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Terror

08. Januar 2016

Salah Abdeslam: Mutmaßliche Bombenwerkstatt entdeckt

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Journalisten vor der von der belgischen Polizei durchsuchten Wohnung in Brüssel.  Foto: afp

Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek haben belgische Ermittler offenbar die Bombenwerkstatt der Pariser Attentäter ausfindig gemacht - samt Sprengstoff und drei selbst gebauten Bombengürteln.

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Brüssel –  

Nach dem vereitelten Anschlag zum Jahrestag des Angriffs auf das Pariser Magazin „Charlie Hebdo“ fürchten belgische Sicherheitsexperten neue Terrorakte in Belgien. „Wir sind uns der symbolischen Bedeutung des Datums 15. Januar bewusst“, sagte Bundesanwalt Frédéric Van Leeuw. Am 15. Januar vergangenen Jahres waren bei einem Anti-Terror-Einsatz im ostbelgischen Verviers zwei mutmaßliche Islamisten erschossen worden.

Als Kopf der Zelle gilt der Syrien-Kämpfer Abdelhamid Abaaoud, der auch als Hintermann der tödlichen Terroranschläge von Paris gilt, bei denen am 13. November vergangenen Jahres 130 Menschen starben. Abaaoud kam kurz darauf bei einem Anti-Terror-Einsatz im französischen St. Denis ums Leben. Nach seinem mutmaßlichen Komplizen Salah Abdeslam wird weiter gefahndet. Beide stammen aus dem Brüsseler Viertel Molenbeek.

Unterdessen wurde bekannt: Belgische Ermittler haben die mutmaßliche Bombenwerkstatt der Pariser Attentäter ausfindig gemacht. Nach Berichten belgischer Medien vom Freitag hat die Polizei diese bereits im vergangenen Dezember entdeckt. Die Ermittler fanden dort in einem Appartement Spuren des explosiven Stoffs Acetonperoxid und drei selbst gefertigte Bombengürtel, wie sie auch die Selbstmordattentäter von Paris genutzt hatten. Die Fahnder vermuten, dass auch Salah Abdeslam diese Wohnung auf seiner Flucht benutzte.

So fanden sich in der vor den Anschlägen peinlich gereinigten Wohnung neue Fingerabdrücke Abdeslams. „Wir haben den Fingerabdruck gefunden, aber keine Ahnung, wann er hinterlassen wurde“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, der Agentur AFP. Nach Angaben der Ermittler war die Wohnung unter Angabe einer falschen Identität gemietet worden. Sie sei womöglich von einem Verdächtigen genutzt worden, der bereits in dem Fall in Haft genommen worden sei.

Der 26-jährige mutmaßliche Islamist Abdeslam hatte sich nach den Anschlägen von Paris nach Brüssel abgesetzt. Freunde hatten ihn in der Nacht in der französischen Hauptstadt abgeholt und nahe des König-Baudouin-Stadions abgesetzt. Von dort ließ er sich von einem weiteren Bekannten nach Schaarbeek bringen. Nach einem kurzen Gespräch in einem Café verabschiedete er sich mit den Worten: „Wir werden uns nicht mehr wiedersehen.“ (mit rtr)

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Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Hintergrund

Das französische Wochenblatt "Charlie Hebdo" ist inhaltlich mit dem deutschen Satiremagazin "Titanic" vergleichbar. Es veröffentlichte 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. Im Jahr 2011 hatte "Charlie Hebdo" zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" herausgebracht. Anschließend verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris.

Autoren und Zeichner scheren sich wenig um politische Korrektheit in ihren Attacken gegen die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft, aber auch gegen Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

Zeittafel

Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten", ein Bericht des US-Magazins "Newsweek" über die angebliche Schändung des Korans im Gefangenenlager Guantánamo, ein in den USA produziertes Schmäh-Video über Mohammed - die bisherigen Fälle. Eine Zusammenstellung.

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