Aktuell: Fußball-EM 2016 | US-Wahl | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Krieg in Syrien
In Syrien soll Präsident Al-Assad Giftgas eingesetzt haben. Der Westen erwägt einen Militärschlag.

30. August 2013

Syrien: Wagt Obama den Alleingang in Syrien?

 Von 
US-Präsident Obama: Wagt er den Alleingang in Syrien?  Foto: imago stock&people

Die britische Regierung will sich nach einer Abstimmungsniederlage nicht an einem Militärschlag gegen Syrien beteiligen. Aus US-Kreisen verlautet unterdessen, Obama könne zu einem Alleingang bereit sein. Der hat zuvor erstmals öffentlich seine Entschlossenheit bekräftigt, das syrische Regime zu bestrafen.

Drucken per Mail

Die britische Regierung will sich nach einer Abstimmungsniederlage nicht an einem Militärschlag gegen Syrien beteiligen. Aus US-Kreisen verlautet unterdessen, Obama könne zu einem Alleingang bereit sein. Der hat zuvor erstmals öffentlich seine Entschlossenheit bekräftigt, das syrische Regime zu bestrafen.

Washington –  

Nach dem Nein des britischen Parlaments zu einem Militärschlag gegen Syrien bemühen sich die USA weiterhin um Partner für ein gemeinsames Vorgehen. "Das Ziel von Präsident (Barack) Obama und unserer Regierung ist, dass es eine internationale Zusammenarbeit und ein internationales Bemühen gibt - welche Entscheidung auch immer getroffen wird", sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Freitag während eines Besuchs der Philippinen. Auch mit Großbritannien würden die Konsultationen fortgesetzt.

Nach einer Abstimmungsniederlage im Parlament hatte die britische Regierung versichert, sich nicht an einem Militärschlag gegen Syrien zu beteiligen. Aus US-Kreisen verlautete, Obama könne zu einem Alleingang bereit sein.

Ist Obama in Syrien zum Alleingang bereit?
Ist Obama in Syrien zum Alleingang bereit?
 Foto: AFP

Obama hat noch nicht über Angriff entschieden

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama erstmals öffentlich seine Entschlossenheit bekräftigt, das syrische Regime wegen des Giftgas-Einsatzes zu bestrafen. Über einen militärischen Angriff habe er zwar noch nicht entschieden, sagte Obama in einem Fernsehinterview. Doch sei klar, dass es "internationale Konsequenzen" geben müsse. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass das Assad-Regime für den Angriff mit den international geächteten Waffen verantwortlich sei, sagte Obama. Ein Militärschlag könne wie „ein Schuss vor den Bug“ wirken, um Assad das Signal zu geben, nicht noch einmal Gas einzusetzen.

Zuvor hatten bereits Vizepräsident Joe Biden und Außenminister John Kerry erklärt, das Assad-Regime sei für den Giftgas-Einsatz verantwortlich.

Angeblich kein Beleg für Assads Beteiligung

Obama bestätigte indirekt, dass es sich bei dem möglichen US-Angriff auf syrische Stellungen und Kommandoeinrichtungen um einen begrenzten Schlag handeln solle. Er wolle die USA nicht in den syrischen Bürgerkrieg verwickeln. Das würde der „Situation vor Ort nicht helfen“, so der Präsident: „Aber wir müssen sicher sein, dass Länder, die internationale Normen brechen, dafür verantwortlich gemacht werden.“ Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Obama erklärt, ein Einsatz von Giftgas in Syrien sei für ihn eine „rote Linie“, deren Überschreiten Konsequenzen haben werde.

Laut „New York Times“, die sich auf anonyme Regierungsquellen berief, findet sich in dem Geheimdienstbericht, dessen Veröffentlichung in Kürze erwartet wurde, kein Beleg, der Assad direkt mit der Giftgas-Attacke in Verbindung bringt. Nach den Worten einer Sprecherin des US-Außenministeriums ist das aber nicht notwendig: „Der Oberkommandierende jeder Armee ist letztlich verantwortlich für Entscheidungen, die unter seinem Kommando getroffen werden.“ (mit rtr)

[ Lesen Sie jetzt das EM-Spezial der FR - digital oder gedruckt sechs Wochen lang ab 27,30 Euro. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Politik-Spezial

Millionen Menschen fliehen aus Syrien. Das Land wird zerrieben zwischen den Machenschaften von Präsident Baschar al-Assad und der Terrorgruppe IS.


Interaktive Karte
Fotostrecke
Lager für syrische Flüchtlinge im Irak

Seit März 2011 kämpfen syrische Rebellen gegen Militär und Polizei von Präsident Baschar al-Assad. Der Konflikt von Anfang an, erzählt in Bildern.

Dossier

Flucht und Zuwanderung



Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Terror, viele sterben auf dem Weg nach Europa. Dort steht die Politik vor Herausforderungen. Wenige protestieren, viele Menschen helfen.

Dossier-Übersicht - alles auf einen Blick
Kommentare und Leitartikel - Meinung der FR
Zuwanderung in Rhein-Main - Lage vor Ort

Videonachrichten Syrien