Erleben Sie die Kuhwaldsiedlung in Bildern:
Eigentlich ist Kuhwald kein eigener Stadtteil, sondern gehört zu Bockenheim.
Kleine Straßen und meist ein- bis zwei- geschossigen Wohnhäuser mit eigenen Vorgärten prägen die Kuhwaldsiedlung.
Die typischen kleinen Siedlungshäuser, die in der Friedrich-Naumann-Straße das Bild prägen, sind ein Relikt aus vergangenen Zeiten.
Bei einem Streifzug durch die ruhigen Straßen der Kuhwaldsiedlung könnte man fast glauben, dass sich dort im Laufe der Jahrzehnte nicht viel geändert hat...
...doch um das Viertel herum ist eine andere, sehr große Welt entstanden...
...im Süden sind grüne Wiesen und die Gleise des alten Güterbahnhofs der Großbaustelle des Europaviertels gewichen...
...doch nirgends ist der Kontrast deutlicher als in der Philipp-Reis-Straße. Hier erhebt sich - von der Siedlung nur durch eine schmale Böschung getrennt - die überdimensionale Außenwand eines Messegebäudes.
Philipp-Reis-Straße: auf der einen Straßenseite stehen Mehr- und Einfamilienhäuser, auf der anderen Seite die Messegebäude.
Während Messezeiten mussten die Anwohner um ihre Parkplätze kämpfen...
...mittlerweile hat sich die Situation durch Zufahrtserlaubniskarten für die Anwohner etwas beruhigt.
Kontraste in der Kuhwaldsiedlung zwischen Funckstraße und Braunfelsstraße.
Um ihre Supermärkte kämpften die Kuhwälder so lange...
...bis Dilek Koc einen der beiden Läden übernahm und als Nahkauf weiterführte.
Züli's Haardesign ist der einzige Friseurladen in der Nachbarschaft.
So viel Grün wie im Kuhwald findet man auch aus der Vogelperspektive in kaum einem anderen Wohngebiet der Stadt. Zumindest nicht in derart zentraler Lage.
An der Ecke Philip-Reis-Straße und Am Dammgraben findet man eine weitläufige Rasenfläche zwischen den Häusern...
...sogar eine Kleingartenkolonie gibt es in der Kuhwaldsiedlung.
Die Kleingartenanlage in der Straße Am Dammgraben.
Hinter der Kleingartenanlage wächst ein Neubau in die Höhe.
Im Zentrum der Siedlung gibt es auch einen Spielplatz.
Am 31. Juli 1909 fand die erste planmäßige Landung eines Zeppelins auf dem damaligen Rebstöcker Feld statt. Ein Gedenkstein erinnert noch heute daran.
Die Apotheke in der Philipp-Fleck-Straße trägt den Namen der Siedlung: Kuhwald-Apotheke.
Die Odrellstraße in der Kuhwaldsiedlung.
Ein Haus in der Kuhwälder Wicker-Frosch-Straße.
Die Kuhwaldsiedlung zwischen Funckstraße und Braunfelsstraße.
Die Kuhwaldsiedlung zwischen Funckstraße und Braunfelsstraße.
Die Kuhwaldsiedlung zwischen Wicker-Frosch-Straße und Albert-Linel-Straße.
Die Kuhwaldsiedlung wurde in den 1920er Jahren nördlich des ehemaligen Güterbahnhofs gebaut.
Weitere Streifzüge durch Frankfurt
Sehen Sie weitere Frankfurter Stadtteile im Foto-Porträt.
Im Osten des Stadtteils befindet sich der alte Ortskern mit der ehemaligen Hauptstraße Alt-Heddernheim. Auf dem Bild zu sehen ist eine Gasse zwischen Nistergasse und Alt-Heddernheim.
Versteckt im alten Ortskern das Heddernheimer Schloss, das die Vergangenheit des Städtchens widerspiegelt: Ritter und adlige Herren prägten einst die Geschichte Heddernheims.
Vorgänger des Heddernheimer Schlosses war die Burg Philippseck, die 1584 erbaut und im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. 1740 entstand das heutige Schlösschen.
Alt-Heddernheim ist der alte Ortskern des Stadtteils...
...die Oranienstraße gehört ebenfalls...
...zum historischen Ortskern Heddernheims.
1968 eröffnete in Heddernheim das Nordwestzentrum - inzwischen ist es das größte Einkaufszentrum Deutschlands.
Seit das Nordwestzentrum die Marktmacht in der Gegend übernommen hat...
...merkt der Einzelhandel in der Heddernheimer Landstraße den Kundenrückgang.
Norbert Sieber braucht sich um seine Kunden dagegen nicht zu sorgen: er hat seine Nische gefunden. Er besitzt als einziger in der Gegend die speziellen Werkzeuge für die Reparatur antiker Uhren.
Doch nicht nur das Nordwestzentrum ist schuld an den Umsatzeinbußen: die Sanierung der maroden Nidda-Brücke und die damit einhergehenden umständlichen Umleitungen machten es dem Einzelhandel schwer.
Die Nidda-Brücke verbindet die Stadtteile Eschersheim und Heddernheim. Über Monate hinweg war sie ein Aufreger-Thema für die Menschen im Stadtteil.
Nach vielen Verzögerungen ist die Nidda-Brücke fertig saniert und wurde wieder für den Verkehr freigegeben.
Während der Fastnachtszeit ist Heddernheim, auch "Klaa Paris" genannt, die Feierhochburg des Rhein-Main-Gebiets...
...111 Fastnachtswagen werden auch 2012 wieder mit lautem Getöse durch die Heddenheimer Landstraße toben...
...der Umzug am Fastnachtsdienstag zieht jedes Jahr über 100.000 Besucher an.
Die "Gemaa-Bumb" (Gemeindepumpe) ist das Symbol der Heddernheimer Fastnacht. Eine Kopie der Pumpe fährt jedes Jahr zur Eröffnung des Umzuges voran.
Auf dem Karl-Perott-Platz, der freitags für den Wochenmarkt genutzt wird, steht zur Fastnacht die Tribüne der beiden großen Karnevalsvereine im Ort...
...seit dem Frühjahr 2011 ist der Karl-Perott-Platz gepflastert - die Frage, ob er dadurch schöner geworden ist, mag die Heddernheimer spalten...
...für den freitäglichen Wochenmarkt ist der Karl-Perott-Platz jedenfalls bestens geeignet.
1898 wurde die evangelische St.-Thomas-Kirche eingeweiht. 1944 wurde die Kirche von einer Brandbombe stark beschädigt...
...bis ins Jahr 1950 dauerte der Wiederaufbau der evangelischen Kirche.
Die katholische Kirche St. Peter und Paul wurde im Jahr 1899 geweiht. Ein Vorgängerbau aus dem Jahr 1840 war 1891 abgebrannt.
Am Kupferhammer steht eine Kindertagesstätte, deren künstlerischer Entwurf von Friedensreich Hundertwasser stammt. Sie wurde 1995 in Anwesenheit des Künstlers eröffnet.
Heddernheim liegt an der Nidda, einem Fluss, der im Vogelsberg entspringt und in Frankfurt in den Main mündet.
Die Gegend um die Nidda dient den Heddernheimern als Naherholungsgebiet.
Die Nidda mündet in Frankfurt-Nied an der Wörthspitze in den Main.
Das Momberger ist eine der letzten verbliebenen Ebbelwei-Wirtschaften in Alt-Heddernheim. Hier trifft man sich zum geselligen Beisammensein am Abend und tauscht Klatsch und Tratsch aus.
In Alt-Heddernheim steht auch das Restaurant "Speisekammer".
Der Schornstein der Müllverbrennungsanlage Nordwest ist weithin sichtbar und auffällig: er ist mit einem riesigen Drachenmotiv bemalt.
Heddernheim liegt im Nordwesten Frankfurts. Mit einer Fläche von nur etwa 250 Hektar ist der Stadtteil relativ klein. Am 1.10.1910 wurde der Ort Heddernheim eingemeindet und gehört seitdem zu Frankfurt.
Die Hauptverkehrsstraße Tannenkopfweg ist einspurig, doch der Verkehr fließt in beide Richtungen...
... die Enge der Straße sorgt immer wieder für Reibereien zwischen den Autofahrern.
Nur wenige Meter vom Tannenkopfweg entfernt beginnt der Goldsteinpark, der nach Norden und Westen hin vom Schwarzbach begrenzt wird.
Seit 1909 gehört das Parkgelände der Stadt Frankfurt, heute steht der Goldsteinpark unter Denkmalschutz.
Ein neuer Weg führt in den sechs Hektar großen Goldsteinpark mit seinen hügeligen Wiesen und alten Bäumen.
