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Studium

13. September 2011

2,2 Millionen Studenten: Historischer Run auf die Unis

 Von Katja Tichomirowa
Studenten in einem Hörsaal in Heidelberg (Archivbild). Foto: dpa

2,2 Millionen - so viele Menschen wie nie zuvor sind derzeit an den deutschen Unis immatrikuliert. Die sind dem Ansturm schon jetzt nicht gewachsen Dabei wird sich die Lage in wenigen Wochen noch verschärfen.

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Inzwischen hat man sich daran gewöhnt, die Zahl der Studierenden in Deutschland stetig nach oben zu korrigieren. Am Montag tat das – einmal wieder – das Statistische Bundesamt in Wiesbaden: Mit 2,218 Millionen Studierenden waren im Wintersemester 2010/2011 mehr Studenten an deutschen Hochschulen immatrikuliert als jemals zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Studierenden damit um 4,5 Prozent gestiegen. In einer ersten Schätzung vom November 2010 war man noch von 4,3 Prozent ausgegangen. Allein die Zahl der Studienanfänger stieg im Wintersemester 2010/2011 um 20 500 Studenten auf jetzt 444.700. Auch hier korrigierten die Statistiker die Zahl leicht nach oben.

Unverändert bleibt nur die Forderung, die sich mit diesen Zahlen verbindet. Die Finanzierung zusätzlicher Studienplätze muss mit der steigenden Zahl der Studierenden Schritt halten. Denn der Trend zur „Höherqualifizierung“, wie das Statistische Bundesamt den Ansturm auf die deutschen Universitäten nennt, hält an. Seit dem Wintersemester 2008/09 werden jedes Jahr gut vier Prozent mehr Studierende gezählt. Der Zuwachs an Studenten war auch politisch gewollt. Der Hochschulpakt I sah von 2007 bis 2010 insgesamt 91.000 mehr Studienanfänger vor. Tatsächlich sind es inzwischen 158.000 mehr. Der Plan ist mithin übererfüllt.

Doppelte Jahrgänge

Mit Beginn des Wintersemesters 2011/2012 wird sich die Lage zudem kaum entspannen. Dann verstärken die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen den Sturm auf die Hochschulen. Für die aktuelle Erhebung hatte die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8) dagegen noch kaum Einfluss, weil es lediglich im Stadtstaat Hamburg einen doppelten Abiturjahrgang gab.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, sprach deshalb bereits von der „großen Verantwortung“ und den „erheblichen finanziellen Vorleistungen“, die die Hochschulen übernommen hätten. Für die nachträgliche Ausfinanzierung werde der Bund allerdings rund eine Milliarde Euro mehr aufbringen müssen, als geplant, forderte Wintermantel. Der Hochschulpakt II sei mit Blick auf die aktuellen Zahlen unterfinanziert.

Das weiß selbstverständlich auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Bislang versprach sie tapfer, alle zusätzlichen Studenten auch finanzieren zu wollen. Dazu führe sie einen „positiven Briefwechsel“ mit dem Bundesfinanzminister. So hieß es im Januar. Es wird in den vergangenen Monaten kaum eine Brieffreundschaft daraus geworden sein.

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