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16. Februar 2016

Goethe-Universität Frankfurt: Studenten besetzen Pavillon

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Im besetzten Pavillon auf dem Campus Westend fordern Studenten mehr Raum für sich.  Foto: Christoph Boeckheler

Eine studentische Initiative in Frankfurt fordert mehr selbstverwaltete Räume im Westend. Da sich die Uni-Leitung nach ihrer Meinung nicht bewegt, hat sie jetzt ein ehemaliges Bauleithaus besetzt.

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"Studis willkommen“, steht auf dem weißen Zettel an der Eingangstür. „Eingang auf der Rückseite. Bitte an der Glastür klopfen.“ Der weiße Pavillon auf dem Campus Westend, in direkter Nachbarschaft zum Präsidium, ist seit Montag von Studenten besetzt. Die Initiative „Random White House“ fordert mehr selbstverwaltete studentische Räume auf dem Campus. Eigentlich sollen diese im neuen Studierendenhaus geschaffen werden, aber bis das passiert, ist eine Übergangslösung nötig.

Die beiden selbstverwalteten Räume, das TuCa im PEG (Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften) sowie die Campus-Trinkhalle, seien gefährdet, sagt die Aktivistin Yeliz. Sie befürchtet, dass die Studenten die selbst geschaffenen Einrichtungen bald aufgeben müssen.

In dem Pavillon, einem ehemaligen Bauleithaus, gibt es acht Räume und eine Küche. Einige davon dienten den Fachbereichen katholische und evangelische Theologie, in einem ist die Sozialberatung des AStA, zwei weitere wurden für freie studentische Nutzung geduldet. Nun haben sich einige Studenten das Gebäude ganz angeeignet. Es gibt ein Programm mit Vorträgen zu Inklusion, Rassismus und Sexismus, am Mittwochabend wird der Satiriker Leo Fischer erwartet. Einige Studenten haben dort auf Matratzen geschlafen. Rauchen ist erlaubt, Sachbeschädigung nicht.

Räumung abgewendet

„Wir wollen niemandem den Raum wegnehmen“, sagt Yeliz. Nach ihren Angaben lässt der Fachbereich katholische Theologie zu, dass seine ehemaligen Räume von Studenten genutzt werden. „Das ist keine radikale Besetzung, es ist alles offen“, sagt die Aktivistin Anna. Am Montag hat es zwei Gespräche mit Vertretern des Präsidiums gegeben. Ein Ultimatum bis 18 Uhr soll es gegeben haben, dann sollte die Polizei das Gebäude räumen, doch das konnte im zweiten Gespräch abgewendet werden.

Das Angebot der Uni: Die Studenten sollten legal insgesamt drei Räume bekommen. In die übrigen soll das Gebäudemanagement der Uni einziehen. Doch die Studenten waren dagegen, sich das Haus mit einer Abteilung der Universität zu teilen.

Präsidium verweist auf Campus Westend

Die Uni gibt sich nach außen hin zurückhaltend: Das Präsidium erkenne den Wunsch nach studentischen Freiräumen an, toleriere jedoch nicht die Besetzung des Bauleitgebäudes, heißt es in einer Mitteilung. Auf dem Campus Westend gebe es bereits eine größere Anzahl von Räumen zur studentischen Nutzung, etwa für die Fachschaften. Doch die Aktivisten wollen nicht jedes Mal einen Raum anmelden müssen, um sich zu treffen: „Wir wollen eine kontinuierliche politische Arbeit tun können und nicht als Bittsteller auftreten“, sagt Anna.

Die Uni-Leitung verweist auf das Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim und beteuert, sich für „eine möglichst rasche Realisierung“ des Neubaus im Westend einzusetzen. 16 Millionen Euro soll er kosten. Der Baubeginn ist laut Uni für Anfang 2017 geplant.
„Anliegen der Studierenden werden an der Goethe-Uni ernst genommen“, sagt Sprecher Olaf Kaltenborn. „Der Eindruck, dass sie im Hinblick auf Raumvergaben vernachlässigt wurden, ist nicht zutreffend.“

Bei einem weiteren Gespräch am Dienstag habe das Präsidium ein „konstruktives Angebot“ gemacht, so Maya Tischler, Sprecherin der Studenten. Diese sollen am Mittwoch darüber beraten, ob sie es annehmen.

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