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25. Januar 2016

VfB Stuttgart: Die Balance ist wieder da

Hat den VfB Stuttgart stabilisiert: Jürgen Kramny.  Foto: dpa

Beim 3:1-Erfolg in Köln zeigt der VfB Stuttgart, dass er wieder konkurrenzfähig ist. Kapitän Gentner: „Können uns nun nach Rückstand zurückzukämpfen“.

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Jürgen Kramny hat auch als Chef Erfolg und macht den in der Hinrunde zeitweise desolaten VfB Stuttgart langsam, aber sicher wieder konkurrenzfähig. Der Trainer des fünfmaligen deutschen Fußballmeisters und Pokal-Viertelfinalisten feierte mit dem 3:1 beim 1. FC Köln sein fünftes Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage – zum ersten Mal war er am Samstag nicht die Interimslösung, sondern Chefcoach.

Eine seiner wichtigsten Aufgaben hat er in Ansätzen bereits erfüllt. Ihm ist es seit seiner Interims-Amtsübernahme am 24. November gelungen, „die Balance zu finden zwischen Defensive und Offensive“. Vier Bundesligapartien, acht Punkte – das ist eine vielversprechende Zwischenbilanz für die Schwaben. Bei 18 Zählern ist die Gefahr, in die Zweitklassigkeit zu rutschen, ein wenig kleiner geworden.

Die 4000 VfB-Fans unter den 50 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion sangen inbrünstig den Hit „Oh, wie ist das schön“. Und es war für sie wirklich schön, was die unter Kramny-Vorgänger Alexander Zorniger so verunsicherten Profis aus Bad Cannstatt auf dem Rasen zelebrierten. Wie ein Abstiegskandidat traten sie in keiner Phase der 90 Minuten von Müngersdorf auf.


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„Dieser Sieg wird uns Selbstbewusstsein für die schwierigen Aufgaben der nächsten Wochen geben“, hielt VfB-Kapitän Christian Gentner fest. Er machte mit dem 3:1 in der 83. Minute den Erfolg perfekt. Anthony Modeste hatte den FC per Foulelfmeter in Führung gebracht (19.), Torjäger Daniel Didavi in der 36. und Timo Werner in der 51. Minute hatten danach für den VfB zwei der wohl wichtigsten Treffer dieser Saison erzielt.

„Nach dem Rückstand haben wir gut reagiert. Wir haben uns als Einheit präsentiert und haben noch vor dem Seitenwechsel verdient den Ausgleich erzielt“, kommentierte Kramny das Geschehen, bei dem auch Weltmeister Kevin Großkreutz eine gute Rolle spielte. Der Winter-Neuzugang von Galatasaray Istanbul gab elf Monate nach seinem letzten Erstligaeinsatz ein gutes Bundesliga-Comeback auf der Rechtsverteidigerposition. Kramny: „Man hat’s gesehen – er hat sich da reingeschafft.“

„Wichtig für den Kopf“

Das taten irgendwie alle VfBler, wenngleich sie den Trainer auch nachdenklich machten. Die Schlussphase gefiel Kramny überhaupt nicht: „Das ärgert mich“, sagte er ob der großen FC-Möglichkeiten in den letzten fünf Minuten, als Keeper Przemyslaw Tyton gegen Modeste den zweiten Auswärts-Dreier des VfB in dieser Spielzeit festhielt.

Aber dieser Start in die Rückrunde sei „wichtig für den Kopf“, betonte der überragende Gentner. Und konstatierte das, was auch Kramny mit Wohlgefallen registrierte: „Wir haben mittlerweile die Geduld sowie die Balance, uns auch nach einem Rückstand zurückzukämpfen.“ Damit gelang dem VfB die Fortsetzung einer kuriosen Serie: In jetzt 19 Duellen zwischen FC und VfB gab es keinen Heimsieg mehr.

Bei den Kölnern, die 35 Tage vor der Niederlage gegen Stuttgart mit dem 2:1 gegen Borussia Dortmund am 17. Spieltag noch für mächtig Wirbel gesorgt hatten, wich die anfängliche Karnevalsstimmung einer Erkenntnis: Die Offensive ist mit erst 19 Treffern, von denen allein Modeste acht erzielt hat, ein nachbesserungswürdiger Mannschaftsteil. „Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgestellt haben“, räumte Trainer Peter Stöger ein. (dpa)

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