Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann will den Bahnhofsbau kritisch begleiten. Ein Rücktritt komme nicht in Frage.
Winfried Hermann,S21-Gegner mit Ministeramt
Foto: dpa/Michele Danze
Winfried Hermann,S21-Gegner mit Ministeramt
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Winfried Hermann, 59, ist seit Mai grüner Verkehrsminister in Baden-Württemberg. Der ausgewiesene Gegner des Bahnhofsprojekts will das Ergebnis des Volksentscheids nun mittragen. Ein Gespräch über Bürgerbeteiligung, Basisdemokratie, Bahnhofsbauten.
Herr Minister Hermann, die Opposition hat Sie zum Rücktritt aufgefordert. Ein Stuttgart 21-Gegner könne jetzt nicht mehr Verkehrsminister sein. Da ist doch was dran, oder?
Ein Rücktritt kommt überhaupt nicht in Frage. Ich habe mich für die Volksabstimmung eingesetzt – im vollen Bewusstsein, dass dabei etwas anderes herauskommen kann als erhofft. Es gehört zur direkten Demokratie, dass man akzeptiert, wenn die Bevölkerungsmehrheit in einer Sachfrage anders entscheidet.
Bei ihrem Amtsantritt haben Sie gesagt, die Verantwortung für das Projekt abgeben zu wollen, wenn es nicht zu stoppen ist.
Reaktionen auf die S21-Abstimmung
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Reaktionen auf die S21-Abstimmung
Die Unterstützer des Bahnprojektes hatten sich in den vergangenen Monaten dezent zurückgehalten.
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach der Bekanntgabe der Ergebnisse.
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Die Befürworter von S21 ließen am Abend die Korken knallen.
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Sie feierten im Ratskeller in Stuttgart das Ergebnis der Volksabstimmung.
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Hart gekämpft und doch gescheitert: Die S21-Gegner müssen eine Niederlage einräumen.
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Mehr als ein Jahr lang hatten sie lautstark gekämpft.
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Bis zuletzt hatten sie gerungen.
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Dass sie aber so deutlich geschlagen werden würden, damit haben sie nicht gerechnet.
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Offenbar haben die Gegner es nicht geschafft, alle Skeptiker an die Wahlurnen zu bringen. Die Wahlbeteiligung lag niedriger als erwartet.
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Ihre Proteste sollen aber weitergehen.
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Die Botschaften platzierten Befürworter und Gegner überall in Stuttgart.
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Landes-Finanzminister Nils Schmid (SPD) mit seiner Frau Tülay in Nürtingen bei der Abstimmung.
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In traditioneller Tracht zur Abstimmung.
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So sehen also die Sieger aus...
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Stuttgart 21: Ansichten eines Bahnhofs
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Stuttgart 21: Ansichten eines Bahnhofs
Diese Illustration zeigt, wie das Großprojekt Stuttgart 21 aussehen soll. Ersonnen haben Architekten von Ingenhoven Architects die Ausgestaltung des Mammutprojekts.
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Vorgestellt wurde das Modell des neuen Hauptbahnhofs schon 1997. Eine ganze Kleinstadt für 11.000 Einwohner und 24.000 Arbeitsplätze sollten so entstehen.
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Vom ursprünglichen Bauwerk soll vor allem das denkmalgeschützte Hauptgebäude des Bahnhofs mit Turm erhalten bleiben.
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Streitobjekt: Die Pläne zum Stuttgarter Hauptbahnhof.
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Querschnitt durch das Modell mit Blick auf die Gleise.
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Bei den Bauarbeiten fraßen sich die Maschinen als erstes durch den Nordflügel.
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Fast immer werden die Bauarbeiten von Protest begleitet.
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Die Gegner von Stuttgart 21 befürchten Mehrkosten von 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro.
Für die Ausschachtung ist extra ein aufwendiges System eingerichtet worden, dass die Grube trocken und Grundwasser fern halten soll.
