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Terror

13. März 2016

Überfall an der Elfenbeinküste: Mehr als 20 Tote nach Angriff an der Elfenbeinküste

Alarmbereitschaft: Nach den Anschlägen im ivorischen Grand-Bassam wird der Strand durch Soldaten gesichert.  Foto: rtr

Im ivorischen Badeort Grand-Bassam sind bei einem Überfall auf mehrere Hotels und an einem Strand mehr als 20 Menschen getötet worden. Zum Angriff bekennt sich offenbar eine Ableger der Al-Kaida.

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Der Angriff erinnert an den blutigen Überfall auf den tunesischen Badeort Port El Kantaoui bei Sousse im vergangenen Juni, diesmal traf es die westafrikanische Elfenbeinküste: Schwerbewaffnete griffen dort am Sonntag drei Hotels und einen Strand des auch bei Touristen beliebten Badeorts Grand-Bassam an. Mindestens 22 Menschen werden getötet, darunter auch vier westliche Ausländer, wie der Polizeisprecher Bredou M'Bia der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Zu den Angriffen hat sich die Dschihadistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) bekannt, ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Dies teilte das auf die Überwachung von islamistischen Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site am Sonntag in Washington mit.

Der Augenzeuge Braman Kinda berichtete, wie mehrere schwerbewaffnete Angreifer zunächst am Strand des Badeorts das Feuer auf Badegäste eröffneten. "Wir waren am Strand, wir haben Schüsse gehört und Menschen weglaufen gesehen, und uns ist klar geworden, dass das ein Angriff ist", berichtete Kinda.

Offenbar setzten die vermummten Männer anschließend ihre Angriffe auf die angrenzenden Hotels im französischen Viertel des Orts fort. Ein libanesischer Gast des Hotels L'Etoile du Sud sah nach eigenen Angaben einen Angreifer mit einer Kalaschnikow und einem Gürtel mit Granaten. Andere berichteten, wie Gäste aus den Hotels in Sicherheit gebracht wurden. Ein Polizist sagte später AFP, die Fahndung nach den Angreifern laufe noch, doch seien die Hotels "gesichert". Die Armee riegelte die Umgebung ab.

Der rund 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Abidjan gelegene Ferienort Grand-Bassam war während der französischen Herrschaft die wichtigste Stadt der Kolonie. Die 80.000-Einwohner-Stadt mit ihren eleganten historischen Fassaden gehört zum Weltkulturerbe und ist auch bei in der Elfenbeinküste lebenden Ausländern beliebt.

Unter den Opfern war nach Angaben des französischen Präsidenten François Hollande auch mindestens ein Franzose. Hollande verurteilte scharf den "feigen" Angriff. Er sicherte den ivorischen Behörden Frankreichs Unterstützung bei der Suche nach den Tätern und den Hintermännern zu.
In den vergangenen Monaten waren bei islamistischen Angriffen auf Luxushotels in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso Dutzende Menschen getötet worden. Zu den Anschlägen in der malischen Hauptstadt Bamako im November und in Ouagadougou im Januar hatte sich ebenfalls das Terrornetzwerk Aqmi bekannt. In Bamako töteten die Angreifer 20 Menschen, in Ouagadougou gab es 30 Todesopfer. Ende Juni hatte ein IS-Angreifer in Tunesien vor einem Strandhotel bei Sousse 38 ausländische Touristen getötet, darunter zwei Deutsche.
Experten warnten damals, islamistische Angriffe könnten auch die Elfenbeinküste und den Senegal treffen. (dasc/dpa/afp)

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