In der Gehry-Siedlung - benannt nach dem kanadischen Architekten Frank Gehry - in Goldstein-Süd reiht sich eine Häuserreihe an die nächste...
...die Häuser rund um die Straßburger Straße stammen aus den 1960er und 1970er Jahren.
Eine Lärmschutzwand soll die Siedlung Goldstein vor dem Krach der Autos auf der A5 schützen...
... doch der Lärm wird von den neugebauten Hotels in Niederrad über die Lärmschutzwände geworfen.
In einigen Gebieten in Goldstein ist es dadurch lauter, als in der Nähe der Autobahn.
Die Goldsteinstraße führt von Niederrad nach Goldstein hinein.
Das größte Sorgenkind in Goldstein ist die Henriette-Fürth-Straße an der Grenze zu Schwanheim.
Einst als Obdachlosensiedlung entstanden, gehören die Wohnungen in der Henriette-Fürth-Straße heute größtenteils der Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington...
... und die ist vielen Goldsteinern ein Dorn im Auge: Die Deutsche Annington kümmere sich nicht um die Bewohner, sagen sie.
Der Ortsbeirat fordert, den sozialen Brennpunkt in das Programm "Aktive Nachbarschaft" aufzunehmen.
Auf dem Goldsteiner Waldfriedhof ist oft der Gesang vieler Vögel zu hören...
... außerdem wird auf dem Waldfriedhof Goldstein die Waldweihnacht veranstaltet. Ein Lagerfeuer wärmt die Gäste bei klirrender Kälte...
... und ein Orchester sorgt für die passende weihnachtliche Musik.
Jedes Jahr wird die Goldsteiner Rosenkönigin gekrönt. Das Bild zeigt Larissa I., Rosenkönigin im Jahr 2009.
Im Bürgerhaus Haus Goldstein spielt sich das Goldsteiner Vereinsleben ab. „Sehr lebhaft durch die vielen jungen Leute“, sei das Vereinsleben, sagt Peter Meister, der Vorsitzende des Goldsteiner Vereinsrings.
Auf dem Gelände des ehemaligen Hofgutes Goldstein steht seit 1977 eine Altenwohnanlage
Die Straße Schwanheimer Ufer führt am Main entlang und verbindet Goldstein und Schwanheim miteinander.
Eine Fußgängerbrücke führt über die vierspurige Straße Schwanheimer Ufer.
Eine Fußgängerbrücke zwischen Main und Schwanheimer Ufer.
Zwischen Main und Schwanheimer Ufer lädt die Natur zum Spazierengehen ein.
Am Försterpfad in Goldstein haben Wildschweine den Rasen umgegraben.
Die Siedlung Goldstein liegt im Osten des Frankfurter Stadtteils Schwanheim und ist eigentlich kein eigener Stadtteil.
Das ehemalige Mühlendorf gehört seit 1910 zur Main-Metropole.
Lebten zur Zeit der Eingemeindung noch ungefähr 2050 Menschen in Hausen, hat sich die Zahl bis heute auf etwa 7100 Einwohnern mehr als verdoppelt.
Wie in manch anderen Frankfurter Stadtteilen ist auch in Hausen das frühere ländliche Flair noch zu spüren.
In den engen Sträßchen stehen die Häuser dicht beisammen und auf den ersten Blick scheint hier alles etwas verschlafen zu sein.
Die nördliche Grenze Hausens markiert die Nidda auf ihrem Weg in den Main.
Der Name des Flusses ist einer der ältesten Gewässerbezeichnungen Europas und soll indogermanischen Ursprungs sein.
Neben den Geheimnis ihres Namens, das Sprachwissenschaftler zum Teil lüften konnten, birgt die Nidda aber auch manch andere Überraschung: Von Fernsehern...
...über Schmuck, Ausweise und Kreditkarten bis hin zu Waffen.
Im Nordosten von Hausen an der Grenze zu Ginnheim liegt der Volkspark Niddatal. Bürger engagieren sich für seine Verschönerung...
...und kritisieren die Rodungen entlang der Nidda.
Über Frankfurts Stadtgrenzen hinaus bekannt ist die "Brotfabrik". Bis Anfang der 70er Jahre wird hier noch Brot gebacken und täglich verlassen Unmengen an Backwaren die Fabrik.
Seit Anfang der 1980er Jahre wird die Brotfabrik als Kulturzentrum genutzt.
Vom Musik über Theater, bis hin zu integrativer Körpertherapie - in der Brotfabrik finden die Besucher ein breites Spektrum an kultureller Aktivität.
Seit 2011 leitet Martina Birkelbach die Fabrik, die ihrer Meinung nach zu wenig von den Hausenern gewürdigt wird. Die meisten Besucher kommen aus Frankfurt und Umgebung.
Wenn schon nicht in der Brotfabrik, tummeln sich die Hausener im Sommer dagegen in ihrem Freibad.
Längere Zeit wurde es saniert...
...und ist seit April 2011 fertig und mit einer großen Sause eingeweiht worden.
Für viele Hausener ist der Name "Fischstein" mit einem großen Ärgernis verbunden: Um die Haltestelle der U6 (hier ein Bild von 2003) herum...
...wurde über zwei Jahre fleißig gebaut.
Mehrere Male verzögert sich der Bau; erst Ende 2011 ist endlich Ruhe.
Eine Baustelle am Fischstein besteht allerdings immer noch...
...Am Kreisel der Ludwig-Landmann-Straße baut die muslimische Fatima-Gemeinde ihre Moschee.
Das islamische Gotteshaus befindet sich in Sichtweite mit einem anderen kirchlichen Bau...
...der russisch-orthodoxen Kirche St. Nikolaus.
Die Arbeiten an der Moschee sind in Verzug. Nach wie vor ist die Finanzierung des Gebäudes nicht gesichert und es gibt Probleme mit dem Bau der Tiefgarage.
Noch vor der Grundsteinlegung im Juni 2009 hat die geplante Moschee der Fatima-Gemeinde für Diskussionen gesorgt.
Eine Bürgerinitiative aus Hausen hatte bereits 2007 gegen den Bau demonstriert.
Für die rechte Szene war der Bau ein gefundenes Fressen, um gegen eine "Überfremdung" Hausens zu demonstrieren.
Schon 2007 macht Hausen durch einen NPD-Aufmarsch bundesweit Schlagzeilen, als eine ursprünglich für die Innenstadt angemeldete Demonstration durch den Stadtteil geleitet wurde.
Allerdings machen viele Hausener damals deutlich, dass sie die Rechten nicht in ihrem Stadtteil dulden wollen.
Schon in den 1980er Jahren zeigen die Hausen, dass sie demonstrieren können: Sie protestieren...
...gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa.
Im Oktober 1983 blockieren Mitglieder der Grünen, darunter auch Joschka Fischer (rechts neben dem Schild "No Nukes"), ein US-Militärgelände in Hausen.
Willkommen in Hausen, Frankfurts nordwestlichem Stadtteil.
Entlang der Hügelstraße quält sich jeden Feierabend der stadtauswärts strömende Verkehr Richtung Bad Homburg. Und vor allem liegt die nach diesem Stadtteil Frankfurts bezeichnete...
...Landstraße im Quartier, die als tiefe Wunde im Körper der Stadt gilt. Die Trennung, die Zerschneidung des Viertels durch die Gleise der U-Bahn ist für die meisten Anwohner schlimm - und bereits ein Thema, seit...
...die U-Bahn in den 60er Jahren begonnen wurde zu bauen. Ein Tunnel, der die Züge unter die Erde verbannt, ist für viele Bewohner eine Lösung, wird aber immer als zu teuer abgelehnt: Geschätzte 300 Millionen Euro würde das kosten.
Manche nennen die Eschersheimer Landstraße auch Todesstrecke. Denn immer wieder kommt es zu Unfällen...
...an denen manchmal auch die U-Bahn beteiligt ist.
Vom Weißen Stein aus bis weit in den Dornbusch hinein ist an der von Autos zweispurig in jede Richtung und von den U-Bahnen genutzten Eschersheimer kaum ein Durchkommen....
...und doch ist Eschersheim ganz anders. Leben die meisten Menschen gern in diesem Stadtteil, der genau richtig entfernt von der City ist, ein bisschen Grün zu bieten hat...
...und in dem sich gleich nach der Hügelstraße eine vom Anfang des vorigen Jahrhunderts geprägten Welt auftut. Dort eben, wo sich in den Parallelstraßen zur Eschersheimer nur selten Pendler auf der Suche nach einem Parkplatz verirren.
Das ehemalige Taunusdorf gehört seit seiner Eingemeindung 1910 zu Frankfurt....
... ab den 20er Jahren entstanden die nach Baumeister Walter Gropius entworfenen Siedlungshäuser am Lindenbaum und nahe dem Wasserturm. In den 50er Jahren wächst der Stadtteil ...
