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Stadtentwicklung und Wohnen in Frankfurt
Frankfurt wächst. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. Doch wo sollen sie künftig leben?

13. Mai 2014

Wohnungsbau-Pläne in Frankfurt: „Uns macht das richtig Angst“

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Heimat, die verteidigt wird: die Häuser der Ferdinand-Hofmann-Siedlung in Frankfurt-Sindlingen.  Foto: Peter Jülich

Bei der Sitzung des Frankfurter Planungsausschusses zeigt sich eine neue politische Frontstellung für die nächsten Jahre: 100 Mitglieder von Bürgerinitiativen protestieren gegen die Wohnungsbau-Pläne der Stadt. Unter dem Druck verschieben CDU und Grüne den Aufstellungsbeschluss für sechs neue Wohngebiete erneut.

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Es ist ein politisches Lehrstück, das sich da entwickelt am Montagabend im Römer. 100 Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen aus Frankfurt, die gegen verdichteten Wohnungsbau kämpfen, stoßen auf die Repräsentanten der Stadt. Der Andrang ist so groß, dass der Römer-Planungsausschuss in den Plenarsaal der Stadtverordnetenversammlung umziehen muss.

Zwischen beiden Seiten gibt es kaum Verständigung. Unter dem Druck des Protests verschieben CDU und Grüne den Aufstellungsbeschluss für sechs neue Wohngebiete erneut: An der Wolfsweide, nordöstlich Anne-Frank-Siedlung, westlich der Nordweststadt, Berkersheim Ost, westlich und südlich Ferdinand-Hofmann-Siedlung und nördlich Straßburger Straße.

Eine neue politische Frontstellung zeigt sich für die nächsten Jahre: Die Grünen mit Bürgermeister Olaf Cunitz an der Spitze treten für das Wachstum der Stadt Frankfurt ein. Cunitz tut es mit dem bemerkenswerten Satz: „Wir können die Menschen nicht in Nordhessen oder Rumänien festhalten" Es sind die Bürgerinitiativen, die "Grenzen des Wachstums" einfordern, so Margitta Köhler-Knacker vom „Liebenswerten Bonames“.

Und es gibt manche politische Verirrung an diesem Abend. „Der Wohnungsmangel wird dramatisiert“, urteilt FDP-Politikerin Elke Tafel-Stein: „Nicht alle schlafen unter der Brücke – in Sindlingen sind die Wohnungsmieten noch niedrig.“ Die Bürger aus dem Norden, aus Bonames, Nieder-Erlenbach, Berkersheim malen ihre Heimat in den schönsten Farben. „Die städtischen Planer kennen die Stadtteile gar nicht“, sagt eine Frau aus Bonames, die in zweiter Generation dort wohnt, und beschreibt, wie es ist, „wenn die Nachtigallen singen, die Fledermäuse durch den Garten fliegen und das Käuzchen ruft“.

Eine andere Frau kommentiert die Wohnungsbau-Pläne mit dem schlichten Satz: „Uns macht das richtig Angst.“ Christoph Schmidt-Lunau, Sprecher der BI Bonames, droht Schwarz-Grün offen: „Es kommt die nächste Kommunalwahl!“ Dietrich Jörn Weder von der Ortsgruppe Frankfurt Nord des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) konfrontiert die Politiker mit den Prognosen für den Temperaturanstieg durch den Klimawandel. Er fragt: „Wie viele Menschen wollen Sie noch in diese irre engen Gemarkungsgrenzen pressen?“ Die „Bauklötze am Riedberg“ nennt er „nicht klimawandeltauglich“.

Die Grünen ahnen, was ihnen da bevorsteht. „Ganz herzlichen Dank, dass Sie heute gekommen sind“, so Cunitz. Er verspricht: „Niemand will das letzte Grün zubetonieren.“ Der schwarz-grüne Magistrat werde „alle Fragen mit Ihnen zusammen intensiv erörtern in den nächsten Jahren“. Auch der Stadtverordnete Wolfgang Siefert sagt in beschwörendem Ton: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Doch das beruhigt an diesem Abend niemanden.

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