Die Zeit ist reif, um die hessische Steuerfahnder-Affäre gründlich aufzuklären. Dass vier Fahndern übel mitgespielt wurde, als sie mit vorsätzlich falschen Gutachten aus dem Dienst entfernt wurden, ist inzwischen gerichtlich erwiesen.
Nun muss Klarheit darüber geschaffen werden, wer die Verantwortung trägt, wer Mitwisser war - und ob es politische Gründe für das unfeine Vorgehen gab. Dafür bietet ein Untersuchungsausschuss genau den richtigen Rahmen.
Die Voraussetzungen sind günstig, denn anders als im ersten Steuerfahnder-Ausschuss können die Betroffenen diesmal selbst aussagen. Zudem steht die Diskussion durch das rechtskräftige Urteil gegen den Gutachter auf einer unbestreitbaren Grundlage. Niemand kann mehr so tun, als wäre den Fahndern gar nicht zugesetzt worden. Das aber ist jahrelang in Wiesbaden suggeriert worden.
Ob der Ausschuss tatsächlich Klarheit bringt, hängt stark davon ab, dass er sich nicht in Nebensächlichkeiten verheddert. Dafür zu sorgen, wird die schwierige Aufgabe für den jungen Vorsitzenden sein.