...mit der Anne-Frank-Siedlung weiter. Die meisten neuen Wohnungen entstanden durch Wohnungsbaugesellschaften...
...und die Bundesbank baute für ihre Mitarbeiter Mehrfamilienhäusern.
Zum Abschluss gelangt diese Entwicklung erst heute: Die letzten Käufer moderner, zumeist in warmen, satt wirkenden Farben gehaltenen Reihenbauten sind in der Straße Im Geeren zum Frankfurter Berg hin erst vor wenigen Jahren eingezogen.
Weit über seine Stadtteilgrenzen hinaus bekannt ist das Quartier auch wegen der Batschkapp.
Es war 1976 als Spontis die Batschkapp gründeten. Als angegammelte Gegenkultur zur durchgestylten Bankenstadt. Auch Jahrzehnte später ist es immer noch voll im Club. Ob drinnen oder draußen.
Nicht so schön ist die Brücke über die Gleise in der Nähe der Batschkapp. Da mögen auch die Eschersheimer nachts nicht so gerne drüber gehen.
Vielen Eschersheimern macht auch die Nahversorgung Sorgen. Am Lindenbaum gibt's keinen Supermarkt mehr, in der Kirchhainer Straße ist der Rewe weg...
...und noch ist's auf den Niddawiesen ruhig, aber das könnte sich ändern, wenn die Main-Weser Bahn auf vier statt wie bisher auf zwei Gleisen rollt.
Bürger befürchten, dass die Bahn vorgebe mehr S-Bahnen fahren zu lassen, aber in Wirklichkeit klammheimlich den Güterverkehr steigern will. Örtliche Bürgerinitiativen kämpfen daher gegen den Ausbau.
Einen Ausbau hinter sich hat aber schon die Ziehenschule. Ende 2011 bekam das Gymnasium einen Anbau - rundherum ist aber noch Baustelle: Bis 2015 sollen ein weiterer Bau und das Grün fertig sein.
Auch an der Fried-Lübbecke-Schule wird gebaut, um die Erweiterte Schulische Betreuung unterzubringen...
...deshalb stehen auf dem Gelände der Grundschule nun erstmal Container. Und wegen der Container fehlt der Platz...
...für das Eschersheimer Wochenende. Das Fest steigt seit vielen Jahren auf dem Gelände der Schule und lockt die Eschersheimer in Scharen an. 2012 ist als Ersatzstandort die Ludwig-Richter-Schule angedacht. Das Eschersheimer Wochenende findet alle zwei Jahre statt, ein Highlight auf der traditionellen Feier ist die Wahl der Lindenkönigin - Namenspatronin war...
...die uralte Linde, das Wahrzeichen des Stadtteils. Der mehr als 300 Jahre alte Baum an der Eschersheimer Landstraße steht unter Naturdenkmalschutz.
Wenn es irgendwo in der Stadt böllert, dann sind die Eschersheimer nicht fern. Denn der 1. Frankfurter Böllerschützenverein vom Schützenverein Eschersheim hat auf schon fast jeder Kerb mal Schüsse abgegeben.
Ausgezeichnet sind die Eschersheimer auch was ihre Sportanlage angeht. Denn das Sportamt prämierte die Anlage des FV Eschersheim vor drei Jahren in der Kategorie "Tennen- und Rasenplätze" als beste Sportanlage, die von Vereinen betreut wird.
Monatelang wurde das Eschersheimer Freibad saniert, 2010 war es dann fertig. Dass es in Eschersheim überhaupt ein Schwimmbad gibt, haben wir Arthur Pöhlmann zu verdanken. Der SPD-Politiker setzte sich Ende der 60er Jahre in der Stadtverordnetenversammlung wieder und wieder dafür ein. 1970 konnte er auch den damaligen Oberbürgermeister Walter Möller von seiner Idee überzeugen. Das Schwimmbad wurde gebaut. Bei der Eröffnung schwammen Möller und der damalige Sozialdezernent Peter Rhein gemeinsam in dem Bad.
Einst floss die Nidda durchs Schwimmbecken...
...und lange Zeit plätscherte der Fluss auch unter der alten Niddabrücke zwischen Heddernheim und Eschersheim hindurch. Doch die war so marode, dass sie...
..2011 komplett neu gemacht werden musste. Allerdings hatten sich die Arbeiten an der für die Verbindung der beiden benachbarten Stadtteile wichtigen Brücke monatelang verzögert, und die Bewohner waren davon ziemlich genervt.
Zum Schluss waren aber alle froh, mussten doch Autofahrer nun nicht mehr den Umweg über die Maybachbrücke nehmen, um den benachbarten Stadtteil zu erreichen.
Der Weißer-Stein-Brunnen entstand Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Der Unternehmer, Stadtverordnete und engagierte Bürger Gottfried Kleinschmidt stiftete 1910 Brunnen samt der Statue Herkules. Als Andenken an die gefallenen Eschersheimer im Deutsch-Französischen Krieg 1870 - 1871.
Doch 1945 verschwand die Statue plötzlich. Vermutlich mit dem Ziel, sie einzuschmelzen, wie das damals im Krieg üblich war, um Material für Rüstung und Waffen zu bekommen. Ob das tatsächlich passierte, weiß keiner.
Als in den 60er Jahren die U-Bahn gebaut wurde, verlagerte die Stadt den Brunnen an den Platz "Am Weißen Stein". Erst 2009 ließ der Ortsbeirat 9 die Statue rekonstruieren und die Replik wieder auf den Brunnen stellen.
Nun schaut Herkules zwar wieder auf die Eschersheimer Landstraße, deren Probleme kann aber auch er nicht lösen. Nicht den Streit, ob die U-Bahn unter oder über die Erde gehört, nicht die Probleme am Wegesrand: baumlose Gehwege, von hässlichen Zäunen unterbrochen. Aber da Eschersheim ja mehr ist als nur die Landstraße, ist der Stadtteil für viele Bewohner eine tolle Ecke.
Eschersheim, da ist sich jeder sicher, Eschersheim das heißt eigentlich: Ein Leben an Verkehrsachsen.
...dann bekommen sie zu spüren, dass um sie herum in den vergangenen Jahren manches Reihenhaus und...
...manche Gewerbehalle entstanden ist.
Früher konnte der Kalbacher noch locker auf die Bankentürme in der Innenstadt schauen, heute bleibt der Blick oft an den Neubauten des Riedbergs hängen - der genau genommen auch zu Kalbach gehört.
Und irgendwie nervt das den Kalbacher auch ein bisschen, inzwischen als Stadtteil fast nur noch auf den Riedberg reduziert zu werden. Denn schließlich liegt das wahre Kalbach...
...rund um Hauptstraße und Talstraße. Dort lässt sich's gut leben...
...auch wenn nicht mehr alles so wie früher ist. Gab es vor einigen Jahren noch 36 Milchviehbetriebe, so gibt es heute im Ort nur noch drei Rinder. Von den vielen Bauern sind auch nur noch zwei geblieben, die den Beruf voll ausüben...
...und die ärgern sich dann, wenn die Neubewohner aus dem so nahe gerückten Riedberg querfeldein über ihre Felder joggen.
Auch anderes ändert sich in Kalbach - nicht immer zur Freude der Bewohner. Im Ort mangelt es inzwischen an Einkaufsmöglichkeiten. Es gibt nur einen kleinen Supermarkt, für größere Einkäufe muss ins Auto oder in den Bus gestiegen werden.
Neben den Restaurants "Zum Kuhstall" und "Di Biase" existiert nur noch eine letzte Dorfkneipe im Ortskern, die Gaststätte "Zur Linde". Das Leben verlagere sich eben immer mehr in die Innenstadt, sagen die Kalbacher. Vor allem die jungen Leute würden in der City und in der Nordweststadt nach Shopping- und Ausgehmöglichkeiten suchen.
Aus Kalbach in die Innenstadt zu kommen, ist schließlich auch ein leichtes. Fährt doch die U-Bahn direkt in die City. Die Kalbacher schätzen sehr, dass sie in 20 Minuten an der Hauptwache sind. Oder in zehn Minuten in Bad Homburg...
...auch wenn der unbeschrankte Bahnübergang auf der Strecke den Kalbachern ein Dorn im Auge ist. Sie fordern immer wieder mehr Sicherheit an der Stelle.
Der unbeschrankte Bahnübergang ist nicht das einzige Verkehrsthema, das die Kalbacher beschäftigt. Auch die 2005 geschlossene Anschlussstelle Kalbach an der A661: Durch den Umweg zur Autobahnauffahrt Nieder-Eschbach ist die Straße "Am Martinszehnten" überlastet, ärgern sich die Kalbacher - und kämpfen für eine Wiedereröffnung.
