Studium

12. Juni 2012

Exzellenwettbewerb: Keramiken für die Energiewende

 Von Katja Irle

Die Technische Universität Darmstadt kann als einzige hessische Hochschule noch auf Förderung im Rahmen des Wettbewerbs hoffen. Eben jene Hoffnung soll sich mit Keramik zur Realität mausern.

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Mit „Technik als Kultur“ hatte die Technische Universität (TU) Darmstadt vor fünf Jahren beim Elitewettbewerb punkten wollen. Doch ihr Zukunftskonzept fiel durch – genauso wie die Exzellenzambitionen der Frankfurter und der Gießener Universität.

Doch das Wundenlecken gehört bei der TU schon der Vergangenheit an. Immerhin ist die renommierte Technische Hochschule als einzige in Hessen noch bei den anderen Förderlinien (Graduiertenschule und Exzellenzcluster) im Rennen.

Die Darmstädter setzen ihre Hoffnung unter anderem auf Keramik. Dabei geht es nicht um dekoratives Geschirr, sondern die Wissenschaftler im Exzellenzcluster „Taifun“ („Tailored Functionality in Ceramics“) erforschen neuartige technische Keramiken, die unter anderem in der Industrie eingesetzt werden. Chemiker, Elektrotechniker, Maschinenbauer und Materialwissenschaftler arbeiten gemeinsam daran, innovative Keramiken etwa für die Elektronik in Motoren oder für die Energiespeicherung zu entwickeln.

Um das Thema Energie geht es auch bei der Graduiertenschule zur Ausbildung von Energie-Ingenieuren („Energy Science and Engineering“). Die Fachkräfte der Zukunft sollen an der TU lernen, wie man fortschrittliche Technologien zur nachhaltigen Energieversorgung entwickelt. Die Nachwuchsschule will die künftigen Ingenieure auf nichts weniger als die Energiewende vorbereiten: auf den Übergang von nicht-erneuerbaren, meist kohlenstoffbasierten Energiequellen zu umweltfreundlichen Energielieferanten. Die Doktoranden sollen zudem vom internationalen Austausch mit Hochschulen und Industrie profitieren.

Die Leitidee bleibt

Das alles hätte gut zum Zukunftskonzept „Technik und Kultur“ gepasst. Deshalb will die TU auch ihr gescheitertes Projekt nicht aufgeben. Stattdessen möchte TU-Präsident Hans Jürgen Prömel die Niederlage von 2011 nun doch noch in einen Sieg verwandeln: „Das Konzept bleibt unsere Leitidee.“ Die Hochschule will sie in den kommenden Jahren auch ohne Unterstützung aus dem Exzellenzwettbewerb verwirklichen. Dazu sollen unter anderem an den Schnittstellen von Natur- und Ingenieurwissenschaften neue Professuren entstehen.

Mut macht den Darmstädtern ihre Pionierleistung in der Vergangenheit: Schließlich seien sie es gewesen, die den weltweit ersten Lehrstuhl für Elektrotechnik geschaffen und die Materialwissenschaften in Deutschland etabliert hätten, gibt sich die TU gewohnt selbstbewusst.

Sie gehört auch zum erlauchten Kreis der sogenannten TU9, in dem sich die führenden technischen Unis in Deutschland zusammengeschlossen haben. Warum andere TU9-Mitglieder, etwa die RWTH Aachen, bei der Exzellenzinitiative noch im Rennen um das Elite-Siegel sind, dürfte das TU-Präsidium dennoch zum Grübeln bringen.

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