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05. April 2009

Voll daneben: Zu viel des Guten

 Von FRANK HELLMANN

Die Einwechslung eines Ersatztorwarts als pure Provokation.

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Es mag ja von Vorteil sein, dass die Dienstwege in der Fußball GmbH des VfL Wolfsburg so kurz sind. Schwebt dem Trainer eine personelle Entscheidung vor, die mit dem Manager zu besprechen und dann vom Geschäftsführer zu verkünden ist, kann das anderswo schon mal Tage dauern. Im östlichen Niedersachsen geschieht dies über Nacht - der Dreifachfunktion des allmächtigen Felix Magath sei Dank. "Der Vertrag mit André Lenz wird am Ende der Saison verlängert", verkündete der 55-Jährige gestern in der sonntäglichen Talkrunde des DSF-Doppelpasses, die sinnigerweise live aus der Autostadt ausgestrahlt wurde. Die Zuschauer der Sendung, mehrheitlich Sympathisanten des Überraschungs-Tabellenführers, klatschten erfreut Beifall, und vermutlich ein bisschen überrascht dürfte daheim am Bildschirm auch der 35-jährige Lenz gewesen sein, dass alles so schnell ging.

"Es gäbe schon etwas zu verkünden, aber es ist am Trainer, der Presse- oder Marketingabteilung, das zu tun", hatte der gebürtige Mülheimer am Vorabend noch artig gesagt. Wie aus heiterem Himmel war er ja auch zu seinem 37. Bundesligaeinsatz gekommen. Magath hatte seinen angeblichen unterbezahlten und am 22. Spieltag beim 3:1-Sieg in Hamburg so formidabel haltenden Ersatztorwart in der letzten Minute zwecks Erlangung einer Einsatzprämie eingewechselt, was sowohl Stammkeeper Diego Benaglio ("Ich wusste von nichts") als auch Lenz ("Eine Riesengeste") verblüffte. Manch einer bewertete das indes als finale Verhöhnung. So etwas tut man bei Kirmes- und Abschiedsspielen oder am letzten Spieltag, aber nie und nimmer während der Saison.

Beschwerde von van Bommel

Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann beteuerte ungerührt, "fürs Publikum war das ein besonderer Moment, uns war das egal", aber die Wahrheit war eine andere. Mark van Bommel beschwerte sich sichtlich erregt bei Magaths Co-Trainer Seppo Eichkorn und legte gestern nach: "In meinen Augen ist das eine Demütigung, schlimmer geht es fast nicht. Ich finde das respektlos, weil Magath auch hier gearbeitet hat."

Der tat indes weiter so, als habe er nur ein Versprechen bei Lenz eingelöst. Doch es könnte auch ein folgenschwerer Fehler des smarten Strategen gewesen sein. Wer die Bayern so in ihrer Ehre kränkt, hat das später oft genug bitter bereut.

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