Heute leben 5041 Menschen in Kalbach. Und auch wenn es beim Bauen vornehmlich um den Riedberg im Stadtteil geht, so wird auch im alten Kalbach einiges getan...
...So wird die Zehntscheune von etwa 1663 - das älteste Gebäude im Stadtteil - gerade restauriert...
...und zu einem Wohnhaus umgebaut.
Auch die Kalbacher Grundschule, mitten im Herzen des Stadtteils, wird momentan saniert und bekommt einen Anbau. Bis im Frühjahr 2012 alles fertig ist, müssen die Schulkinder...
...in Containern lernen. Und wenn die Schüler dann ausziehen, ziehen die Kindergartenkinder ein. Denn die Kita Krambambuli wird ebenfalls erweitert und umgebaut.
Das Kalbacher Rathaus hat seine Sanierung schon hinter sich. 2006 wurde das spätklassizistische Gebäude aus dem Jahr 1828 komplett restauriert.
Heute befindet sich neben der Kinderbücherei und einer Außenstelle des Bürgeramtes auch die Sammlung zur Siedlungsgeschichte des Dorfes im alten Rathaus.
Und die bewegte Geschichte des Stadtteils lässt sich noch heute an seinem Wappen ablesen. Denn das kleine Dorf ist im Lauf der Zeit durch viele Hände gegangen. Einige der Herrscher haben ihre Spuren auch im Wappen hinterlassen.
Zwischen dem Jahr 1000 und der Übernahme durch die Mainzer ging Kalbach durch die Hände verschiedener Herren: derer von Nürings, von Münzenberg, Falkenstein und 1418 dann die Herren von Eppstein. Die Eppsteiner Sparren finden sich in der rechten oberen Ecke des Wappens.
Das Mainzer Rad in der linken oberen Ecke weist darauf hin, dass Kalbach 1581 Teil des Erzbistums Mainz wurde.
Das Feld rechts unten gehört den Kalbachern selbst: Ein K auf schwarzem Grund. Das ist heute auch das offizielle Wappen von Kalbach. Es wurde 1966 eingeführt.
Links unten ist das Fuldaer Kreuz zu sehen. Das Kloster Fulda besaß Grundstücke in Kalbach, die es von wohlhabenden Kalbacher Bürgern geschenkt bekommen hatte. Nach Fulda unterwegs war auch der Leichenzug des heiligen Bonifatius, der im Jahr 754 in der Nähe von Kalbach rastete...
Der Sage nach entsprang an dieser Stelle dann eine Quelle. Heute steht dort der Bonifatiusbrunnen.
Am höchsten Punkt des alten Dorfkerns steht die katholische Pfarrkirche St. Laurentius. 1730 begannen die Bauarbeiten, am 11. August 1765 weihte der Mainzer Weihbischof Christoph Nebel das barocke Gotteshaus schließlich ein.
Aber Kalbach hat nicht nur einen idyllischen Ortskern...
...und verträumte Gärtchen zu bieten...
...auch das Sport- und Freizeitzentrum gehört zum Stadtteil. Dort finden alle Nase lang Wettkämpfe und Meisterschaften statt...
...die Deutschen Meisterschaften im Trampolinspringen...
...die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Kendo...
...der Deutsche Bouldercup...
...das Kinderturnfest. In der Mehrzweckhalle ist eigentlich immer volles Haus.
Wenn es den Kalbacher mal nicht in die Halle zieht, dann vielleicht in den Stadtpark. Den hat das Dorf 1972 zur Eingemeindung von der Stadt Frankfurt geschenkt bekommen.
Oder der Kalbacher geht zum Alten Flugplatz - an den der Frankfurter üblicherweise den Zusatz "Bonames" dranhängt. Dabei ist der größte Teil dieses alten US-Hubschrauberlandeplatzes auf Kalbacher Gemarkung....
...Die Stadt kaufte das Gelände nach dem Wegzug der US-Amerikaner und seitdem darf sich die Natur den Platz zurückerobern - und ist ein beliebtes Ausflugsziel für alle Frankfurter.
Grün ist es auch auf dem 9-Loch-Golfplatz des Stadtteils...
...und eine Reithalle gibt es auch. Das Kinderförderzentrum bietet dort therapeutisches Reiten an.
Für Kinder gibt es vor allem ein Highlight in Kalbach: Einmal im Jahr findet in der alten Turnhalle die Kinderbuchmesse Klapperschlange statt....
...Jedes Jahr im Herbst verleiht eine Kinderjury im Rahmen der Kinderbuchmesse des Kalbacher Kindervereins den überregional bekannten Literaturpreis. Elke Heidenreich, Kirsten Boie und Cornelia Funke haben sie schon bekommen, die Kalbacher Klapperschlange.
Aber auch das ganze Jahr über hat der Kalbacher Nachwuchs eine Anlaufstelle: Im neuen - inzwischen fertig gestellten - Kinder- und Jugendhaus trifft sich die Jugend.
Nur ein paar Meter hinter dem Gelände des Jugendhauses beginnt das Kalbacher Gewerbegebiet "Am Martinszehnten". Auf rund 90 Hektar haben sich seit 2002 zahlreiche Unternehmen angesiedelt. Ein Technik-Dienstgebäude der Bundesbank befindet sich derzeit noch im Bau...
...das Frankfurter Frischezentrum, der Nachfolger der ehemaligen Großmarkthalle aus dem Ostend, gehört seit 2004 dazu.
Rund 120 Lebensmittelgroßhändler verkaufen im Frischezentrum Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch und Molkereiprodukte.
Der Tag beginnt gegen Mitternacht, wenn die ersten Zulieferer kommen...
...ab neun Uhr ist der Trubel im Frischezentrum vorbei. Dann ist das Feierabendbier angesagt.
Und dieses Gewerbegebiet, das sein Gegenüber auf der anderen Seite der Autobahn in Nieder-Eschbach findet, hat noch viele Flächen zu bieten. Kalbach ist eben nur ein anderes Wort für Wachstum.
Kalbach ist eigentlich nur ein anderer Name für Wachstum. Zumindest empfinden das die alten Kalbacher nicht selten so. Bei jedem Schritt vor die Tür nämlich. Dann erfahren sie, dass ihr altes Kalbach nicht mehr ein Dorf am Stadtrand von Frankfurt ist, das die Großstädter 1972 im Zuge der letzten großen Eingemeindungswelle eingemeindet haben...
Denn irgendwie ist Frankfurt und der ganze Rest manchmal ganz schön weit weg von Nied. Das merkt man schon an Gesprächen im Bus: " Ei, wie?" - " Ei, es muss. Haste schon geheert, de Erna ihrn Kall ist gestorbe." - " Un wann is die Beisetzung?" - " Der wird in de Heimat beerdigt, der war ja fremd hier." - " Ei, von wo kam er dann?" - " Aus Bornheim."
Aber die geographische Lage lässt die Nieder tatsächlich manchmal wie auf einer einsamen Insel fühlen: Wenn sich die Schranke an der Oeserstraße wie eine Guillotine herabsenkt, dann ist Nied praktisch abgeriegelt. Oben die Nidda, unten der Main, links die S-Bahn - die Nied wie ein befestigter Grenzwall durchschneidet - und rechts die A 5. Sicher, ein Nadelöhr gibt es immer, das zum Beispiel nach Griesheim fliehen lässt - aber wozu fliehen? Denn...
...just in jenen Gebieten der Stadt, in denen der Außenstehende zunächst nichts Besonderes erwartet, erlebt er eine Überraschung. So ist es auch in Nied. Wie ein Tor zu einer anderen Welt ist der enge Durchgang, durch den man in die Eisenbahner-Siedlung hineinläuft...
...es scheint, als habe die Zeit hier stillgestanden, als habe sich nur einige wenige Kilometer von der Innenstadt ein nach den Plänen von Astrid Lindgren geschaffenes Dorf erhalten: solide gebaute Häuser mit bunt gestrichenen Holzfensterläden,...
...gepflegte und weitläufige Gärten...
...und kleine Terrassen.
Erbaut wurde die Eisenbahnersiedlung zwischen 1919 und 1933, entworfen von den Architekten Schelling & Zweifel. In ihr wohnten die Arbeiter der 1918 gegründeten " Königlich-Preußischen Lokomotivhauptwerkstätte" .
Hufeisenförmig angelegt, besteht sie aus einfachen anderthalb- bis zweistöckigen Reihenhäusern, in denen je vier Familien wohnten. Die ersten Straßennamen " Grüner Winkel" und " Roter Hof" (heute Faulbrunnenweg) nahmen die Farbgebung der Häuser auf.
