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Terror

23. März 2016

Terrorangst : Fußball-EM in Zeiten des Terrors

Paris in Zeiten des Terrors: Die Fußball-EM ist jedoch nicht gefährdet.  Foto: AFP

Nach den Terroranschlägen in Brüssel stellt sich erneut die Sicherheitsfrage. Ist die EM im Juni in Frankreich in Gefahr?

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Steht die EM jetzt infrage?
Die Gastgeber sagen Nein. «Das wäre eine Niederlage, damit würde man den Terroristen einen Sieg geben», sagte Premierminister Manuel Valls dem Radiosender Europe 1. Frankreich habe mit der UN-Klimakonferenz wenige Tage nach den Pariser Anschlägen bewiesen, dass es solche Großereignisse stemmen kann. «Wir wiederholen es seit mehreren Monaten, die terroristische Bedrohung war von Anfang an Teil unserer Überlegungen», erklärte Sport-Staatssekretär Thierry Braillard der Zeitung «L'Équipe».

Immer wieder wird darüber gesprochen, ob Spiele notfalls vor leeren Rängen stattfinden könnten. EM-Chef Jacques Lambert hatte Anfang März gesagt, diese Option werde nicht in Erwägung gezogen. Nun fachte UEFA-Vizepräsident Giancarlo Abete die Debatte neu an. «Das Risiko von Partien hinter verschlossenen Türen existiert immer, weil es um einen Wettbewerb geht, der um jeden Preis stattfinden soll», sagte er nach den Brüsseler Anschlägen dem italienischen Sender Radio 24. «Man kann keine Spiele auf andere Tage verschieben, weil in einem Turnier alles davon abhängt, dass festgelegte Daten eingehalten werden.»

Wie ist die Sicherheitslage in Frankreich?
Das Land steht noch immer unter dem Eindruck der blutigen Terroranschläge des vergangenen Jahres. Die Behörden warnen, die Bedrohung sei noch nie so hoch gewesen. Nach wie vor gilt der Ausnahmezustand, der den Behörden Sonderrechte gibt. Im Alltag zeigt sich die Alarmstufe vor allem durch mehr Polizeipräsenz zum Beispiel in Bahnhöfen, in Paris auch durch die Militärpatrouillen an gefährdeten Orten wie dem Eiffelturm und strengere Kontrollen an öffentlichen Gebäuden - ansonsten herrscht aber Normalität.

Werden die EM-Stadien zur Festung?
In jedem Fall müssen Fans Geduld mitbringen: Jeder Zuschauer soll durchsucht werden. Die Stadien sollen konsequent abgeriegelt werden, nach einem Bericht von «L'Équipe» könnten Metalldetektoren und Drohnen genutzt werden. Die Polizei hat demnach Urlaubssperre. Die UEFA will 10 000 private Sicherheitsleute engagieren.

Einen Vorgeschmack in Sachen Sicherheit gab es beim Rugby-Spiel Anfang Februar zwischen Frankreich und Italien. Es war die erste Sportveranstaltung im Stade de France, seitdem sich am 13. November während des Fußballspiels zwischen Frankreich und Deutschland drei Selbstmordattentäter nahe des Stadions in die Luft gesprengt hatten. Fans sollten frühzeitig zum Stadion kommen, die Zahl der Polizisten wurde verdreifacht, beim Sicherheitsdienst standen statt sonst 750 etwa 900 Mitarbeiter bereit, Spürhunde und Scharfschützen wachten am Stadion.

Wie sieht es außerhalb der Stadien aus?
Dies ist nach Ansicht von Kritikern der eigentliche schwache Punkt. Sie warnen, vor allem die Fanmeilen seien mögliche Anschlagsziele, die nur schwer zu sichern sind. Zu den 51 Spielen werden rund 2,5 Millionen Zuschauer in den Stadien erwartet, in den zehn Fanzonen könnten es weitere 7 Millionen sein.

Die Behörden haben angekündigt, auch hier strenge Vorkehrungen zu treffen. Zugänge werden gesichert, Besucher durchsucht, die Gelände per Video überwacht. Und Innenminister Bernard Cazeneuve schließt nicht aus, Fanzonen bei Gefahr abzusagen. In Dutzenden Übungen trainieren Sicherheitskräfte im ganzen Land für den Ernstfall - vergangene Woche simulierten sie beispielsweise in Nîmes ein Attentat mit einer «schmutzigen Bombe» in einer Fanzone. «Nicht, weil es ein reales Risiko eines solchen Anschlags gibt, sondern weil wir uns aus Vorsicht auf alle Hypothesen vorbereiten müssen», sagte Cazeneuve.


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Können die Mannschaften sich überhaupt auf das Spiel konzentrieren?
Sport-Staatssekretär Braillard betonte, Elite-Polizisten seien zum Schutz von Spielern und Mannschaftsquartieren abkommandiert. Nach Ansicht von UEFA-Funktionär Abete ist die Bedrohung eine Realität, mit der der Sport leider leben müsse: «Wir müssen den Kopf hoch halten und unseren eigenen Werten vertrauen.» (dpa)

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Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Hintergrund

Das französische Wochenblatt "Charlie Hebdo" ist inhaltlich mit dem deutschen Satiremagazin "Titanic" vergleichbar. Es veröffentlichte 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. Im Jahr 2011 hatte "Charlie Hebdo" zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" herausgebracht. Anschließend verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris.

Autoren und Zeichner scheren sich wenig um politische Korrektheit in ihren Attacken gegen die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft, aber auch gegen Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

Zeittafel

Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten", ein Bericht des US-Magazins "Newsweek" über die angebliche Schändung des Korans im Gefangenenlager Guantánamo, ein in den USA produziertes Schmäh-Video über Mohammed - die bisherigen Fälle. Eine Zusammenstellung.

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