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23. November 2012

Tatort Münster: Da lacht nicht nur der Zuchtbulle

 Von Sylvia Staude
An der Landluft: Jan Josef Liefers, Christine Urspruch. Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach

Seit zehn Jahren erfreut der „Tatort“ aus Münster. Die Jubiläumsfolge am Sonntagabend versucht auf der Weide und im Stall für Krimiheiterkeit zu sorgen.

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Seit zehn Jahren erfreut der „Tatort“ aus Münster. Die Jubiläumsfolge am Sonntagabend versucht auf der Weide und im Stall für Krimiheiterkeit zu sorgen.

Der Münsteraner „Tatort“ feiert seinen zehnten Geburtstag mit einer Art „Der Doktor und das liebe Vieh“: Auf die Weide und in den Kuhstall verschlägt es Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers muss Haltung bewahren in großkarierter Rancherjacke und Stetson und sich mit einer Ziege anfreunden. Er nennt sie Mimi. Geradezu abschiedsfeuchte Augen bekommt der Professor, als er Mimi nach einer Magen-OP wieder zu ihren Artgenossen bringt. Außerdem bemüht er sich, die Potenz eines Zuchtbullen wiederherzustellen, nach dem Motto: Echte Kerle müssen zusammenhalten. Nachdem das gelingt, dürfte auch die etwas unglückliche Einstandsfrage beim Rinderzüchter vergeben und vergessen sein, „welche Marke“ er denn im Stall habe.

Reichlich Kuhscheiße (auch in des Professors Gesicht) und „Ich hatte als Kind mal einen Wellensittich“ (auch Kommissar Thiel gibt tierisch sein Bestes): Autor Wolfgang Stauch und Regisseur Matthias Tiefenbacher sind nur bedingt einfalls- und erfolgreich darin, das Tier als Quelle von Krimiheiterkeit zu nutzen. Ähnliches gilt fürs männliche Können oder Nicht-Können, das auch unter den Menschen in „Das Wunder von Wolbeck“ eine erhebliche Rolle spielt. Für wahre Schwangerschaftswunder nämlich sorgte der Heilpraktiker, der just ums Leben kam – angeblich mit Hilfe von Kräutermittelchen, Tiefenentspannung und Hypnose. Da lacht nicht nur der Zuchtbulle.

Mal wieder stehengelassen

Seit zehn Jahren besetzt der Münster-„Tatort“ die Komödienecke mit seinem Pat-und-Patachon-Duo, das seine Tief- aber auch seine Höhepunkte hat. Zu letzteren gehört diesmal die Thiel-Ansage, er werde „kommunizieren ja, reden nein“. Dazu gehören aber auch einige der Figuren dieses „Wunder“-Falles. Die Witwe (Lina Beckmann) zum Beispiel, die sich beeindruckend scharf an der Grenze zum Wahnsinn bewegt, die eine exzessiv Trauernde ist wie einen Augenblick später schon logisch Argumentierende. Oder ein Brüder-Trio, das so kernig wie herzlich naiv mit den Fragen des Kommissars umgeht. Zuerst lassen sie Thiel die Luft aus dem Fahrrad, dann kriechen sie mit der Wahrheit zu Kreuze.

Apropos Fahrrad: Müsste der Kommissar nicht nach zehn Jahren Buße seinen Führerschein mal wiederbekommen? Oder möchten die „Tatort“-Autoren nicht auf den Running Gag verzichten, dass Thiel pro Folge zwei bis drei Mal vom davonbrausenden Boerne stehengelassen wird?

Tatort: Das Wunder von Wolbeck, Sonntag, 20.15 Uhr. ARD

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