An die Eisenbahnersiedlung schließt der Niedwald an - eine Hartholzaue. Dort gibt es keine Nadelbäume, nur Eschen, Hainbuchen und Kirschen. Und den Selzerbrunnen: Ein Mineralbrunnen, dessen Wasser zwar trinkbar ist, jedoch einen hohen Anteil Schwefelwasserstoff enthält - und wo der Vater die Kinder gerne verblüfft, indem er mit einem Streichholz das schwefelhaltige Wasser anzündet.
Und dann sind da noch die Nidda und ihre Altarme, die auch ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Nieder sind.
Das hört sich alles ganz beschaulich an - ruhig ist es deswegen im Stadtteil noch lange nicht. Zwar kämpften Bürger erfolgreich dafür, dass nicht mehr alle Autos von der Mainzer Landstraße kommend durch Alt-Nied fahren müssen,...
...aber noch immer schlängeln sich alleine drei Buslinien Tag für Tag durch die enge Straße. An ein reges Geschäftsleben ist da nicht zu denken.
Ständig eröffnen in der Straße "Alt-Nied" Geschäfte - und schließen auch wieder. Oder bleiben ganz leer stehen. Dort, wo es im alten Ortskern früher noch so manches Fachgeschäft gegeben hat, trifft man heute auf vernagelte Schaufenster oder Handy-Läden. Neue Geschäfte haben so kaum eine Chance. Die Straße wurde zwar ins Programm "Schöneres Frankfurt" aufgenommen - steht dort aber auf Platz 32. Für viele Nieder ist das unverständlich.
Und auf ein Verschwinden des beschrankten Bahnübergangs an der Oeserstraße warten die Anwohner schon seit drei Jahren. Knapp 200 Züge rollen täglich über die Schienen und zwingen die Autofahrer bis zu 20 Minuten zu warten. Der Motorenlärm dabei nervt die Bewohner.
Es wird aber auch kräftig gebaut in Nied. Im Neubaugebiet am Wilhelm-Koppel-Weg zum Beispiel. Und wie hier am Ferdinand-Scholling-Ring. Viele neue Häuser sind auf dem ehemaligen Lok-Ausbesserungswerk, das 1967 geschlossen wurde, entstanden.
Lange Zeit haben sich die Nieder auch über demolierte und kaputte Anzeigetafeln an der S-Bahnstation geärgert. Sie dienten oft als Zielscheibe für Schottersteine. Inzwischen ist dieser Mangel aber behoben...
...und auch der Zugang zum Bahnsteig wurde vor einigen Jahren mit Malereien von Kindern aus dem Stadtteil verschönert.
Überhaupt sind die Nieder sehr engagiert in ihrem Stadtteil. Es gibt ein reges Vereinsleben. Der Vereinsring mit seinen 47 Mitgliedern richtet ein Stadtteilfest aus...
...und will mit Texttafeln an wichtigen Gebäuden die schönen Seiten des Stadtteils herausstreichen.
Außerdem holte der Vereinsring das Uhrwerk aus dem Jahr 1908 der ehemaligen Turmuhr der Christuskirche wieder nach Nied. Rund 7000 Euro hatte die aufwendige Restaurierung gekostet. 4300 Euro waren an Spendengeld zusammen gekommen. Den Rest bezahlte der Vereinsring.
Die Vereine nutzen vor allem gerne das Saalbau Nied für ihre Veranstaltungen, das 2011 nach eineinhalb Jahren Renovierung vor allem eine neue Technik bekam: Photovoltaikanlage, neue Sanitäranlagen, automatisch öffnende Türen.
Das gesamte Gebäude war bis auf das Gerippe entkernt und komplett renoviert worden. 4,5 Millionen Euro hat der Umbau des Saalbau Nied gekostet.
Vereinsleben und -treiben wird in Nied groß geschrieben. Ob beim Tag der offenen Tür des Tierschutzvereins, der eine Anlage für Katzen in Nied betreibt...
... oder bei der SG Nied, die einen Boxcup ausrichtet. Der Wettkampf wird in der...
...Niddahalle ausgetragen. Die ist gerade zum Teil ganz frisch saniert - hat eine neue Fensterfront und ein neu gedämmtes Dach erhalten. In der Niddahalle...
...treffen auch Jugendliche aus ganz Deutschland zum jährlichen Handballturnier, dem Niddacup, zusammen.
Und dann gibt es in Nied auch noch den Heimat- und Geschichtsverein mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Lampe, der...
...die Geschichte des Stadtteils mit Ausstellungen wachhalten möchte...
...schließlich ist Nied in vielerlei Hinsicht ein historischer Stadtteil. Hier wurden jungsteinzeitliche Siedlungen um 3000 vor Christus entdeckt, die keltische Besiedlung bis 800 vor Christus nachgewiesen und in Nied besetzten die Römer rund 350 Jahre lang das germanische Reich, ehe sie von den Alemannen vertrieben wurden. Im Museum des Heimat- und Geschichtsvereins stehen auch zwei komplett nachtgebaute Straßenzüge des Ortskerns: So sah Nied in den Jahren 1895 und 1985 aus.
Noch 1854 zählte Nied gerade 625 Einwohner. Von denen arbeiteten gerade ein Fünftel als Tagelöhner, die Übrigen hielten sich als Bauern und Fischer über Wasser.
Als Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1909 zweimal durch Nied fuhr – er war auf dem Weg zum Frankfurter Sängerfest – blickte er auf ein ockerfarbenes Nieder Rathaus. Dank...
...einer Komplettsanierung im Jahr 2008 sieht das 1840 erbaute Rathaus heute fast wieder so aus wie vor hundert Jahren. Kostenpunkt: 250.000 Euro. Im Jahr 1910 war es sogar erweitert worden. „Das hebt die Selbstständigkeit der Nieder Gemeinde hervor“, findet Wolfgang Lampe, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins. Vor der Renovierung war die Hälfte der Frontseite von Efeu überdeckt und gelblich angestrichen. Das Rathaus wird mittlerweile als Polizeiposten genutzt.
Zur Historie des Stadtteils gehört natürlich auch die alte Eisenbahnbrücke. Der Sandsteinbau aus dem 19. Jahrhundert musste vor allem schwere Dampflokomotiven aushalten. Denn die 50 Meter lange Brücke war Teil der so genannten Taunusbahn, die 1839 als erste Eisenbahnlinie innerhalb des heutigen Hessens und als neunte in Deutschland in Betrieb ging. Heute steht die Brücke unter Denkmalschutz. Doch die Nieder...
...sind vor allem stolz auf die historische Begebenheit auf einer anderen Brücke: Über die Nieder Brücke ist einstmals Napoleon geritten.
Und manchmal mutiert der ansonsten doch eher beschauliche Stadtteil Nied am Wochenende zum Schauplatz der High Society - und zwar immer dann, wenn der Polo Gold Cup auf dem Georgshof angesagt ist.
Über Nied gibt es kein trendiges Zeitgeist-Magazin, und schon der Sachsenhäuser stolpert über die Postleitzahl: 65934 - das muss ja wohl irgendwo bei Wiesbaden sein. Ist natürlich nicht so, schließlich gehört der Stadtteil zwischen Main und Nidda bereits seit mehr als 80 Jahren zu Frankfurt. Jedenfalls ein bisschen.
22.944 Menschen leben hier, 35 Prozent von ihnen sind Ausländer und weitere 20 Prozent haben einen Migrationshintergrund.
Griesheims Wurzeln reichen lange zurück: Schon im 9. Jahrhundert wird es erstmals, als Groezesheim erwähnt.
In Kriegszeiten finden die Griesheimer schon im 15. Jahrhundert hinter Frankfurts Stadtmauern Schutz, doch dauert es Jahrhunderte, bis Griesheim schließlich am 1. April 1928 eingemeindet wird.
Der Stadtteil ist dreigeteilt: Im Norden trennt die Mainzer Landstraße den Mittelteil Griesheims von Griesheim-Nord...
...im Süden sind es die Eisenbahnschienen, die den südlichen Teil von Griesheims Mitte abgrenzen.
Der südliche Teil, das sogenannte Alt-Griesheim, ist idyllisch am Main gelegen. Hier finden sich die ältesten Häuser Griesheims und es gibt viele kleine Geschäfte.
Die Griesheimer Staustufe mit ihren Schleusen lockt bei schönem Wetter viele Betrachter an.
Durch die Staustufe fahren täglich um die 60 Schiffe und sorgen für ein große Spektakel, ...
...das Spaziergänger von dem 300 Meter langen Stahlsteg aus begutachten können.
Ebenfalls am Main liegt das markante Gesicht Griesheims: Der Industriepark.
Schon 1856 wird hier die erste Chemiefabrik errichtet. Viele weitere sollten folgen.
