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Ja Nein

Terror

14. November 2015

Anschläge in Paris: Krieg in Europa

 Von 
Trauer um die Toten am Place de la République in Paris.  Foto: AFP

Bundespräsident Gauck ruft nach den Anschlägen von Paris dazu auf, Europa und die Demokratie zu verteidigen. Das ist richtig, aber wie soll das geschehen?

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Der Krieg, vor dem so viele nach Deutschland fliehen, er ist in Europa angekommen. Und wenn wir dieses Land, wenn wir diesen Kontinent, von dem sich so viele ein Leben in Frieden versprechen, weiterhin halbwegs friedlich erleben wollen, dann müssen wir mit der Verteidigung unserer Werte hier beginnen. Und das ist das Problem.

Denn steht Europa in der Flüchtlingskrise für Einigkeit und eine Wertgemeinschaft? Können wir diese Frage mit „Ja“ beantworten? Nein, das können wir nicht.

Haben wir Geheimdienste, die nach all den Spionageexzessen der vergangenen Jahre unsere offene Gesellschaft sicherer gemacht haben? Nein, das haben wir nicht.

Gibt es in Europa eine grenzübergreifende Strategie gegen den islamistischen Terror? Nein, das hat leider auch der Terror in Frankreich gezeigt. Warum geschah nichts, nachdem bereits am Donnerstag in Bayern ein mutmaßlicher Komplize der Pariser Attentäter verhaftet wurde?

Hat Europa auf einen Friedensplan für Syrien gedrängt? Nein, es hat sich von Putin vorführen lassen.

Hat Europa dafür gesorgt, dass von der Einheit des Kontinents auch die Jugendlichen in den Vorstädten in Madrid, Paris, London und in Berlin etwas haben? Nein. Wir haben zugelassen, dass der IS ihnen eine andere Perspektive gibt.

All das haben wir versäumt. Und im Angesicht derer, die vor dem IS nach Europa fliehen, haben wir noch deutlicher gemacht, dass wir nicht in der Lage sind, Europa als ein Bollwerk der Menschenrechte und der Demokratie zu etablieren. Aber das ist die einzige Möglichkeit für uns, uns in diesem Krieg zu verteidigen. 


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Sonst begeben auch wir uns auf die Flucht vor dem IS.

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Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Hintergrund

Das französische Wochenblatt "Charlie Hebdo" ist inhaltlich mit dem deutschen Satiremagazin "Titanic" vergleichbar. Es veröffentlichte 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. Im Jahr 2011 hatte "Charlie Hebdo" zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" herausgebracht. Anschließend verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris.

Autoren und Zeichner scheren sich wenig um politische Korrektheit in ihren Attacken gegen die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft, aber auch gegen Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

Zeittafel

Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten", ein Bericht des US-Magazins "Newsweek" über die angebliche Schändung des Korans im Gefangenenlager Guantánamo, ein in den USA produziertes Schmäh-Video über Mohammed - die bisherigen Fälle. Eine Zusammenstellung.

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