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21. Januar 2013

Wolfsburg gegen Stuttgart: Diego, dominanter Großverdiener

 Von Matti Lieske
Regisseur und Torschütze gegen Stuttgart: Diego. Foto: dpa

Wolfsburgs Mittelfeldregisseur und Topverdiener Diego taut im ersten Spiel unter Dieter Hecking auf und macht gegen den VfB Stuttgart den Unterschied aus.

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Wolfsburgs Mittelfeldregisseur und Topverdiener Diego taut im ersten Spiel unter Dieter Hecking auf und macht gegen den VfB Stuttgart den Unterschied aus.

Wolfsburg –  

Wenn es beim VfL Wolfsburg und vor allem beim brasilianischen Mittelfeldspieler Diego irgendwann mal wieder nicht so gut laufen sollte, dann gibt es ein simples Mittel, wie Sportdirektor Klaus Allofs der Misere beikommen kann: einfach den Trainer wechseln. Sobald ein neuer Mann an der Seitenlinie steht, spielt Diego nämlich groß auf. Das tut er natürlich auch sonst gelegentlich ganz gern, doch ein neuer Coach scheint ihn noch mal extra zu beflügeln, so wie andere Leute ein junge Liebe.

Hecking vergnügt

Nach dem 2:0 gegen den VfB Stuttgart mit dem kurz vor Weihnachten vom 1. FC Nürnberg gekaperten Trainer Dieter Hecking war ihm das Vergnügen, welches ihm dieser Samstagnachmittag bereitet hatte, jedenfalls deutlich anzumerken. Er lachte, die Augen blitzten, und die Worte sprudelten nur so aus ihm heraus. „Wir sind besser als die 19 Punkte, die wir bisher hatten“, verkündete er und äußerte große Zuversicht, dass mit Hecking alles noch viel toller werde. „Es geht nur mit Teamwork“, sagte brav der gerade für diesen Aspekt des Spiels nicht immer empfängliche Brasilianer, „wenn es eine gute Organisation gibt, macht das alle Spieler besser.“ Und genau darauf würde Hecking großen Wert legen. „Wir hatten im Trainingslager Zeit, seine Philosophie zu verstehen und zu akzeptieren, wir haben großes Vertrauen zu ihm“, lobte Diego seinen neuen Lieblingstrainer, der offenbar nahtlos die Nachfolge seines vormaligen Lieblingstrainers Lorenz-Günther Köstner angetreten hat.

„Diego hat heute den Unterschied gemacht“, sagte Heckings enttäuschter VfB-Kollege Bruno Labbadia. Eine Einschätzung, die auch Allofs teilte: „Wenn zwei Mannschaften auf Augenhöhe sind, entscheidet individuelle Klasse.“ Augenhöhe bedeutete in diesem Fall, dass beide Teams zwar ein dichtes Defensivgeflecht in der eigenen Hälfte fabrizierten und dadurch immer wieder zu Ballgewinnen kamen, danach mit dem Ball aber nichts anzufangen wussten und ihn gleich wieder verloren. Mal waren die Pässe zu ungenau, mal die Laufwege falsch, mal klappte die Ballannahme nicht, und oft kam all das zusammen. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein hektisches Hin und Her zwischen den Strafräumen, weitgehend ohne Torszenen. Bis Diego die Dinge in Hand und Fuß nahm.

Diego überall

Auch seine Pässe hatten vor der Pause selten ihren Adressaten gefunden, was aber meist nicht ihm anzulasten war. Mit fortschreitender Spieldauer wurde der Großverdiener im Team jedoch immer dominanter. Er trieb sich überall auf dem Platz herum, stürzte sich voller Inbrunst in die Zweikämpfe, die er meist gewann, kommentierte gestenreich und lautstark jede Schiedsrichterentscheidung, verlor kaum einen Ball und erzielte mit einem Schuss aus 25 Metern nach einem Solo von der Mittellinie das so wichtige Führungstor (51.). „Man bekommt in solch einem Spiel zwei, drei Gelegenheiten, ein Tor zu schießen, da muss man konzentriert sein“, sagte er später. Konzentriert war er auch bei der Freistoßvorlage, die Alexander Madlung in der 67. Minute zum 2:0 ins Tor köpfte. „Sehr, sehr schwer zu verteidigen“, sagte Labbadia.

Hecking mochte in die Lobeshymnen auf seinen Spielmacher nicht vorbehaltlos einstimmen. „Das war nicht nur er, alle haben sich gesteigert“, meinte er, „aber natürlich wissen wir, was wir an Diego haben.“ Mit dem Spiel seines Teams war er vor allem wegen der vielen Ballverluste „gar nicht zufrieden“, aber, sagte er, „was kann einem Trainer Schöneres passieren, als 2:0 zu gewinnen und dann sagen zu können, es gibt noch viel zu tun.“

Dazu zählt auch das Abspecken des opulenten Magath-Kaders. Diego soll davon natürlich nicht betroffen sein. „Man kann ja nachlesen, welche Argumente wir haben“, sagte in Anspielung auf die vergangene Woche kolportierten 8,2 Millionen Euro Grundgehalt ein sehr schelmisch grinsender Klaus Allofs.

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