Das wichtigste Unternehmen des Industrieparks ist Messer Griesheim, das heute unter dem Namen "Messergroup" bekannt ist.
Neben der Messergroup haben sich im Industriepark andere große Unternehmen angesiedelt...
...seit neuestem auch die Deutsche Bahn. Ein Betriebswerk samt ICE-Wartungshalle wird im Mai 2011 eingeweiht.
Fast genauso bekannt wie der Industriepark, allerdings aus einem ganz anderen Grund, ist die Stroofstraße.
Sie wurde maßgeblich von den Chemieunternehmen des Industrieparks mitgestaltet und gilt jahrelang als eine der kaputtesten Straßen Hessens.
Stadt und Industriewerke konnten sich nicht einigen, wer die Kosten für die Sanierung der Stroofstraße übernimmt - die Folgen: Ein Flickenteppich, der Seinesgleichen sucht. Mittlerweile ist die Straße allerdings grundsaniert.
Neben dem Industrieparkt bietet Griesheims Mainufer jedes Jahr Raum für ein ganz besonderes Spektakel...
...im Sommer verwandelt sich das Ufer in eine große Festmeile. Für alle Griesheimer Vereine ist das Mainuferfest eine Pflichtveranstaltung.
Bands und Spiele aller Art bieten Unterhaltung für Groß und Klein. In diesem Jahr fand das Fest bereits zum 24. Mal statt.
Im Gegensatz zum Mainufer gehört der Griesheimer Bahnhof nicht gerade zu den Aushängeschildern des Stadtteils.
Die Unterführungen sind trotz vieler entgegenwirkender Versuche verdreckt und stellen ein großes Problem für ältere Anwohner oder Menschen mit Behinderung dar.
Ein beliebtes Thema an Griesheimer Stammtischen ist das Bahnhofsgebäude. Seitdem die Stadt es verkauft hat, gibt es immer wieder Streit mit dem neuen Besitzer.
Nördlich des Bahnhofes liegt der Mittelteil Griesheims. In den 90er Jahren macht er als sozialer Brennpunkt auf sich aufmerksam.
In dieser Zeit kommt es zu vielen tödlichen Übergriffen - die Polizei ist Dauergast in Griesheims Mitte.
Doch der Stadtteil hat seitdem einiges getan. Zahlreiche soziale Einrichtungen helfen die Entstehung eines Ghettos zu verhindern. (Im Bild: Quartiersmanager Volker Rapp )
Ein besonderes Highlight im Mittelteil des Viertels ist die Bibliothek im Bürgerhaus. Tausende Griesheimer leihen sich dort Bücher, Hörbücher und Filme aus. Ein ständiger Bücherflohmarkt bietet zudem die Möglichkeit, Lesestoff günstig zu ergattern.
Im mittleren Teil Griesheims befindet sich auch ein großes Gewerbegebiet.
Es lockt nicht nur Griesheimer, sondern auch viele Frankfurter aus benachbarten Vierteln zum Einkaufen an.
Griesheim-Nord wird maßgeblich von Vereinen und Kirchengemeinden geprägt. Zu finden sind dort auch drei Moscheen, wie hier die neue Bilal-Moschee in der Froschhäuser Straße. Aus Kostengründen konnte sie bis heute nicht fertiggestellt werden.
Ankunft in Griesheim, Frankfurts Multikulti-Stadtteil im Südwesten der Main-Metropole.
Vor mehr als 120 Jahren wurde der Frankfurter Hauptbahnhof eröffnet - und auf den ehemaligen Gleisanlagen zu den alten Westbahnhöfen, die nun nicht mehr gebraucht wurden, wuchs ein Stadtviertel empor: das Bahnhofsviertel.
Jetzt könnte man meinen, dass der Hauptbahnhof zum Stadtteil Bahnhofsviertel gehört - aber so einfach sind die Dinge in Frankfurt ja nie. Schließlich steht auch der "Ginnheimer Spargel" in Bockenheim, das "Funkhaus am Dornbusch" vom HR im Nordend, das "Bürgerhaus Bornheim" im Ostend. Der Frankfurter Unlogik folgend, gehört daher der Hauptbahnhof nicht zum Bahnhofsviertel, sondern zum Gallus.
Das Bahnhofsviertel ist Frankfurts kleinster Stadtteil, wenn man den Flughafen nicht mitzählt. Gerade einmal etwas mehr als 2000 Menschen leben zwischen Gallusanlage (Im Vordergrund), Mainzer Landstraße, Untermainkai und Hauptbahnhof (im Hintergrund). Und zwischen Bankentürmen, Laufhäusern und alten Gründerzeitbauten.
Das Quartier ist ein Milieu der Kontraste, das beginnt schon bei der Bebauung. Viele Häuser der Jahrhundertwende werden inzwischen aufwendig wieder hergerichtet, aber auch die Hochhäuser müssen saniert werden. In den Silver Tower der Dresdner Bank zieht 2012 die Deutsche Bahn ein.
Fast zwei Jahren lange wurde das Hochhaus dafür Etage für Etage saniert, was zeitweilig besondere Einblicke ermöglichte. Mit dem neuen Sitz der Bahn haben sich die Pläne für den "Campanile" am Hauptbahnhof wohl endgültig erledigt. Zumindest die Bahn wird nicht noch ein Hochhaus brauchen.
Die Stadt will wieder mehr Bewohner ins Bahnhofsviertel lotsen, sie fördert deshalb die Sanierung von Altbauten wie hier in der Weserstraße, Die Kundschaft ist allerdings eine andere als früher, zahlungskräftiger, anspruchsvoller. Im Viertel treibt das die Gentrifizierung voran.
Aus diesem Gründerzeithaus in der Moselstraße, in dem auch das Lokal "Moulin Rouge" untergebracht ist, wurde etwa mit Millionenaufwand ein Schmuckstück. Noch vor ein paar Jahren war das Haus mitten im Rotlichtbezirk vom Verfall gezeichnet.
Die alten Fassaden sind ein Markenzeichen des Bahnhofsviertels, manche erinnern nach der Wiederherstellung an den Glanz der Gründerjahre, als die Kaiserstraße eine Prachtallee war. In diesem Haus an der Münchener Straße wird heute im Erdgeschoss Frankfurts längste Pizza verkauft. "Pazza Pazza" ist der neuen Kundschaft gemäß nicht ganz billig, aber ziemlich gut.
Fast nirgendwo sonst in der Stadt ist Altbau-Wohnraum so günstig zu haben wie im Bahnhofsviertel, obwohl die Mieten mittlerweile auch dort kräftig steigen. Manch einer aber schafft sich eine kleine Oase hoch oben über dem täglichen Trubel der Händler und Pendler, der Trinker und Junkies, der Künstler und Makler. Wer hier wohnt, kann auf ein Haushaltsgerät jedenfalls verzichten: den Fernseher: Runtergucken reicht.
Die offene Bühne liegt unten auf der Straße. Hier suchen Menschen aus allen Ländern der Erde ihr Glück, das gute Geschäft, ein klein wenig Abwechslung und manchmal auch einfach nur den nächsten Schuss. In der Münchener Straße dominieren die internationalen Lebensmittelgeschäfte. Es gibt nichts, das es nicht gibt auf dieser Meile.
Riesig ist die Gemüseauswahl in und vor den zahlreichen Geschäften. Die beste Zeit für den Einkauf ist der frühe Abend, kurz vor Ladenschluss. Dann gehen ganze Stiegen mit Tomaten oder Kohlköpfen zum Kampfpreis über den Tresen. Aber das wissen natürlich auch andere.
Manche nennen ihn den heimlichen Chef der Münchener, auf jeden Fall aber ist Alim Cosgun ziemlich gut im Geschäft. Ihm gehört der Fischladen mit Schnellrestaurant und daneben auch noch der Supermarkt. Abends, wenn die Kampfpreise aufgerufen werden, steht Alim auch gerne mal selbst auf dem Bürgersteig und preist sein Gemüse persönlich an. Den Fisch hat er dann in aller Regeln schon verlauft.
Schräg gegenüber von Alims Geschäften findet sich ein anderer Klassiker des Einzelhandels im Bahnhofsviertel: die Schuhmacherei Lenz. Wolfgang Lenz (links) hat die Geschäfte zwar inzwischen übergeben an die jüngere Generation, im Laden steht er aber immer noch fast jeden Tag.
Und wo Wolfgang Lenz ist, kann Oskar Mahler nicht weit sein. In die Schuhmacherei integriert ist Mahlers Hammermuseum, das jederzeit besichtigt werden kann. Der Künstler erklärt auch gerne seine Exponate, während unten die Stiefel neu besohlt werden.
