Sport
Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker

01. Oktober 2012

Turbine Potsdam - 1. FFC Frankfurt: Eklat beim Spitzenspiel

 Von Johannes Kopp
Fatmire Bajramaj (FFC) und Tabea Kemme (Potsdam) kümmern sich um die verletzten Alex Singer. Foto: Huebner/Scheuring

Nach dem Spiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam kochen die Emotionen hoch. Grund ist der Siegtreffer des FFC nach einer schweren Verletzung zweier Potsdamer Spielerinnen. "Schädlich für den Frauenfußball", nennt Turbine-Trainer Schröder die Ereignisse.

Drucken per Mail

Nach dem Spiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam kochen die Emotionen hoch. Grund ist der Siegtreffer des FFC nach einer schweren Verletzung zweier Potsdamer Spielerinnen. "Schädlich für den Frauenfußball", nennt Turbine-Trainer Schröder die Ereignisse.

Bis zur 89. Minute war es das übliche hart umkämpfte Duell zwischen den beiden Erzrivalen des deutschen Frauenfußballs. „Auf sehr gutem Niveau“, sah Siegfried Dietrich, der Manager des 1. FFC Frankfurt, die Partie zwischen seinem Klub und Turbine Potsdam. Doch dafür interessierte sich hinterher niemand in Potsdam. Vielmehr stand eine moralische Frage zur Debatte. Turbine-Trainer Bernd Schröder redete nach der Partie völlig außer sich auf Dietrich ein. Der hatte ein Trommelschlegel in der Hand, der aus dem Publikum nach ihm geworfen wurde. Die Emotionen waren am Überkochen.

Was war passiert? Die Potsdamerinnen Alexandra Singer und Stefanie Mirlach waren in der 89. Minute mit ihren Köpfen so heftig zusammengeprallt, dass beide regungslos am Boden liegen blieben.

Erst nach mehreren Minuten konnten sie mit Platzwunden vom Platz getragen werden. Im Stadion herrschte gespenstische Stille. Schiedsrichterin Riem Hussein ließ das Spiel wieder anpfeifen und zeigte noch fünf Minuten Spielzeit an. Die Potsdamerinnen, die ihr Auswechselkontingent schon ausgeschöpft hatten, waren nun mit zwei Spielerinnen weniger auf dem Platz.

"Das ist doch für den Arsch"

Fatmire Bajramaj nutzte gleich die erste Gelegenheit und erzielte das spielentscheidende 2:1. Schröder tobte hinterher. „Ich darf doch so ein Spiel nicht wieder anpfeifen. Das ist doch für den Arsch. Als Trainer hätte ich außerdem meinen Spielerinnen gesagt, dass sie nicht angreifen sollen“, giftete er.

Und später auf der Pressekonferenz unkte er: „Ich befürchte, dass jetzt eine überdimensionale Feindschaft zwischen den beiden Vereinen entsteht.“ Schröder ist seit jeher der Ansicht, das im Frauenfußball andere Gesetze als im Männerfußball gelten müssen. Insofern betrachtete er das Frankfurter Vorgehen als moralisches Foul. Doch FFC-Coach Philipp Dahm wollte sich nicht an den Pranger stellen lassen: „Ich lasse mir daraus kein Vorwurf machen, und kein Strick drehen, dass wir weitergespielt haben.“

In der Erregung der Potsdamer Anhängerschaft ging völlig unter, dass sich auch der Gastgeber unrühmlich verhalten hatte. Tabea Kemme senste nämlich nach dem 2:1 Bajramaj vorsätzlich im Mittelfeld um, so dass auch diese mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Platz getragen wurde.

Die Zuschauer verabschiedeten die einstige Turbine-Spielerin mit viel Häme. Insofern hatte Schröder recht, als er konstatierte: „Das Spiel heute war schädlich für den Frauenfußball.“

Kerstin Garefrekes hatte übrigens die Frankfurterinnen in Führung gebracht, bevor Yuki Ogimi ausgleichen konnte. Aber das war wirklich nebensächlich.

Jetzt kommentieren

Ressort

Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker.