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Terror

15. März 2016

Terror-Einsatz in Belgien: Anti-Terror-Einsatz wird fortgesetzt

Bei dem Terroreinsatz stirbt ein Verdächtiger, ein weiterer ist auf der Flucht.  Foto: dpa

Bei einer Razzia in Brüssel fallen Schüsse. Ein Terror-Verdächtiger stirbt, mehrere Polizisten werden verletzt. Der Einsatz dauert an und steht im Zusammenhang mit den Anschläge von Paris am 13. November.

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Der Antiterroreinsatz in Belgiens Hauptstadt Brüssel ist am Mittwoch fortgesetzt worden. Der Einsatz, in dessen Verlauf am Vortag bei einer Schießerei ein Angreifer getötet und vier Polizisten verletzt wurden, sei "die ganze Nacht weiter gegangen und wird auch derzeit noch fortgesetzt", sagte Belgiens Ministerpräsident Charles Michel am Vormittag im belgischen Radio.

Die belgische Staatsanwaltschaft beraumte für 10.30 Uhr eine Pressekonferenz an. Laut Michel könnte es dort erste Informationen über die Identität der drei Männer gegeben, die am Dienstag bei einer Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris auf Polizisten schossen. Ein Angreifer wurde bei den folgenden Schusswechseln getötet, zwei weitere sollen auf der Flucht sein.

"Die Polizei bleibt in höchster Alarmbereitschaft", sagte Michel. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung zur Ruhe auf. Bei den verletzten Polizisten handelt es sich um drei belgische und einen französischen Beamten. Die Hausdurchsuchung hatten am Dienstagnachmittag belgische und französische Polizisten in der Brüsseler Stadtgemeinde Forest südlich des Stadtzentrums vorgenommen.

Verdächtiger noch flüchtig

Bei dem toten Verdächtigen handele sich jedoch nicht um den 26 Jahre alten Franzosen Salah Abdeslam, der im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen vom vergangenen November gesucht wird, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, laut Nachrichtenagentur Belga mit. Ein weiterer Verdächtiger ist noch flüchtig. Für Mittwochvormittag kündigte die Staatsanwaltschaft eine Erklärung an. Zudem solle der nationale Sicherheitsrat zusammenkommen.

Sicherheitskräfte hatten am Dienstag einen Einsatz in der Gemeinde Forest gestartet. Dabei wurde der Verdächtige, der laut Staatsanwaltschaft mit einem Schnellfeuergewehr bewaffnet war, getötet. Der Einsatz im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen hatte bereits am Nachmittag begonnen. Es fielen Schüsse, dabei wurden die Polizisten leicht verletzt. An der Anti-Terror-Aktion waren nach Angaben des belgischen Innenministeriums auch französische Ermittler beteiligt. Unter den Verletzten ist demnach auch eine französische Polizistin.

Belgische Sicherheitskräfte im Brüsseler Stadtteil Forest. Bei einem Schusswechsel im Zuge einer Anti-Terror-Razzia sind zwei Polizisten verletzt worden. Foto: Olivier Hoslet

Die Beamten riegelten das Areal in Forest weiträumig ab. Bürger konnten zunächst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. «Ich bin sehr überrascht. Das ist eigentlich ein familiäres und ruhiges Viertel», sagte eine Anwohnerin. Sie habe stundenlang an einer Absperrung warten müssen, um zu ihrem Sohn zu gelangen. Forest ist ein sozial gemischtes Viertel mit einem großen Audi-Werk.

Salah Abdeslam steht im Verdacht, an den Pariser Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Er ist deswegen einer der meistgesuchten Terroristen Europas. Abdeslam ist zugleich Bruder eines der Selbstmordattentäter, die sich in Paris mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt hatten. Wie andere berüchtigte Islamisten wuchs auch er in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek auf. Diese gilt als Islamistenhochburg.

Bei den Pariser Anschlägen vom 13. November hatten mehrere Attentäter im Konzertsaal «Bataclan», an verschiedenen Bars und Restaurants sowie am Fußballstadion im Vorort Saint-Denis zugeschlagen. Insgesamt starben bei der Terrorserie 130 Menschen. (FR mit afp/dpa)

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