Zur Heldin ist sie geworden, als sie dem Viertel ein weiteres Hochhaus ersparte. Aber Hannelore Kraus mag das eigentlich gar nicht gerne hören. Schließlich hat sie einfach nur für ihr Recht gekämpft, als sie die Gelegenheit dazu hatte. Im Café Nußknacker, einst ein Fischgeschäft, kann man sich die ganze Geschichte von ihr selbst ganz genau erzählen lassen.
Auf 40 Quadratmetern hat Manor Kapoor in seinem Punjabi Shop eine indische Warenwunderwelt versammelt, die man von außen niemals erwarten würde. Neben Bollywoodfilmen und Bittermelonen gibt es Hülsenfrüchte, Currys und Samosas. Und draußen an der Wand einen Kaugummi-Automaten. Auch nicht mehr überall zu finden, die Dinger.
Im Bahnhofsviertel hat sich einst eine Entwicklung vollzogen, die überall sonst umgekehrt lief. Die Kaufhalle wurde verdrängt von vielen kleinen Geschäften. Nach jahrelangem Leerstand wurde das Gebäude auf der Kaiserstraße gerade abgerissen. Es entstehen hochwertige Geschäfte und Eigentumswohnungen, die wieder andere verdrängen.
Nicht nur als Schmelztiegel vor Menschen aus aller Welt hatte das Viertel schon früh seine Bestimmung, sondern auch als Rotlichtmilieu. Rosemarie Nitribitt war wohl die erste und bislang einzige Berühmtheit unter den Prostituierten. 1957 wurde sie erdrosselt in ihrer Wohnung aufgefunden. Aufgeklärt ist der Fall bis heute nicht.
Der Glanz ist etwas weniger geworden, aber das Geschäft mit der nackten Haut kennt kaum Krisen. In unzähligen Etablissements entlang der Taunus-, Mosel- und Elbestraße locken junge Frauen zahlungskräftige Kunden in die Bars. Das geht immer noch am Besten mit wenig Kleidung.
Sie gehört zu den ewigen Konstanten im Viertel: die "Pik Dame". Seit Jahrzehnten erfreuen sich die Gäste hier an täglichen Travestieshows, Kaberetts und Tabeldance. In letzter Zeit lockt die Pik auch wieder vermehrt jüngere Menschen an, vor allem zu den Partys am Wochenende.
Nebenan ließen bis vor einiger Zeit auch im "Riz" junge Damen die Hüllen fallen. Zu den regelmäßigen Gästen zählte dort auch Manuela Mock, als Inhaberin von "Transnormal" eine weitere Größe des Viertels. Das "Riz" hat allerdings inzwischen zugemacht.
Auch ein Highlight des Viertels: das "Moulin Rouge". Jahrzehntelang war das stolze Gebäude im Rotlichtmilieu vom Verfall gezeichnet. Jetzt hat die Besitzerin daraus mit Millionenaufwand ein Schmuckstück gemacht.
Um die Männer in die Laufhäuser zu locken, ist keine Werbung zu aufwendig: Auf den Balkonen des "Crazy Sexy" halten Schaufensterpuppen rund um die Uhr Ausschau nach Freiern. Und werden selbst zum Blickfang in der Elbestraße.
Wer heller leuchtet, hat gewonnen. Manchmal wirken die Fassaden in der Taunus- und Elbestraße wie große Schaufenster, die nach Aufmerksamkeit schreien. Und zu jedem Fußballturnier wird natürlich auch die Deutschland-Fahne rausgehängt. Kann ja auch nicht schaden.
Die klassischen Koberer sind eher selten geworden, doch das "Bistro 91" in der Taunusstraße hat noch einen: Marc Schildberger steht den ganzen Abend vor dem Laden und versucht, die Kunden hineinzulocken. Um einen Spruch ist er dabei nie verlegen. Und oft genug gelingt es ihm ja auch.
Stets gut gefüllt sind die Laufhäuser, die beinahe rund um die Uhr geöffnet haben. Im Bahnhofsviertel der Bankenstadt arbeiten nach Schätzung der Hilfsorganisation für Prostituierte "Donna Carmen" rund 1000 Frauen.
Aber auch die Polizei kommt immer wieder vorbei. So wurden etwa im Vorfeld der Fußball-WM 2006 zahlreiche Bordelle durchsucht, um auszuschließen, dass es dort zu Zwangsprostitution kommt. Und auch sonst ist die Polizei immer wieder zu Razzien vor Ort. Sehr zum Unmut der Bordellbetreiber, die betonen, nur Frauen mit ordentlichen papieren zu beschäftigen.
Dramatischer waren da schon die Ereignisse bei der Bahnhofsviertelnacht im vergangenen Jahr. Damals wurde ein Mann bei einer Schießerei schwer verletzt. Die Elbestraße musste gesperrt werden, die Ermittlungen konnten nie ganz aufklären, worum es damals genau ging.
Weniger Sorgen scheinen der Polizei die Kehrseiten des Rotlichtmilieus zu bereiten. Sie hat allerdings auch wenig Chancen, dem Problem mit Betrunkenen oder Drohgenabhängigen, die auf der Straße herumliegen, beizukommen. Das Viertel bleibt so weiterhin verrufen, auch wenn die Stadt ihr "Eingangsportal" immer mal wieder aufwerten möchte.
Geschafft wurde indessen etwas, das andere europäische Großstädte bis heute nicht in den Griff kriegen: Die offene Drogenszene wurde auf ein Minimum reduziert. Mit Druckräumen für Abhängige, wie hier das "La Strada", änderte sich das Bild etwa in der Taunusanlage, wo früher Junkies über Monate campierten, grundlegend.
Trotzdem bleibt die Abhängigkeit ein Problem, noch immer sterben jährlich mehr als 20 Menschen in Frankfurt an ihrem Konsum. "Tot ist nur der vergessen ist, doch in Gedanken derer die Dich kannten und liebten wirst Du ewig weiter leben!" steht auf einem Zettel, mit dem Freunde im "Cafe Fix" im Bahnhofsviertel um ihren verstorbenen Freund Stefan trauern
Beim nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten erinnern jedes Jahr auch im Kaisersack vor dem Hauptbahnhof Freunde und Hinterbliebene den Opfern. Sie legen Kreuze und Rosen auf den Boden - und manchmal auch einfach nur die Schuhe der Toten, die ihnen geblieben sind.
Im normalen Trubel etwa beim Kaiserfest ist von alledem nur wenig zu spüren. Auch das ist eine Besonderheit des Bahnhofsviertel. Zwischen ausgelassener Freude und bodenlosem Elend liegt oft nur eine Straßenecke.
Da treffen normale Reisende schon einmal mitten auf der Kaiserstraße auf den Osterhasen...
...und im nächsten Moment fahren Menschen auf riesigen Fahrrädern vorbei.
Und schon hinter der nächsten Straßenecke schläft ein Betrunkener im Sitzen. Das alles ist das Frankfurter Bahnhofsviertel, das Milieu der Gegensätze.
Nackte Haut, kleines Geld, große Hoffnungen - all das passt in Frankfurts kleinsten Stadtteil. Eine offene Bühne für Menschen aus aller Welt, für Glückssucher und Gescheiterte, für Banker und Bohemiens, für Jedermann.
...Moses Pelham. Er und Thomas Hoffmann reimten Mitte der Neunziger Jahre als "Rödelheim Hartreim Projekt" so Zeilen wie "Ich komm direkt aus Rödelheim/pack deinen Dödel ein". Sie inszenierten sich als harte Crew aus dem Ghetto, mit der man sich besser nicht anlegt. Bis heute hält sich das Vorurteil, in Rödelheim würden am Abend sozial benachteiligte Jugendliche über brennenden Mülltonnen Würstchen braten. Überflüssig zu sagen,...
...dass das motzig-aggressive Image, das Pelham Rödelheim verpasst hat, vollkommener Unsinn ist. Rödelheim kann sehr idyllisch und geruhsam sein. So wie hier im Anglerheim an der Nidda. Das einzige, das in Rödelheim wirklich dem Rap-Image entsprechen könnte, ist...
...der Bahnhof mit seiner Unterführung. Aber auch der ist inzwischen fast Vergangenheit....
...denn seit über zwei Jahren wird der alte Bahnhof umgebaut.
Es wird gebaut und gebaut und eigentlich sollte im Mai der Umbau längst abgeschlossen sein...
...doch immer noch prägen Absperrzäune und aufgeschüttete Erdhügel den Bahnhof. Bis Mitte Dezember soll zumindest die Ostseite fertig sein, heißt es jetzt. Der Bahnhofsumbau ist aber nicht das einzige, was die Rödelheimer im Stadtteil nervt...
