tod der erst 17 Jahre alten italienischen Springerin Simona Senoner, die am Freitag in der Freiburger Uni-Klinik gestorben ist, hat Bestürzung ausgelöst und die Frage nach der Todesursache aufgeworfen. Nach Angaben des italienischen Verbandes ist Senoner wohl an einer Hirnhautentzündung gestorben. Die 17-jährige Studentin aus Südtirol war am Donnerstag in Schonach bewusstlos im Hotelzimmer gefunden worden und am Freitag in der Uniklinik Freiburg gestorben. Ihr Tod „könnte auf eine plötzliche Meningitis zurückzuführen sein“, teilte Italiens Wintersportverband (Fisi) mit. Alle Personen, die mit Senoner in Kontakt waren, seien bereits vorsorglich behandelt worden. Derweil hat die Staatsanwaltschaft Konstanz Untersuchungen eingeleitet, der Leichnam der jungen Sportlerin soll am Montag in Freiburg obduziert werden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen klagte Senoner am Mittwoch bei der Anreise zum Continental-Cup am Wochenende in Schonach über Grippe-Symptome. Am Donnerstagmorgen wurde die Südtirolerin im Bad ihres Hotelzimmers von ihrem Trainer Fabian Ebenhoch und ihrer Teamkollegin Veronica Gianmoena bewusstlos aufgefunden. Ebenboch leistete erste Hilfe, anschließend wurde Senoner mit dem Rettungs-Hubschrauber nach Freiburg geflogen. Auf der Intensivstation erlitt die gebürtige Bozenerin einen Herzstillstand.

„Das ist ein großer Schock für uns alle. Wir können es immer noch nicht fassen“, sagte Ebenhoch. Auch die Familie der Italienerin ist fassungslos. „Wir haben mit ihr zuletzt am Mittwochabend telefoniert. Sie sagte, dass sie ein wenig Fieber hat. Wir haben uns aber keine Sorgen gemacht. Wir dachten, es würde sich um eine banale Grippe handeln“, sagte Senoners Bruder Christian.

In den italienischen Medien wird über die Todesursache Senoners, die eine Nichte des früheren Skirennläufers Peter Rungaldier ist, spekuliert. Dabei ist auch von einem äußerst selten auftretenden Fall von plötzlichem Kindstod bei Jugendlichen die Rede. Am Montag soll die Leiche nach Italien überführt werden.

Senoner hatte als Langläuferin begonnen, war dann aber 2002 zu den Springerinnen gewechselt. Bei der Junioren-WM 2008 in Zakopane belegte Senoner den zehnten Platz. Ihr bestes Ergebnis im Continental-Cup war ein 15. Platz 2009 in Tonloch. Trotz des Todes von Senoner und der gedrückten Stimmung fand der Wettkampf am Samstag statt. Dabei trugen alle Springerinnen einen Trauerflor. Ein Teil des italienischen Teams trat am Samstag nicht an, vor der Siegerehrung wurde eine Gedenkminute eingelegt.

„Das war der schwierigste Wettkampf meiner Karriere. Unter diesen Umständen war es fast unmöglich, sich auf das Springen zu konzentrieren“, sagte die österreichische Gewinnerin Daniela Iraschko, die mit den Gedanken nach ihrem 35. Erfolg bei der Italienerin war: „Ich widme meinen Sieg Simona. Ich werde sie nie vergessen.“ Auch Melanie Fact aus Baiersbronn, die den dritten Platz belegte, konnte sich nicht über die gute Platzierung freuen. „Die Gedanken sind bei Simona und ihrer Familie“, sagte die 20-Jährige. (sid/dpa)

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