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25. Februar 2015

Triathlon : Hecheln für die Triathlon-Million

 Von 
Könnte viel Geld verdienen: Michael Raelert.  Foto: imago sportfotodienst

Im Triathlon locken in einer am Wochenende beginnenden neuen Serie sagenhafte Preisgelder.

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Michael Raelert erzählt von einem Traum, „wenn ich Ende des Jahres ganz oben auf dem Treppchen stehen könnte“. Der gebürtige Rostocker nennt es eine Herausforderung, „bei allen drei Rennen auf dem Höhepunkt zu sein, aber ich hoffe, dass ich eine Chance auf den Titel habe.“ Wovon  spricht der jüngere der Raelert-Brüder, wenn er nicht den Mythos des Ironman Hawaii meint, wo ihm bislang der avisierte Doppelsieg mit Bruder Andreas verwehrt geblieben ist? Der 34-Jährige bezieht sich auf die „Triple-Crown-Serie“. Ein neu erschaffener Dreikampf über die halbe Ironman-Distanz von jeweils 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen. Das Triple beinhaltet ein Rennen am kommenden Freitag in Dubai, eines am 7. August in Oman und das Finale am 11. Dezember in Bahrain. Für einen Wettkampf winken allein 300 000 Dollar Preisgeld. Wer alle drei Events gewinnt, bekommt gar eine Million. Dafür lohnt sich ein langer Atem, denn das ist unglaublich viel Geld in der Randsportart Triathlon, bei der die meisten Profis bislang oft noch Bares mitbringen müssen.

Das Märchen aus 1001 Nacht ermöglicht der König von Bahrain: Sheikh Nassar bin Hamad Al Khalifa hat sich just diesem Ausdauersport verschrieben. Mit einer seiner Firmen hat nun die Challenge Family ein Joint Venture aufgelegt. Zibi Szlufcik, CEO der Challenge Family, spricht von einer „neuen Ära in unserem Sport“ und will „das Gesicht für Profis und Altersklassenathleten“ verändern. Die rund 1000 Teilnehmer in Dubai bezahlen zwar 299 Dollar Startgeld, bekommen aber gleichzeitig Ausrüstung im Wert von 400 Dollar. „Und Ihnen wird vor Ort jeder Wunsch von den Lippen abgelesen“, verspricht Szlufcik, der die Triathlon-Welt aus den Angeln heben möchte. Werden diese Spezies Sportler für ihren immensen (Trainings-)Einsatz endlich angemessener entlohnt?

Beim Thema Menschenrechte wird weggeschaut

Am Wochenende starten Heroen wie die Lang- und Kurzdistanz-Weltmeister Pete Jacobs oder Javier Gomez. Auch der Olympiasieger von 2008, Jan Frodeno, wäre dabei gewesen, wenn der Saarbrücker nicht im Training mit dem Rad gestürzt wäre. Szlufcik, ehemaliger Raelert-Manager und aktueller Berater des Biathleten Andreas Birnbacher, weiß, dass Sportveranstaltungen in der Golfregion Argwohn schüren. Der 48-Jährige: „Ich habe keine Verletzung der Menschenrechte bemerkt.“ Erst Anfang Dezember bei der Challenge Bahrain seien 200 Frauen gestartet, „und niemand war mit dem Kopftuch unterwegs“. Nun haben sich Leanda Cave oder Caroline Steffen, zwei Weltklasse-Triathletinnen angekündigt. Szlufcik: „Mit dem Sport lassen sich Brücken bauen.“ In dieselbe Kerbe schlug auch Hawaii-Sieger Sebastian Kienle, als er nach Bahrain jettete. Das Rennen sei halt lukrativ gewesen, und für ihn sei es erst einmal egal, ob er in die USA oder nach Bahrain fliege. „Ich versuche mich vorher von allen Vorurteilen zu lösen, um mir selbst ein Bild zu machen“, rechtfertigte er sich in der „taz“.

Ohnehin ist es mit der Orientierung gerade nicht so einfach, weil zwei große Veranstalter auf grenzwertige Weise nach Expansion streben. Die Challenge-Serie, hinter der das fränkische Familienunternehmen mit Alice, Kathrin und Felix Walchshöfer steht, liefert sich mit der Ironman-Marke, dessen Weltverband WTC sich einem US-Finanzinvestor ausgeliefert hat, einen absurden Wettstreit um die Marktmacht.

Thomas Dieckhoff, der für Europa und den Mittleren Osten zuständige Ironman-Chef, gibt zu, dass auch er mit Bahrain verhandelt habe. „Wir wollten dort aber auch noch ein Trainingszentrum bauen lassen.“ Letztlich sei man nicht ins Geschäft gekommen. „Und jetzt können die Athleten bei diesen Summen nicht Nein sagen.“

Eine akute Bedrohung für Hawaii sei „Triple Crown“ aber nicht, denn: „Ein Image kann man sich nicht kaufen.“ Auch Szlufczik will von einer neuen Kriegserklärung in Richtung Ironman nichts wissen. „Die extrem aggressive Politik wird nicht von unserer Seite betrieben. Ironman hat uns zuletzt wieder sechs Rennen aus laufenden Verträgen herausgekauft. Wir haben kein Privat-Equity-Unternehmen im Rücken, das mit dem Sport schnell Geld machen will. Unserer Ansatz ist es, den Triathlon weiterzuentwickeln.“ Mit Vergütungen, die in dieser Größenordnung undenkbar schienen. Raelert will in Dubai alles mobilisieren. In Bahrain hat er bereits gewonnen. Er sagt: „Das hat großen Spaß gemacht.“ Und sich vor allem ausgezahlt.

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