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Stadtentwicklung und Wohnen in Frankfurt
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12. September 2014

Philosophicum: Initiativen sehen „Skandal“

 Von 
Der Streit ums Philosophicum geht weiter.  Foto: Peter Jülich

Initiativen laufen Sturm gegen den Plan, Studierenden-Wohnungen im Philosophicum einzurichten. Sie befürchten, die geplanten Appartements sollen einer „Studenten-Elite“ vorbehalten sein. CDU und Grüne im Römer stimmen der Lösung dagegen zu.

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Über die künftige Bebauung auf dem Gelände des Philosophicums, Gräfstraße 74-76, gibt es bereits intensive Verhandlungen zwischen dem Bauherrn, dem Architekten und der Stadt. Das hat Architekt Stefan Forster der FR bestätigt. CDU und Grüne im Römer haben der Lösung mit 270 Appartements für Studierende zugestimmt.

CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein sprach von einer „optimalen Lösung“. Die Fraktion habe sich einhellig hinter das Projekt gestellt. Manuel Stock, Fraktionschef der Grünen im Römer, lobte den „guten Kompromiss“. Die Fraktion habe „einstimmig grünes Licht gegeben“. Man müsse jetzt noch schauen, ob mit städtischer Förderung die Mieten für die Studierenden-Appartements gesenkt werden könnten.

Stock wertete es als „großartigen Erfolg“, dass das denkmalgeschützte Philosophicum vor dem Abriss gerettet werden konnte. Die Grünen hätten lange für die Projektgruppe und ihr alternatives Wohnmodell gekämpft. Sie hätten aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Initiative die nötige Finanzierung nicht sicherstellen konnte. Der Grünen-Stadtverordnete Uli Baier sprach von „Schmerz und Hoffnung“. Die Appartements dürften nicht einer „Studenten-Elite“ vorbehalten sein. „Ich kann mit dem Kompromiss leben.“

Dagegen laufen die Bürgerinitiativen Sturm. Annette Mönich, Sprecherin der Projektgruppe, und der BI Bockenheim, sah einen „Skandal“. Sie fügte hinzu: „Ich bin erschüttert, dass die öffentliche Hand wieder Gelände des Universitäts-Campus für luxuriöses Wohnen opfert.“ Mönich behauptete, die künftigen Mieten der Appartements lägen bei 20 Euro pro Quadratmeter. Es handele sich um „hochpreisige Kleinstwohnungen“.

Streit um Architekten

Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnungs-Holding ABG, bezifferte die künftigen Mieten auf „etwa 500 Euro im Monat“. Für diese Appartements „im mittleren Bereich“ gebe es in Frankfurt Bedarf. Im übrigen sei es skandalös, dass mit Stefan Forster ein Architekt den Zuschlag für das Projekt bekomme, der „ein Gegner der Architektur“ des Philosophicums sei. Forster hatte bei einer FR-Podiumsdiskussion öffentlich gesagt, das Philosophicum lasse sich nicht für Wohnungen umbauen. Damit konfrontiert sagte Forster am Freitag der FR: „Für Studenten geht das immer.“ Die Appartements sind nach seinen Angaben „um die 23 Quadratmeter groß“.

Investor für das Studierenden-Wohnheim mit 270 Appartements ist der Attendorner Unternehmer Rudolf Muhr. Seine Firma Mubea, deren Geschäftsführung er 2007 verließ, ist einer der großen deutschen Automobilzulieferer und produziert in erster Linie Federungen. Mubea verfügt an 25 Standorten über 9000 Mitarbeiter, macht einen Jahresumsatz von 1,45 Milliarden Euro.

Muhr investiert auch in hochwertige Appartements. In Frankfurt entsteht derzeit die Anlage „The flag“ Ecke Adickesallee/Eysseneckstraße, mit mehr als 300 Appartements. Auch dort ist Stefan Forster der Architekt. Für das Philosophicum hat er einen fünfstöckigen Anbau zur Gräfstraße hin entworfen. „So entsteht ein sechs Meter breiter Innenhof“.

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