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Stadtentwicklung und Wohnen in Frankfurt
Frankfurt wächst. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. Doch wo sollen sie künftig leben?

29. Januar 2016

Altstadt in Frankfurt: So passiv, wie es geht

 Von 
Rekonstruktion der „Goldenen Waage“ nahe dem Dom.  Foto: Andreas Arnold

Der Nürnberger Architekt Burkhard Schulze Darup feilt am Energiekonzept für die Altstadt. Ein Problem ist, dass Sonnenenergie nur bedingt genutzt werden kann, weil Lichtstrahlen dort nicht überall hinkommen.

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„Sie haben eine wunderbare Baustelle!“ Nicht jeder in Frankfurt ist davon so überzeugt wie Burkhard Schulze Darup. Die Römer-Baustelle ist schließlich ein Zankapfel, so lange man denken kann, und dem Vorwärtskommen als Fußgänger ist das Großprojekt auch nicht gerade förderlich, ob man nun auf der Braubachstraße unterwegs ist oder auf dem Krönungsweg zwischen Dom und Rathaus.

Aber Burkhard Schulze Darup ist ja auch nicht irgendein Passant. Der Nürnberger Architekt hat mit seinem Büro ein Energiekonzept für die neue Frankfurter Altstadt entwickelt und die Planer in energetischer und bauphysikalischer Hinsicht beraten. Den Auftrag hatte ihm das Energiereferat gegeben. Jüngst berichtete der Fachmann im Umweltausschuss der Stadtverordnetenversammlung über seine Erfahrungen mit dem Projekt.

Dort interessiert natürlich in erster Linie, wie energiesparend und somit wie umweltfreundlich der Bau zu machen ist. Passivhaus-Standard heißt das Zauberwort. „Das Energiereferat versucht bei jedem Neubaugebiet, größere Investoren (Bauträger) dazu zu bringen, die Energieversorgung der Häuser mit verbessertem Wärmeschutz (Passivhaus) und Fernwärme (KWK) umzusetzen“, so ist es beispielsweise in der „Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ festgehalten, veröffentlicht im Jahr 2015.

Wenig Platz an der Sonne

Aber nicht immer ist das auch so einfach umzusetzen – besonders, wenn es sich bei einem Neubaugebiet zugleich um ein Altbaugebiet handelt. „Wir haben den Passivhaus-Standard angestrebt und zugleich versucht, die Richtlinien der Stadt für wirtschaftliches Bauen einzuhalten“, berichtet Schulze Darup. Das sei weitgehend gelungen, aber eben auch nur weitgehend. Ein Problem: Sonnenenergie ist in der Altstadt nur bedingt nutzbar, weil sie in der Enge nicht überallhin strahlt. Und dann ist da noch ein Punkt, den Schulze Darup so umschreibt: „Bei Gebäudekonstruktionen mit sehr viel Herzblut sind Optik und Wärmedämmung oft schwer unter einen Hut zu bringen.“ Man habe daher versucht, „die Gebäude möglichst warm einzupacken“. Immerhin: Das Fernwärmegebot ist berücksichtigt und „es wurden durchaus Passivhaus-Komponenten verwendet“, etwa bei der Art der Fenster und der Lüftungsanlage. Ein Kompromiss: innen Dreifachverglasung, außen filigrane Fensteroptik – Altstadtfassade eben.

Lobend hob der Architekt hervor, dass schon früh ein Bauphysiker in die Planung involviert gewesen sei. Alles andere wäre freilich auch ein arges Wagnis gewesen, denn das ganze neue Alte entsteht bekanntlich auf einer zweigeschossigen Tiefgarage.

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Die künftigen Bewohner, da ist Schulze Darup ganz offen, werden nicht bei geöffnetem Fenster schlafen können – zu laut die Gegend. Umso wichtiger sei die Lüftungsanlage. An die Stadt hat er eine Bitte und einen Rat: Die „wunderbare Baustelle“ möge man doch bitte auch künftig Interessierten zugänglich machen. „Und Techniker sollten noch ein bis zwei Jahre nach der Fertigstellung überwachen, ob das alles so funktioniert.“

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