Das Dolmetscher-Studium hat sich ausgezahlt. Ruth Wagner konnte ihre sehr profunden Spanischkenntnisse gleich in ihrem neuen Job als Pressesprecherin gewinnbringend einsetzen und für den neuesten Neuzugang der Frankfurter Eintracht die Übersetzerin spielen.
Bamba Anderson, der schüchterne Verteidiger, ist zwar Brasilianer und spricht demnach portugiesisch, kann sich aber auch auf spanisch verständigen, und die 24 Jahre alte Ruth Wagner sprach Bamba Anderson immer wieder Mut zu, es doch auch mal in deutscher Sprache zu versuchen. „Du kannst das, du sprichst doch sehr gut.“ Selbst Sportdirektor Bruno Hübner kam vorbei, nahm den Abwehrspieler liebevoll in den Arm und ermunterte ihn. „Er traut sich nicht so“, sagte Hübner.
Angst vor einem Elfmeter
Anderson, 21 Jahre jung, sollte dann im Gespräch mit den Frankfurter Journalisten als erstes gleich einmal erklären, weshalb er, der Anderson Soares de Oliveira heißt, von allen nur Bamba genannt wird. Anderson erzählte von seiner Kindheit und seiner Angst vor einem Elfmeter, da schlotterten ihm als kleiner Bub die Knie. „Bamba, Bamba“, rief Anderson und strahlte.
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Als die Rede dann auf die unrühmliche Zeit bei Borussia Mönchengladbach kam, wirkte er doch eher ernst. „Die ganze Mannschaft war schlecht“, sagte er. Aber die Talfahrt der Borussia in der Hinserie sei vor allem an seiner Person festgemacht worden. „Alles ist auf mich abgewälzt worden.“ Später dann habe er keine Rolle mehr gespielt. „Ich habe keine Chance mehr bekommen.“
Anderson sieht den Wechsel zur Eintracht daher nicht als Rückschritt, sondern eher als Chance. „Ich denke ja auch, dass wir in einem Jahr wieder in der Bundesliga sind.“ Anderson, der sich selbst als schnell, aggressiv, kopfball- und zweikampfstark beschreibt, wird schon am Samstag im Pokalspiel beim Regionalligisten aus Halle rechts neben Gordon Schildenfeld in der Innenverteidigung spielen. Das legte Trainer Armin Veh fest. „Wieso sollte ich da warten? Wo soll da das Risiko sein“, fragte der Coach rhetorisch.
Letztes Pflichtspiel im Januar
Zumal es ja so sei, dass Anderson vor allen Dingen eines braucht: Spielpraxis. In Gladbach hat er sein letztes Pflichtspiel im Januar absolviert. Das ist im Profifußball eine halbe Ewigkeit. Anderson selbst sagt, er sei fit, benötige aber Wettkampfpraxis.
Mit seinen internationalen Nebenleuten, dem Kroaten Schildenfeld und dem ivorischen Linksverteidiger Constant Djakpa, wird er sich auf Deutsch verständigen. „Das ist überhaupt kein Problem“, sagt Trainer Veh.
Mit Anderson verbindet die Eintracht auch die Hoffnung, dass sich die wackelige Abwehr stabilisiert. Gerade die Schnelligkeit ist sein größtes Plus, da hat die Eintracht großen Nachholbedarf, Schildenfeld ist ganz sicher nicht der Flinkeste, was zur Folge hatte, dass sich die gesamte Abwehr gegen St. Pauli immer weiter zurückzog in der Furcht, überrannt zu werden. Mit Anderson soll die Deckung, wie von Veh gefordert, höher stehen, die Räume verengen und so den Druck auf den Gegner erhöhen.
Der Familienmensch
Anderson lebt mit seiner Ehefrau und seiner vier Monate alten Tochter Thalia in einem Hotel einem Abstoß weit vom Stadion entfernt, er will sich eine eigene Bleibe suchen. So schnell es geht. „Ich bin ein Familienmensch“, sagt der Abwehrmann, der in Landsmann Caio schnell einen engen Vertrauten gefunden hat. Was Caio ihm so erzählt habe über den Verein? „Gute Mannschaft, gute Stimmung, alle lachen immer, auch in der Kabine.“
Dabei hat gerade Caio zurzeit weniger Grund zu lachen. Wenn nicht alles täuscht, wird der Brasilianer nach seiner abermals schwachen Leistung gegen St. Pauli aus der Mannschaft genommen. Für ihn wird Karim Matmour auf dem rechten Flügel spielen, Alexander Meier rückt von links in die Mitte und an seine Position könnte Benjamin Köhler kommen. Das deutete sich im Training an. Veh will das so nicht bestätigen: „Wenn man nicht zufrieden ist, versucht man mal was anderes. Aber das heißt nicht, dass das im Spiel so aussehen muss.“ Muss nicht sein, scheint aber ziemlich wahrscheinlich.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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