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"Volksverdummung und Wählerfängerei": Bahn-Chef attackiert Grüne

Beim umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 kochen die Gemüter hoch. Bahn-Chef Rüdiger Grube kontert gegen die Politik. Der Grünen-Ministerpräsident Kretschmann betreibe Volksverdummung und Wählertäuschung, so die Vorwürfe.

Die Bahn will die Bauarbeiten des umstrittenen S21-Bahnhofs wieder aufnehmen.
Die Bahn will die Bauarbeiten des umstrittenen S21-Bahnhofs wieder aufnehmen.
Foto: dapd
Stuttgart –  

Bahn-Chef Rüdiger Grube wagt sich auf das politische Parkett. Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 wirft er den Grünen Wählertäuschung vor. Ausgerechnet der Partei, die in Baden-Württemberg den ersten grünen Regierungschef stellt. Den Grünen sei vor der Landtagswahl bekannt gewesen, dass sie nicht aus den vereinbarten Verträgen für den unterirdischen Bahnhof herauskomme, sagte Grube am Dienstagabend bei einer Veranstaltung in Hamburg. „Alles andere, was sie gemacht haben, ist Volksverdummung und ist Wählerfängerei. Man hat nicht ehrlich mit den Wählern gesprochen“, kritisierte Grube.

Die Bahn hatte nach zweimonatigem Baustopp am Dienstag mit Unterstützung der Polizei die Arbeiten an der Baustelle wieder aufgenommen. Das Unternehmen will am Nachmittag über die weiteren Schritte informieren. Die Bahn und die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg hatten sich Ende vergangener Woche nicht darauf einigen können, die Bauarbeiten bis Mitte Juli weiter ruhen zu lassen.

Stuttgart 21
Die Gegner von S 21 freuen sich über den Etappensieg.
Foto: dpa

Erste Pläne für eine Verlegung des Stuttgarter Kopfbahnhofs unter die Erde wurden im April 1994 vorgestellt. Seit Februar 2010 laufen die Bauarbeiten - und die Proteste sind eskaliert. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.

Blick auf den Bauzaun an der Nordseite des Hauptbahnhofs in Stuttgart.
Blick auf den Bauzaun an der Nordseite des Hauptbahnhofs in Stuttgart.

Dann soll das Ergebnis des mit Hilfe des Schlichters Heiner Geißler vereinbarten Belastungstests für den Bahnhof vorgelegt werden. Damit soll simuliert werden, ob der neue Bahnhof in der Spitzenstunde 30 Prozent mehr Züge abfertigen kann als der bisherige Kopfbahnhof. Für einen Aufschub der Arbeiten hatte die Bahn 56 Millionen Euro pro Monat verlangt, die die Landesregierung nicht zahlen will.

Die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann lehnen das Projekt ab. Ihr Regierungspartner SPD befürwortet es dagegen. Die Entscheidung soll eine Volksabstimmung im Oktober bringen. Bis zum 15. Juli muss die Bahn nach eigenen Angaben aus Fristgründen bereits ausgeschriebene Aufträge für Tunnelstrecken in Höhe von 750 Millionen Euro vergeben. (rtr)

Polizei löst Blockade von S21-Baustelle auf

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Datum:  15 | 6 | 2011
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Der Bahnhofs-Abriss und die Proteste rund um das Projekt Stuttgart 21


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