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12. Dezember 2012

Ginnheim: Ärger um abgesagtes Treffen

 Von Fabian Scheuermann
Lärm und Gerüttel befürchten Anwohner vom Trassenausbau. Foto: dapd

Ginnheimer fürchten, der Ausbau der Main-Weser-Bahn könnte sie mit Lärm belasten. Das Aktionsbündnis gegen den Ausbau der Trasse will sich deshalb mit Vertretern der Bahn treffen, doch die sagen kurzfristig ab. Die Ausbaugegner vermuten eine Hinhaltetaktik.

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Ginnheimer fürchten, der Ausbau der Main-Weser-Bahn könnte sie mit Lärm belasten. Das Aktionsbündnis gegen den Ausbau der Trasse will sich deshalb mit Vertretern der Bahn treffen, doch die sagen kurzfristig ab. Die Ausbaugegner vermuten eine Hinhaltetaktik.

Am Ginnheimer Hang, da ist Michael Hub sicher, dürfte es mit am lautesten werden, wenn der Ausbau der Main-Weser-Bahn erst einmal Realität geworden ist. „Aufgrund der Hangsituation“, sagt der Umweltgutachter aus Eschersheim, wären die Gebäude der Siedlung Höhenblick durch einen Lärmschutz an den Gleisen „überhaupt nicht geschützt“. Vielmehr würden die gegenüberliegenden Lärmschutzwände den Schall reflektieren und somit noch verstärken. „Tausende von Menschen“, so Hub, „wären davon erheblich betroffen“.

Hub ist Mitbegründer des Aktionsbündnisses „Bahnane“, das sich seit einem Jahr überregional gegen den Ausbau der Bahntrasse zwischen Friedberg und Bockenheim einsetzt. Es ist ein dunkles Szenario, was er zusammen mit seinen Mitstreitern zeichnet: Der vierspurige Trassenausbau führe nicht zu pünktlicheren S-Bahnen, sondern zu mehr Güterzügen. Und die brächten Lärm und Erschütterungen mit sich.

Bürger im Gespräch

Die FR ist mobil: Einmal pro Woche besucht die Lokalredaktion einen Stadtteil, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Kommen Sie an unseren Stand, wir nehmen Ihre Themen auf und haken bei den entsprechenden Stellen und Behörden nach. Wir hören uns an, was Sie zum Stadtteil zu sagen haben und freuen uns über Anregungen oder Kritik.

In Ginnheim ist die FR am heutigen Mittwoch, 12. Dezember, von 15 bis 17 Uhr mit einem Stand vor dem Rewe-Markt an der Ginnheimer Landstraße 174 zugegen. Aus der Redaktion kommen Fabian Scheuermann und Boris Schlepper. Als Gäste haben sich Vertreter fast aller Fraktionen des Ortsbeirates 9 angekündigt.

Seit Kurzem fühlen sich die Bahnane-Mitglieder nun vor den Kopf gestoßen: Ein für Ende November vom Ortsbeirat 9 anberaumtes Infotreffen mit Vertretern der Bahn musste mangels Zusagen kurzfristig von Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) abgesagt werden. Nur wenige Tage zuvor hatten sich rund vierzig Bahnane-Aktivisten in den Räumlichkeiten des TSV Ginnheim getroffen und kritische Fragen für das Treffen vorbereitet.

Für Michael Hub ist die Sache glasklar: „Die Bahn hat kalte Füße bekommen und will nun den Bürgern den Wind aus den Segeln nehmen“. Die kurzfristige Absage sei „die reine Hinhaltetaktik“. Denn noch einmal so viele Leute für ein Infotreffen zu mobilisieren – das sei schwierig. Die Version der Bahn klingt anders: Laut einem Bahn-Sprecher habe es lediglich eine „informelle Terminanfrage aus den Reihen des Ortsbeirats“ ohne „dezidierte Zusage“ seitens der Bahn gegeben. Mit „entsprechenden Abstimmungen zu Termin und Inhalten“ sowie „mehr zeitlichem Vorlauf“ werde die Bahn dem „berechtigten Informationsinteresse der Bürger sehr gerne nachkommen“.

Einen konkreten Termin gibt es dafür aber noch nicht. Sollte das so bleiben, macht Huf deutlich, dürfte bis zum nächste Bahnane-Treffen beim TSV Ginnheim nicht mehr allzu viel Zeit vergehen. Keine 500 Meter sind es von dort bis zu den Bahnschienen im Tal.

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