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Krieg in Syrien
In Syrien soll Präsident Al-Assad Giftgas eingesetzt haben. Der Westen erwägt einen Militärschlag.

09. Januar 2016

Bürgerkrieg in Syrien: Etliche Tote bei russischem Luftangriff

Bewohner in der Stadt Maaret al-Numan suchen in den Trümmern nach Überlebenden.  Foto: REUTERS

Ein Rebellen-Gericht mit angeschlossenem Gefängnis wird Ziel russischer Angriffe. 40 bis 70 Menschen sterben. Die vom Hungertod bedrohten Menschen in Madaja kämpfen ums Überleben. Am Sonntag soll es einen Hilfstransport geben.

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Damaskus –  

Mindestens 39 Menschen sind Aktivisten zufolge bei einem russischen Luftangriff im Nordwesten Syriens getötet worden. Viele weitere seien zudem bei dem Beschuss eines Gerichtsgebäudes mit integriertem Gefängnis in der Stadt Maarat al-Numan verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mit. In der belagerten Stadt Madaja blieb die Lage für die vom Hungertod bedrohten Menschen dramatisch.

Das Gericht in Maarat al-Numan stand den Menschenrechtsbeobachtern zufolge unter Kontrolle der Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die meisten Opfer des russischen Beschusses seien Kämpfer der Gruppe und Gefangene gewesen. Andere Aktivisten meldeten sogar mehr als 50 Tote. Maarat al-Numan liegt in der Provinz Idlib. Diese wird zu großen Teilen von islamistischen Rebellen kontrolliert, von denen die Al-Nusra-Front die stärkste ist. Die Menschenrechtsbeobachter sitzen in Großbritannien, beziehen ihre Informationen jedoch aus einem dichten Netz an Informanten in Syrien. Sie gelten als gut informiert und zuverlässig.

Russland bombardiert seit Ende September Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Russische Flugzeuge nehmen Extremisten wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch gemäßigtere Gruppen ins Visier.

Auch zwei Tage nach der Zustimmung des syrischen Regimes zu Hilfslieferungen nach Madaja blieb die Lage in der Stadt nordwestlich von Damaskus verzweifelt. Mehr als 200 Menschen hätten Schwäche- und Ohnmachtsanfälle erlitten, teilte das örtliche Gesundheitskomitee bei Facebook mit. In Madaja sind seit etwa einem halben Jahr rund 40 000 Menschen von der Armee und ihren Verbündeten eingeschlossen.

Hilfsorganisationen konnten nach eigenen Angaben zuletzt im Oktober Lieferungen nach Madaja bringen. Aktivisten berichteten, die Menschen ernährten sich von Blättern, Hunden und Katzen. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) starben bislang mindestens 23 Menschen an den Folgen von Mangelernährung, unter ihnen auch Kinder. Nach der Zustimmung des Regimes zu Hilfstransporten am Donnerstag sollen die ersten Konvois am Sonntag in Madaja eintreffen.

Syriens Regime ist inzwischen zwar bereit zu Friedensgesprächen mit seinen Gegnern, fordert aber vorher eine Teilnehmerliste der Opposition. Außenminister Walid al-Muallim verlangte bei einem Treffen mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura am Samstag in Damaskus außerdem eine Aufstellung aller Rebellenbrigaden, die als Terrorgruppen eingestuft würden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. De Mistura sprach von einem „nützlichen“ Treffen.

Die internationalen Gemeinschaft hatte sich im vergangenen Jahr auf Friedensgespräche geeinigt. Beginnen sollen die Verhandlungen am 25. Januar. In Syrien tobt seit fünf Jahren ein Bürgerkrieg, in dem mehr als 250 000 Menschen getötet wurden. (dpa)

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