Der Ginnheimer Kirchplatz soll endlich verschönert werden. Eine gute Nachricht. Das fanden zumindest die Besucher, die es am Mittwochnachmittag trotz kaltem Dezemberwetter zum FR-Stand an den Rand der Ginnheimer Landstraße verschlagen hatte. In Zusammenarbeit mit dem „Stadtlabor unterwegs“ haben zwei Anwohner ein Konzept entwickelt, das den Platz für kleines Geld zumindest temporär in einen mit Pflanzkästen bestellten Nutzgarten verwandeln soll. Jeder soll hier gärtnern können. Leben soll wieder einkehren. Urban Gardening heißt das.
Wer Ginnheim hört, dem fällt vermutlich als allererstes der Ginnheimer Spargel ein - der Spitzname für den Frankfurter Fernmeldeturm. Aber der Volksmund nimmt es ja nie so genau. Auch in diesem Fall nicht. Denn die geografische Zuschreibung nach Ginnheim ist mehr dem Augenmaß als den bürokratischen Grenzen geschuldet: Der Standort mag verflucht nach Ginnheim aussehen - ist aber immer noch Bockenheim. Aber "Bockenheimer Spargel" hätte auch wirklich zu sperrig geklungen. Dass der Fernmeldeturm gar nicht zu Ginnheim gehört, kann man im Stadtteil aber verkraften...
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Nächste Station ist Griesheim. Dort wird die FR am Mittwoch, 19. Dezember, von 15 bis 17 Uhr vom Saalbau, Schwarzerlenweg 57, sein. Wer nicht kommen kann, erreicht uns unter Telefon 069/2199-3466 und -3367 oder per E-Mail: stadtteile@fr.de
„Wir finden das gut und wollen das Projekt gerne unterstützen“, sagt Rachid Rawas. Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Ortsbeirat spricht damit auch für die anderen Parteien, die – bis auf die Linke – am Stand mit Ortsbeiratsmitgliedern vertreten sind.
Auch Elke Peters findet, dass die Idee des gemeinschaftlichen Gärtnerns im öffentlichen Raum gut zu Ginnheim passen würde. „Bei dem Platz ist ja schon so viel falsch gemacht worden“, sagt die Alt-Ginnheimerin mit einer abwinkenden Bewegung. Die im Ortsbeirat diskutierten Pläne, den Platz für über 500.000 Euro baulich komplett umzugestalten, findet die Anwohnerin zu großspurig. Aber Pflanzkästen könnte sich Peters gut vorstellen. „Da würde ich auch etwas zu beitragen.“
Ähnlich sieht das Anne Kahn aus der Platensiedlung. Seit Jahren bepflanzt sie dort in Guerilla-Gardening-Manier alte Einkaufswagen mit Blumen. Auch sie ließe sich für Pflanzkästen – sogenannte Gabionen – neben der Bethlehemkirche begeistern.
Im Kreis stehend einigen sich die Ortsbeiratsmitglieder schließlich auf eine interfraktionelle Unterstützung des Projektes. Gerne auch mit Mitteln aus dem Ortsbeiratsbudget. Ein Teil der benötigten drei- bis viertausend Euro, so Rawas, könne vielleicht auch aus Töpfen des Frankfurter Programms „Aktive Nachbarschaft“ kommen. Hauptsache, der Kirchplatz werde wieder schöner. Noch vor Weihnachten möchten Inge Cromm (Bild) und Ortsvorsteher Friedrich Hesse (beide CDU) diese Unterstützung bei den zuständigen Ämtern kundtun.
Jan Jacob Hofmann freut sich. Mit seiner Frau Sybille Fuchs hat der Architekt das Projekt angestoßen. Den Anwesenden am FR-Stand schenkt er Sonnenblumensamen. „Der nächste Sommer“, so sagt eine Besucherin daraufhin lachend, der komme ja bestimmt.