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Stadtteil-Porträts
In welchem der 43 Frankfurter Stadtteil lebt es sich am besten? Wir stellen sie vor - vom hippen Nordend zum beschaulichen Nieder-Erlenbach.

20. November 2012

Frankfurt Ostend: Bauen auf der Brache

 Von Judith Köneke
Kein Schmuckstück: Am Ernst-Achilles-Platz tut sich seit dem Abriss der Wache 1 nichts.  Foto: Michael Schick

Nachgehakt: 2011 hat sich die FR vor Ort im Ostend angehört, wo es Probleme gibt. Was ist seitdem passiert? Während sich die EZB-Türme langsam in Glas hüllen, soll nach Jahren des Stillstands auf einer Brache im Ostend im Frühjahr Baubeginn sein: auf dem Areal der alten Feuerwache.

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Nachgehakt: 2011 hat sich die FR vor Ort im Ostend angehört, wo es Probleme gibt. Was ist seitdem passiert? Während sich die EZB-Türme langsam in Glas hüllen, soll nach Jahren des Stillstands auf einer Brache im Ostend im Frühjahr Baubeginn sein: auf dem Areal der alten Feuerwache.

Viel verändert sich im Ostend. Bei diversen Projekten geht es voran, die Europäische Zentralbank etwa beginnt, sich in Glas zu hüllen. Doch etwas weiter nördlich, auf dem Areal der Alten Feuerwache, zwischen Hanauer Landstraße und Ostbahnhofstraße, liegt schon lange alles brach – doch demnächst könnte es voran gehen: Die Goldpunktstein real estate will im Frühjahr mit dem Bauen anfangen.

Abgeschirmt durch Bauzäunen wuchert Unkraut, kleine Bäume streben in die Höhe. Müll und Steine bedecken den 2,2 Hektar großen Platz. Verbliebene Mauern sind mit Graffiti besprüht. Katarina Ristevska steht rauchend vor einem Bistro, das an das Gelände grenzt und blickt auf das Brachland. „Seit den vier Jahren, die ich hier arbeite, hat sich an diesem Bild nicht viel verändert.“ Immer mal wieder habe sie Leute beobachtet, die kommen, gucken und sich besprechen. Einen „unschönen Anblick“ bietet der Platz auch für Christof Heun, Leiter des Medienzentrums, das sich unmittelbar davor befindet. Heun wünscht sich, dass nicht alles zugebaut wird, sondern Gastronomie sowie ein Platz zum Aufhalten geschaffen werden.

Von seinem Geschäft schaut Harald Listmann ebenfalls direkt auf das Niemandsland. Für den Inhaber von Harrys Aquarium ist der Freistand ein „leidiges Thema“. Soweit er sich erinnere, wurde das Gebäude vor sieben Jahren abgerissen, passiert sei seitdem nichts. Nun habe er selbst bei der Stadt angerufen, um sich zu informieren. „Für den Einzelhandel ist es tödlich, hier kommen fast keine Fußgänger zufällig vorbei.“ Listmann hofft, dass durch den neuen Komplex wieder mehr Menschen vorbeilaufen und den Weg in seinen Laden finden.

Die FR ist mobil: Einmal pro Woche besucht die Lokalredaktion einen Stadtteil, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Im Ostend ist die FR am Mittwoch, 21. November, von 15 bis 17 Uhr mit einem Stand am Eingang zur U-Bahnstation „Zoo“, Ecke Pfingstweidstraße.

Als Gäste haben sich Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU), Ralph Haerth von der IG Hanauer Landstraße, Barbara Conrad-Langner vom Nachbarschaftszentrum Ostend, Stefan Mohr vom Atelier Naxoshalle und Christina Heinrich vom Frankfurter Verein angekündigt.

Ebenfalls sehr lange liegen Pläne vor, auf dem Gelände der einstigen Branddirektion am Ernst-Achilles-Platz Wohnungen, ein Hotel und Einzelhandel anzusiedeln. Bereits 2007 stellte Martin Wentz, einst städtischer Planungsdezernent, sein damaliges Konzept vor. Mittlerweile ist Wentz nicht mehr bei der Projektentwicklung dabei.

Wie es weiter geht, erläutert Erhard Ellenberger, Geschäftsführer der Firma Goldpunktstein real estate, die das Projekt plant. „Wir legen der Stadt noch dieses Jahr unseren Bauantrag vor. Wir rechnen damit, dass wir im nächsten Frühjahr anfangen können zu bauen.“ Ein Lebensmittelmarkt, Wohnungen und ein Hotel seien geplant.

Insgesamt sollen etwa 150 „qualitativ hochwertige“ Mietwohnungen zwischen 50 und 100 Quadratmetern entstehen. Alle verfügen über Balkone, der Innenhof wird begrünt. Ein Vier-Sterne-Hotel mit 168 Zimmern eines europäischen Unternehmens ziehe. Den Namen will Ellenberger noch nicht nennen. Für genügend Parkplätze sei gesorgt.

Laut Ellenberger hat der Bau der nordmainischen S-Bahn keine Auswirkungen auf den Beginn des Projekts. In der Vergangenheit herrschte Unklarheit, in welcher Tiefe ein neuer Tunnel, der unter der ehemaligen Feuerwache hindurchführt, gebaut wird. Von der Bahn ist zu hören, dass lediglich der Ostbahnhof und der Danziger Platz in diesem Gebiet vom Bau der S-Bahn betroffen seien – Beginn nicht vor 2015.

Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats, berichtet: „Es liegt eine positiv beschiedene Bauvoranfrage vor.“ Das bedeute, der Investor könne die Genehmigung bekommen. Es spreche nichts dagegen, dass sie den Bauantrag stellten. Warum sich der Bau so lange verzögerte, kann auch Gellert nicht genau sagen. Es sei wohl ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren gewesen.

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