Das Quartier wird mit Spielhallen überflutet, klagen die Bewohner. Zehn Spielcasinos...
und drei Wettbüros gibt es in Rödelheim - zu viele finden die meisten Anwohner. Inzwischen wird an einer Änderung des Bebauungsplans gearbeitet, damit nicht noch weitere Spielhallen in den Stadtteil einziehen.
Auch der Einzelhandel steht in Rödelheim vor Problemen. Auf der Radilostraße gibt es viele Geschäfte, alteingesessene sind aber kaum mehr dabei.
Immer wieder wechseln die Ladenbetreiber in der Radilostraße. An der Ecke war einst die Commerzbank, dann ein Handyladen und inzwischen hat dort eine Spielhalle ihren Sitz. Statt Idea ist Schlecker eingezogen und im Afro-Shop...
... ist ein Modegeschäft eingezogen. Doch die Rödelheimer kaufen eben zu wenig im Stadtteil ein, meinen einige Bewohner des Viertels. Es sei zu bequem geworden, mit dem Bus ins Einkaufszentrum der Nordweststadt zu fahren.
Doch trotz schwindender kleiner Geschäfte und Bahnhofsumbau fühlen sich die Menschen wohl in Rödelheim. Man mag den dörflichen Charakter des Stadtteils. Seit gut 70 Jahren gibt's die Gaststätte "Zum Goldenen Löwen" im Stadtteil...
...und das Brentanobad zieht alle Frankfurter mindestens einmal im Leben in den Stadtteil. Im "Brenner" hat sich daher vermutlich auch schon jeder mal eine Schramme am steinernen Boden zugezogen...
...vor dem Jahr 2006 zumindest. Denn danach wurde das Brentanobad saniert und Schrammen kann es nun keine mehr geben. 1930 wurde das Schwimmbad als naturnahes Flussschwimmbad in einem Altarm der Nidda eröffnet, in den 60er Jahren dann vom Fluss getrennt.
Im Stadion am Brentanobad spielt nicht nur der Fußballverein Rot-Weiß Frankfurt, sondern auch...
...die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt. Sie tragen dort ihre Heimspiele in der Fußball-Bundesliga aus.
Sportlich geht's auch jedes Jahr beim Rödelheimer Volksradfahren zu. Wer in Rödelheim aufwächst, der muss zumindest einmal Mitgeradelt sein, denn es ist eine gemütliche Radtour für die ganze Familie. Traditionell lädt dazu...
...die Kelterei Possmann ein, die in Rödelheim seit Jahrzehnten ihren Firmensitz hat.
Als großes Plus empfinden die Rödelheimer die reichlich vorhandenen Grünanlagen im Stadtteil. In Brentano- und Solmspark zieht es die Bewohner regelmäßig...
...und natürlich ist auch die Nidda ein beliebtes Ausflugsziel. Im Jahr 2009 schwebte eine neue Brücke auf die Rödelheimer Nidda hinab. "Blauer Steg" nennen sie die Bewohner. Sie kam als Ersatz für die morsche Holzbrücke, die drei ganze Jahre lang gesperrt gewesen war, ehe es eine neue Brücke gab. Jahrelang mussten die Bürger daher den Weg über eine Eisenbahnbrücke nehmen, wollten sie das andere Ufer erreichen.
Aber mit Umwegen kennt sich der Rödelheimer aus. Schließlich ist der ganze Stadtteil durch die Bahngleise in einen West- und einen Ostteil zerschnitten. Während im Ostteil das alte Rödelheim mit seiner Einkaufsstraße zu finden ist, liegt im Westen vor allem das Gewerbegebiet. Von der einen auf die andere Seite gelangt man nur durch Unterführungen.
Und im Gewerbegebiet boomt Rödelheim. Die Deutsche Flugsicherung hat sich dort niedergelassen und überwacht von Rödelheim aus die ganze Welt...
...und auch Hessens Verkehrsleitzentrale hat sich Rödelheim als Standort ausgesucht. Von dort beobachten die Mitarbeiter mit 100 Kameras den Verkehr auf Hessens Autobahnen und versuchen Staus zu vermeiden.
Aber zurück ins Grüne: Idyllisch am Niddawehr gelegen steht das Petrihaus. Es war mal im Besitz der Familie Brentano, auch Goethe soll dort mal genächtigt haben. Daneben steht der älteste Ginkgo-Baum Deutschlands, vielleicht sogar Europas. Er ist rund 260 Jahre alt.
Der Solmspark entstand aus einem klassichen Landschaftspark, der im Jahr 1879 um das damalige Schloss des Grafen von Solms-Rödelheim angelegt wurde. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, heute erinnert nur noch ein Bronze-Modell an das herrschaftliche Gebäude.
Die Parks sind zum Erholen gut, aber auch zum Rollschuhlaufen. Denn im Brentanopark gibt es bereits viele Jahre ein Rollschuhbahn. Zudem...
feiert der Rödelheimer gerne in seinen Parks. Zum Beispiel das Afrikanische Kulturfest...
...und das alljährliche Parkfest, bei dem Live-Bands im Grünen aufspielen.
Und wenn mal nicht im Park gefeiert wird, dann eben im ganzen Stadtteil. Beim Rödelheimer Straßenfest trifft sich das Quartier - in Zukunft aber nicht mehr jedes Jahr, sondern nur noch alle zwei Jahre. Denn der Vereinsring, der das Fest organisiert, hat Nachwuchssorgen.
Das Wahrzeichen des Stadtteils ist der Wasserturm von 1899. Er diente als Trinkwasserspeicher. Mit der...
...Eingemeindung 1910 - hier ein Bild aus dem Jahr 1905 vom Inselgässchen - wurden die Rödelheimer nicht nur Frankfurter, sondern erhielten auch einen Anschluss ans Frankfurter Wassernetz. Damit wurde der Turm überflüssig. Außerdem...
...erhielten mit der Eingemeindung einige Straßen neue Namen: Alle Straßennamen, die es in Frankfurt bereits gab, mussten verschwinden. Viele bekamen Namen von Pfarrern oder Ortsnamen aus dem Taunus. Aus der Bahnhofsstraße wurde die Radilostraße, aus der Taunusstraße die hier zu sehende Lorscher Straße.
Man findet in Rödelheim so gut wie jede Möglichkeit zum Wohnen. Es gibt gediegene Einfamilien-Wohngebiete und sanierte oder nicht sanierte Altbauten wie hier an der Alexanderstraße. Aber auch in...
... dem seit 28 Jahren besetzten Haus in der Straße "In der Au" kann genauso gewohnt werden...
...wie in den Hochhäusern des Stadtteils.
Das Gebiet zwischen Zentmarkweg und Wolf-Heidenheim-Straße gilt als sozial schwache Wohngegend und wurde 2008 in das Projekt "Soziale Stadt Frankfurt" aufgenommen.
Einige Jahre gab es auch ein Bauwagendorf im Stadtteil. Streng genommen lag es eigentlich gar nicht in Rödelheim, sondern in Westhausen. Doch jeder redete immer vom Rödelheimer Bauwagendorf.
Im Juli 2003 wurde das Bauwagendorf an der Ferdinand-Kramer-Straße geräumt.
Geschockt waren die Rödelheimer im Januar 2001. Bei der Explosion eines vierstöckigen Wohnhauses in der Arnoldshainer Straße wurden acht Menschen verletzt. Die Wucht der Detonation riss das Dachgeschoss und die dritte Etage völlig weg. Die Feuerwehr war mit 80 Helfern im Einsatz.
Die Freiwillige Feuerwehr hat eine lange Tradition in Rödelheim. 1859 wurde sie gegründet: Der Rödelheimer Turnverein war verboten worden und man wollte die turnerischen Übungen durch solche an Feuerwehrgeräten ersetzen. Heute dürfen auch die Kleinen bei der Mini-Feuerwehr mitmachen.
Wenn der Rödelheimer Nachwuchs nicht bei der Feuerwehr zu finden ist, dann vielleicht auf dem Bolzplatz. Vor zwei Jahren wurde der Platz in Rödelheim-West komplett saniert, seitdem gibt es auch Bolzplatz-Turniere im Stadtteil.
War Rödelheim früher ein wichtiger Industriestandort, an dem bis in die 70er Jahre Firmen wie die Torpedowerke ansässig waren, haben eben heute High-Tech-Unternehmen dort ihren Standort gefunden. Doch die Bewohner lieben ihr Rödelheim weiter als das, was es schon immer für sie war: ein dörflicher Stadtteil mit guter Anbindung an das Zentrum Frankfurts.
Es soll ja Leute geben, die tatsächlich Angst haben durch Rödelheim zu gehen. Denn der Stadtteil leidet unter einem schlechten Ruf - der weit über Frankfurts Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Nicht unschuldig daran ist....
