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Terror

24. Dezember 2015

Belgien: Neunter Terrorverdächtiger verhaftet

Nach wie vor herrschen in Paris Nervosität und eine hohe Sicherheitsstufe. Das Foto zeigt Soldaten vor dem Louvre am Tag vor Heiligabend.  Foto: AFP

Die Polizei in Belgien hat eine neunten Verdächtigen im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris festgenommen. Der 30-jährige Belgier soll Kontakt zum näheren Umfeld des mutmaßlichen Drahtziehers gehabt haben

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Die belgische Polizei hat einen neunten Verdächtigen im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris verhaftet. Der Mann sei bereits am Dienstag in Brüssel festgenommen worden, aus ermittlungstaktischen Gründen sei dies aber bislang verschwiegen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Man habe verhindern wollen, dass mögliche Komplizen gewarnt würden.

Der 30-jährige Belgier Abdoullah C. habe nach den Anschlägen mehrmals Kontakt mit der Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der islamistischen Attentate, Abdelhamid Abaaoud, gehabt. Diese hatte Abaaoud in einer Pariser Wohnung Unterschlupf geboten und war dort bei einem Polizeieinsatz wenige Tage nach den Anschlägen gemeinsam mit ihm getötet worden.

Ein Untersuchungsrichter ordnete einen Haftbefehl wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und an mehrfachem Mord an, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte.

Am 13. November hatten mehrere islamistische Attentäter 130 Menschen in der französischen Hauptstadt getötet. Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich dazu. Viele Spuren führten die Ermittler nach Brüssel. Mindestens zwei der Attentäter sollen in dem Stadtteil Molenbeek gewohnt haben, der bereits häufiger in Verbindung mit Islamisten gebracht wurde. Molenbeek gilt als sozialer Brennpunkt und Islamisten-Hochburg. Der in Brüssel geborene Hauptverdächtige Salah Abdeslam wird weiter gesucht.

Mehrere Verdächtige sind in Belgien bereits angeklagt. Allerdings reichten den Richtern bei vielen nach Razzien festgenommenen Personen die vorgebrachten Gründe nicht aus, um eine Haft anzuordnen. So wurden am Montag fünf festgenommene Personen wieder freigelassen. (rtr)

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Hintergrund

Das französische Wochenblatt "Charlie Hebdo" ist inhaltlich mit dem deutschen Satiremagazin "Titanic" vergleichbar. Es veröffentlichte 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. Im Jahr 2011 hatte "Charlie Hebdo" zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" herausgebracht. Anschließend verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris.

Autoren und Zeichner scheren sich wenig um politische Korrektheit in ihren Attacken gegen die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft, aber auch gegen Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

Zeittafel

Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten", ein Bericht des US-Magazins "Newsweek" über die angebliche Schändung des Korans im Gefangenenlager Guantánamo, ein in den USA produziertes Schmäh-Video über Mohammed - die bisherigen Fälle. Eine Zusammenstellung.

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