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Terror

22. März 2016

Anschläge in Brüssel : Deutschland in Alarmbereitschaft

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Ein Polizist sichert die Zufahrt zum Flughafen Frankfurt.  Foto: dpa

Die Sicherheitsmaßnahmen an den deutschen Grenzen werden verstärkt. Gleiches gilt auch für alle Flughäfen und Bahnhöfe.

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Guido Steinberg musste am Dienstag nach den Terroranschlägen von Brüssel konstatieren: „Die arbeiten sehr professionell.“ Der Terrorismusexperte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik sagte weiter: „Bei der Polizeipräsenz und dem Fahndungsdruck in den letzten Wochen solche Anschläge zu verüben, spricht dafür, dass die Täter gut ausgebildet und hoch motiviert sind. Das muss uns Sorgen machen.“ Eine direkte Verbindung zu Deutschland sehe er aber nicht. Die entstehe erst, wenn die Täter zu uns flöhen. Tatsächlich war die Lage in Deutschland gestern diffus.

Die Bundespolizei verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen an den Grenzen, insbesondere zu Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg. Gleiches galt für Flughäfen und Bahnhöfe. Derweil stellte die Deutsche Bahn den Fernverkehr Richtung Brüssel ein. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) betonte, es gebe bisher keine Hinweise auf einen Deutschlandbezug. Reine Vorsicht also.

Bundespolizisten suchen einen Terminalbereich des Flughafens in Frankfurt ab.  Foto: dpa

Aus Sicherheitskreisen verlautet, derzeit existiere nur ein Hinweis auf eine mögliche Verbindung zwischen den Ereignissen in Belgien, den Attentaten vom 13. November in Frankreich und Deutschland. Demnach fuhr ein Mietwagen am 2. Oktober, also noch vor den Pariser Anschlägen, von Brüssel nach Ulm, das als Hochburg für muslimische Extremisten gilt. Es war der mutmaßliche und am Freitag in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommene Paris-Attentäter Salah Abdeslam, der den Wagen mietete und wohl auch am Steuer saß. Das Auto stoppte für rund eine Stunde in Ulm nahe einer Unterkunft für Flüchtlinge, in der tags darauf beim Zählappell drei Syrer fehlten. Dem SWR zufolge prüft das Bundeskriminalamt, ob die drei Männer zu den Attentätern von Paris gehörten.

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Am 3. Oktober wurde das Fahrzeug von der deutschen Polizei kontrolliert. Und es wurden Fingerabdrücke genommen – darunter die eines gewissen Amine Choukri. Choukri, den französische Ermittler unter dem Namen Monir Ahmed Alaaj kennen, wurde zusammen mit Abdeslam verhaftet. Auch ihm wird Mittäterschaft an terroristischen Morden vorgeworfen.

Abgesehen von diesen Fakten gilt die Terrorgefahr in Deutschland als unverändert hoch. Auch in Deutschland, so heißt es, könne es jederzeit zu Anschlägen kommen. Die Zahl der sogenannten Gefährder, denen Polizei und Geheimdienste jederzeit einen Terrorakt zutrauen, beträgt aktuell etwa 460. Um sie rund um die Uhr überwachen zu können, fehlt das Personal.

Dass die Überwachung gestern intensiviert wurde, dürfte jedoch sicher sein.

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Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Hintergrund

Das französische Wochenblatt "Charlie Hebdo" ist inhaltlich mit dem deutschen Satiremagazin "Titanic" vergleichbar. Es veröffentlichte 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. Im Jahr 2011 hatte "Charlie Hebdo" zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" herausgebracht. Anschließend verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris.

Autoren und Zeichner scheren sich wenig um politische Korrektheit in ihren Attacken gegen die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft, aber auch gegen Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

Zeittafel

Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten", ein Bericht des US-Magazins "Newsweek" über die angebliche Schändung des Korans im Gefangenenlager Guantánamo, ein in den USA produziertes Schmäh-Video über Mohammed - die bisherigen Fälle. Eine Zusammenstellung.

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