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Stadtentwicklung und Wohnen in Frankfurt
Frankfurt wächst. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. Doch wo sollen sie künftig leben?

08. Mai 2014

Frankfurt Wohnen : „Wir haben einen langen Atem“

 Von 
Gerd Lauer ist Sprachrohr der verärgerten Kleingärtner in Preungesheim.  Foto: Christoph Boeckheler

Bürgerinitiativen wollen am Montag, 12. Mai, im Römer-Planungsausschuss gegen neue Wohnquartiere protestieren. Sie hoffen, inbesondere die Grünen im Römer noch zum Umdenken zu bewegen. Durch die geplanten Bauvorhaben geht viel Grün verloren.

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Frankfurt. –  

Im kleinen Berkersheim mit seinen 3700 Einwohnern ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Ganz und gar nicht. In kurzer Zeit, erzählt Inge Nennstiel, hat die Bürgerinitiative Berkersheim-Ost 600 Protest-Unterschriften im Stadtteil gesammelt. Es geht gegen ein neues Quartier mit 200 Wohnungen, das die Stadt nahe der S-Bahn-Station Berkersheim entwickeln will.

„Hausgärten und Streuobstwiesen“ müssten dafür geopfert werden, sagt Nennstiel. Am Montag, 12. Mai, will der Planungsausschuss des Frankfurter Stadtparlaments den Bebauungsplan für das neue Wohngebiet auf den Weg bringen (ab 17 Uhr, Rathaus-Südbau, Bethmannstraße 3, Sitzungssaal 307).

Inge Nennstiel wird da sein. „Wir wollen Bürgermeister Cunitz die 600 Unterschriften übergeben“. Kommen wollen aber nicht nur protestierende Bürger aus Berkersheim, sondern auch aus Preungesheim, Bonames und Nieder-Erlenbach.

„Wir sind so viele, dass die Stadt überlegt, die Sitzung in den Plenarsaal des Stadtparlaments zu verlegen“, sagt Gerd Lauer. Er kommt aus Preungesheim, wo An der Wolfsweide 104 Dauerkleingärten für 450 neue Wohnungen geopfert werden sollen. Lauer hat „Hoffnung“, dass der Protest insbesondere die Grünen im Römer noch zum Umdenken bewegt.

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Die Bürgerinitiative aus Preungesheim hat sich mit den Grünen getroffen. „Ich glaube, wir haben der Fraktion ziemlich imponiert.“ Auch in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 10 hat Lauer eine Rede gehalten und nach eigenem Bekunden viel Beifall bekommen. Das Stadtteilparlament stehe hinter der Bürgerinitiative, auch Ortsvorsteher Robert Lange, der zugleich CDU-Stadtverordneter ist. „Wir haben einen langen Atem“, sagt der Kleingärtner.

In Berkersheim halten die Menschen die geplanten neuen Wohnungen einfach für eine Überforderung des kleinen Stadtteils: „Wir können nicht noch mehr Autoverkehr aufnehmen“, sagt Inge Nennstiel.

Ausschuss soll Pläne beschließen

Insgesamt acht städtische Bebauungspläne für neue Wohnquartiere sollen am 12. Mai im Planungsausschuss beschlossen werden. Neben Berkersheim und der Wolfsweide geht es noch um Gebiete nördlich der Dieburger Straße, nördlich der Kollwitz-Straße, nordöstlich der Anne-Frank-Straße, westlich der Nordweststadt, westlich und südlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung und am Rande von Nieder-Erlenbach. Die Bürgerinitiativen aus Berkersheim, Bonames, Preungesheim und Nieder-Erlenbach haben einen gemeinsamen Appell an die Stadtverordneten im Planungsausschuss formuliert. Die Kommunalpolitiker müssten „das Wohl der Stadt, aber sicher auch das Wohlergehen der in den Stadtteilen lebenden Menschen“ vor Augen haben – im schwierigen Spannungsfeld von „Wohnraumgewinnung“ einerseits und „Verbrauch von Natur und Kulturlandschaft“ andererseits. Auch gehe es darum, dass die öffentliche Infrastruktur in den Stadtteilen schon jetzt unzureichend sei.

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