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Krieg in Syrien
In Syrien soll Präsident Al-Assad Giftgas eingesetzt haben. Der Westen erwägt einen Militärschlag.

17. Januar 2016

Syrien: IS tötet und entführt Hunderte Menschen

Ein zerstörtes Viertel in der syrischen Hauptstadt Aleppo. Im Osten des Landes hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" offenbar ein Massaker angerichtet.  Foto: AFP

Der Islamische Staat richtet in einem Vorort der Stadt Dair as-Saur im Osten Syriens ein Massaker an: Mindestens 135 Menschen werden getötet, 400 weitere werden von der Terrormiliz verschleppt.

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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Ostsyrien ein Massaker angerichtet und viele Hundert Menschen getötet oder entführt. Die Dschihadisten überrannten am Samstag einen Vorort der Stadt Dair as-Saur, die teils von Regierungstruppen kontrolliert wird. Sie verschleppten 400 Zivilisten, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Sonntag mitteilte. Nach syrischen Angaben wurden zudem mehr als 300 Zivilisten massakriert.

Die Menschenrechtler sprachen von 85 getöteten Einwohnern. Bei den Gefechten in dem Dorf Al-Bagalija seien zudem 50 Mann auf Seiten der Regierungstruppen sowie 42 IS-Mitglieder getötet worden.

Die meisten Verschleppten sollen Familienangehörige regimetreuer Kämpfer sein. «Wir befürchten, dass die 400 unter dem Vorwand, dass sie loyal zum Regime stünden, hingerichtet oder versklavt werden», erklärte der Leiter der Menschenrechts-Beobachter, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Die Verschleppten wurden Berichten der Menschenrechtler zufolge in den Westen der Provinz sowie in Richtung der inoffiziellen Hauptstadt des vom IS ausgerufenen Kalifats, Al-Rakka, etwa 125 Kilometer nordwestlich gebracht.

Dair as-Saur und die gleichnamige syrische Provinz stehen mit Ausnahme einiger Gebiete unter Kontrolle des Islamischen Staates. Die Belagerung der Enklave am Euphrat begann vor etwa einem Jahr. Aktivisten zufolge schickte die Regierung Verstärkung, um das verlorene Dorf im Norden Dair as-Saurs zurückzuerobern.

Nach Berichten über schlechte Zustände in dem Gebiet hatte ein russisches Transportflugzeug zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Dair as-Saur abgeworfen. Bürgerrechtlern zufolge sind dort mindestens 250 000 Menschen eingeschlossen. Der IS verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gebracht werden können.

Den Menschenrechtlern zufolge tötete der Islamische Staat in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3700 Zivilisten und über 1000 Regimekämpfer. (dpa)

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