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TV-Krimi
Kritiken und News rund um den Tatort und weitere Krimireihen

16. Dezember 2012

Tatort und Talkshow : Rekordquoten für Furtwängler und Jauch

 Von Björn Wirth
Szene aus dem Tatort "Wegwerfmädchen" mit Maria Furtwängler.Foto: dpa

Mit dem zweiten Teil eines Rotlichtdramas lockt Tatort-Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler) mehr als elf Millionen Zuschauer vor die Fernseher. Im Anschluss bleiben mehr als die Hälfte bei Moderator Günther Jauch hängen. Damit stellt die ARD zwei Rekorde auf.

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11,2 Millionen Zuschauer sahen nach Angaben der ARD die Tatort-Folge „Das goldene Band“ aus Niedersachsen, in der Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler in einem Fall von Zwangsprostitution ermittelt. Dies entsprach einem Marktanteil von knapp 30 Prozent. Damit stellte Furtwängler ihren persönlichen Quotenrekord auf. Die Folge war die Fortsetzung der Episode „Wegwerfmädchen“, die eine Woche zuvor ausgestrahlt worden war. Schon der erste Teil war mit 10,7 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 28 Prozent besonders erfolgreich gewesen.

Jauchs Talkshow sahen 6,27 Millionen

Auch die Gesprächssendung von Moderator Günther Jauch mit dem Titel „Tatort Rotlichtmilieu“, die im Anschluss an den „Tatort“ gezeigt wurde, erreichte den Angaben nach ein Rekordpublikum: 6,27 Millionen Menschen sahen „Günther Jauch“. Die Sendung war damit die bislang erfolgreichste Ausgabe dieser Talkshow.

Für Frank Beckmann, NDR Programmdirektor Fernsehen, war das ein Grund zum Jubeln: „Zwei Zuschauerrekorde an einem Abend - ein außergewöhnliches Konzept ist aufgegangen. Es ist gelungen, mit dem Tatort-Doppel ein relevantes Thema zu setzen und es in der Talkshow mit Günther Jauch journalistisch zu vertiefen - Kompliment!"

Nichts hören, nichts sehen, nur spielen

Schon in der ersten Tatort-Folge vor einer Woche gab es eine schauspielerische Entdeckung: Emilia Schüle. Sie spielt Larissa, eine junge Weißrussin, die einen Model-Wettbewerb gewinnt und mit dem Versprechen auf ein besseres Leben nach Deutschland kommt. Auf einer Feier in Hannover werden Larissa und ihre jüngere Cousine brutal missbraucht und wie Müll weggeworfen. Die Cousine stirbt, Larissa steigt am Anfang von „Wegwerfmädchen“ halbnackt und zerschunden aus dem Müllberg. „Der Dreh war gar nicht so schlimm“, sagt Schüle. Natürlich sei der Müll kein echter Müll gewesen. Sie sagt, vor solch bizarren Drehs hilft es ihr, in ihre eigene Welt abzutauchen. Kopfhörer auf, Kontaktlinsen raus. Nichts hören, nichts sehen, nur spielen.

Schüle redet über die Schauspielerei, als mache sie seit Jahren nichts anderes. Dabei ist sie vor zwei Wochen gerade zwanzig geworden. Geboren wurde sie im russischen Blagoweschtschensk, im Osten des Landes an der Grenze zu China. Als sie ein Jahr alt war, zog die Familie nach Oranienburg. Emilias Muttersprache ist deutsch, russisch spricht sie auch, aber nicht perfekt. „Ich konnte zum Beispiel lange das R nicht rollen“, sagt sie. Wenn’s weiter nichts ist.

Abi mit 1,8

Mit der Schauspielerei lief es problemloser. Angefangen hat sie mit 13 Jahren. Sie drehte Werbespots für Arcor, Ikea und Clearasil. Ein Jahr später bekam sie in der Kinokomödie „Freche Mädchen“ ihre erste größere Rolle. Es folgten weitere Filme und eine Fortsetzung der „Frechen Mädchen“, und dann war da ja auch noch die Schule. Das war alles andere als leicht, sagt Schüle. Sie ist von zu Hause ausgezogen, von Köpenick nach Moabit, damit sie nicht so einen weiten Schulweg hat.

Im Frühjahr hat sie an der International School in Dahlem ihr Abitur gemacht. Gleichzeitig liefen die Dreharbeiten zum „Tatort“. Da kam es vor, dass Schüle am Vormittag in einer Abi-Prüfung saß und am Nachmittag vor der Kamera stand. Am Ende stand eine 1,8 auf dem Zeugnis. Und trotzdem kam dieser gelungene Auftritt in „Wegwerfmädchen“ heraus. Der Aufwand hat sich gelohnt. Für Schüle. Und die Zuschauer. (mit dapd)

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