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Studium

09. September 2011

Frankfurter Goethe-Universität: Spätschicht durch Ansturm auf Hörsäle

Campus Westend: Erstsemester an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. (Archivbild) Foto: Michael Schick

Wegen eines rekordverdächtigen Studenten-Ansturms auf die Hochschulen müssen sich Studenten und Professoren der Frankfurter Goethe-Universität auf Spät- und Wochenendschichten gefasst machen. Sogar aus dem Ruhestand werden Professoren zurückgeholt.

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Frankfurt/Wiesbaden –  

Mehr als 80.000 Studenten haben sich an der Frankfurter Goethe Universität beworben - 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Deren Präsident Werner Müller-Esterl rechnet im Wintersemester immer noch mit 40.000 Studenten in den Seminaren. Die Uni sehe sich gezwungen, Vorlesungen deshalb von 8 bis 20 Uhr anzubieten, sagte Müller-Esterl der „Frankfurter Neuen Presse“.

Auch Seminare am Wochenende halte Müller-Esterl für zumutbar. Anders könnte seine Hochschule die steigenden Studentenzahlen nicht bewältigen, sagte er. Eine Arbeitsgruppe erarbeite weitere Strategien. Professuren würden vorübergehend doppelt besetzt und Professoren aus dem Ruhestand zurückgeholt.

Ein Grund für die steigenden Studentenzahlen ist die Abschaffung der Wehrpflicht.

FDP will Finanzausgleich für Studentenströme

Der Zustrom von Studenten aus anderen Bundesländern nach Hessen belastet nach Einschätzung der FDP-Fraktion den Haushalt des Landes. Der Abgeordnete und Hochschulpolitiker Matthias Büger spricht sich deshalb für ein neues finanzielles Ausgleichssystem der Länder zur Steuerung der Studentenströme aus.

Büger stützt sich auf Schlussfolgerungen der hessischen Haushaltsstrukturkommission, die er demnächst im Haushaltsausschuss des Landtags vortragen will. Demnach ist in keinem anderen Bundesland der Anteil von Studenten an der Gesamtbevölkerung so hoch wie in Hessen. Deswegen müsse Hessen zwar mehr Geld je Einwohner in seine Hochschulen stecken als andere Länder, für den einzelnen Studenten seien die Aufwendungen jedoch unterdurchschnittlich.

Studiengebühren seien aber ebenso wenig eine Lösung wie Landeskinderregeln, die Studenten aus anderen Ländern benachteiligen, sagte Büger in Wiesbaden. Es sollten auch keine Studienplätze gestrichen werden. Nötig sei vielmehr ein Ausgleich nach dem Motto „Geld folgt Student“: Das Herkunftsland eines Studenten solle dem Bundesland, in dem er studiert, das Studium bezahlen. Dies fördere auch den Wettbewerb der Länder und der Hochschulen. Die Haushaltsstrukturkommission hat untersucht, welche staatlichen Leistungen Hessen teurer oder kostengünstiger erbringt als andere Bundesländer. (dpa)

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