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Bei Gewitter wird auch im Inneren des Bahnhofs protestiert.
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Blick vom Bahnhofsturm auf das Gleisvorfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
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Stuttgart21 - der Begriff ist zum Synonym für Bürgerprotest und Ungehorsam, Polizeigewalt und dem Konflikt zwischen Denkmalschutz, futuristischer Architektur und wirtschaftlichen Interessen geworden. Über die Bahnhofsentwürfe gibt es Streit, aber auch darüber, ob der Bahnhof überhaupt neu gebaut werden soll.
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Wasserwerfer gegen S21-Gegner
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Wasserwerfer gegen S21-Gegner
Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
Foto: REUTERS
Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Als der Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 eskalierte: Am 30. September 2010 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die Zufahrtswege im Stuttgarter Schlossgarten blockierten.
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Fotostrecken Wirtschaft
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Ich hab’ mich damals ungeschickt ausgedrückt. Ich war und bin der Meinung: Der für Verkehr zuständige Minister muss das Projekt begleiten, weil er die Kompetenz dafür hat. Das bin ich. Ich werde das kritisch-konstruktiv tun. Nur weil man ein Kritiker des Projekts ist, muss man ja nicht blöd sein.
Sie stecken die Schlappe für die Grünen weg?
Man muss schon blind sein, um die Abstimmung als Niederlage für die Grünen zu sehen. Wir haben erreicht, dass überhaupt so breit über S21 diskutiert wurde, dass sensationelle fast 50 Prozent der Baden-Württemberger am Volksentscheid teilnehmen, und dass die grün-rote Koalition daran nicht zerbricht. Und nebenbei: Bei der Landtagswahl hatten wir Grünen 24 Prozent, jetzt haben immerhin 41 Prozent für unsere Position votiert.
Sie wollen Verbesserungen an S21 durchsetzen. Welche?
Die wichtigste Aufgabe wird sein, sicherzustellen, dass das Projekt im Kostenrahmen von 4,5 Milliarden Euro bleibt. Für strikte Kostenkontrolle gibt es sogar einen einstimmigen Auftrag des Landtags. Außerdem werde ich darauf achten, dass Schwächen des Projekts ausgebügelt werden – so hat die Geißler-Schlichtung ja zum Beispiel ergeben, dass ein zusätzliches Gleis Richtung Flughafen gebaut werden soll.
Wer soll die Kosten dafür übernehmen?
Diese und andere Verbesserungen müssen innerhalb der 4,5 Milliarden bewältigt werden. Diesen Punkt müssen wir in Gesprächen mit der Bahn klären.
Es hat doch noch kein Bahnprojekt dieser Größenordnung gegeben, dessen Kosten nicht explodiert sind.
Da kann ich nicht widersprechen. Trotzdem bleibt es dabei: Der Kostendeckel von 4,5 Milliarden bleibt für uns fest, und der Landesanteil beträgt maximal 930 Millionen. Mehr gibt es nicht.
Ist das der Hebel, S21 doch noch zu stoppen?
Nein, darum geht es nicht. Wir haben vor der Volksabstimmung auf die 4,5 Milliarden gepocht, und wir tun es jetzt. Die Bahn muss wissen: Wir meinen es ernst.
Die Gruppe der Parkschützer hat weiteren Protest angekündigt. Macht das noch Sinn?
Das Demonstrationsrecht gehört zur Demokratie. Auch die Mehrheit der S21-Befürworter muss Demonstrationen tolerieren, solange die Demonstranten friedlich bleiben und Recht und Gesetz beachten. Allerdings werden nach der Abstimmung weniger Menschen auf die Straße gehen, das ist absehbar. Andere werden sagen: Das Projekt ist mistig, und es bleibt mistig, und wir protestieren weiter. Ich kann nur darum bitten, dass dieser Protest weiter friedlich, kreativ und intelligent bleibt – so wie er immer war.
Das Interview führte Joachim Wille.