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Islamischer Staat (IS, Isis)
Islamischer Staat (IS) oder Isis (Islamischer Staat im Irak und Syrien) nennt sich jene Terrorgruppe, die ein Kalifat anstrebt.

28. Januar 2016

Terror : USA wollen IS in Libyen angreifen

 Von 
Öltank in Ras Lanuf, vom IS in Brand geschossen.  Foto: AFP

Die US-Regierung will offenbar auch in Libyen Angriffe gegen Terroristen fliegen, Spezialeinheiten sind bereits vor Ort. Auch ein Einsatz von Bundeswehrsoldaten ist möglich.

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Nicht nur Brüssel, auch Washington wird langsam nervös. Man sei extrem beunruhigt über die „Metastasen des IS in Libyen“, heiß es diese Woche aus dem Pentagon. Zusätzlich zu Syrien und Irak wollen die US-Generäle in den nächsten Wochen offenbar eine dritte Front gegen den „Islamischen Staat“ eröffnen und die Terrormiliz auch in Nordafrika angreifen. Man prüfe verschiedene Optionen für eine „entschiedene militärische Konfrontation“, hieß es im US-Oberkommando.

Eine amerikanische Spezialeinheit ist bereits in dem Mittelmeeranrainer aktiv, um Kontakt mit ortsansässigen Milizen aufzunehmen und die Lage insgesamt zu erkunden. Frankreich, Großbritannien und die ehemalige Kolonialmacht Italien werden ebenfalls mitbomben, wie ihre Regierungen nach algerischen Medienberichten Libyens Grenznachbarn Algerien und Tunesien in den vergangenen Tagen mitteilten. Französische Aufklärungsflugzeuge operieren bereits am Himmel über Libyen.

Auch Deutschland schließt nach den Worten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier nicht aus, Bundeswehrsoldaten „zur Stabilisierung des Landes“ nach Libyen zu schicken.

Die Mission des US-Libyenvermittlers und deutschen Diplomaten Martin Kobler erlitt diese Woche einen schweren Rückschlag, weil die verfeindeten Parlamente in Tripolis und Tobruk die in monatelanger Kleinarbeit ausgehandelte Einheitsregierung ablehnten und niederstimmten.

Der politische Versöhnungsprozess sei langsamer als die Expansion des „Islamischen Staates“, kommentierte Kobler den diplomatischen Kollaps, für den er „bestimmte Persönlichkeiten“ verantwortlich machte. Ähnlich frustriert reagierte auch das Parlament der Europäischen Union, deren Nationen sich von der neuen Terrorbastion auf libyschem Boden, 400 Kilometer von seinen Küsten entfernt, mehr und mehr bedroht fühlen.

Brüssel kündigte an, man werde gegen die Quertreiber auf beiden Seiten Sanktionen und Einreiseverbote verhängen. Dorn im Auge sind den Europäern vor allem Parlamentspräsident Nouri Abusahmain und Regierungschef Khalifa al-Ghwell in Tripolis sowie Parlamentspräsident Aguila Saleh in Tobruk. Denn von dem fortdauernden Chaos profitieren vor allem die Fanatiker des selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi, die ihre Macht vis-a-vis von Europa immer weiter ausbauen.

Angeblich 3000 IS-Kämpfer

3000 Kämpfer sollen sich der Terrormiliz bereits angeschlossen haben. Mitte der Woche verhaftete die algerische Polizei auf dem Flughafen von Algier hunderte junger marokkanischer IS-Rekruten, die auf der Durchreise nach Tripolis waren. Danach stellte Algerien sofort seinen Flugverkehr mit dem zerfallenen Nachbarstaat ein.

Der 400 Kilometer lange Küstenstreifen von Muammar al-Gaddafis Geburtsstadt Sirte bis ins östliche Ajdabiyya steht bereits weitgehend unter Kontrolle der Extremisten. Hier wird der Großteil der Ölförderung Libyens verladen, deren Profite die Terrormiliz gerne in ihre eigene Kriegskasse lenken würde. Bei Gefechten um die Verladeanlage von Ras Lanuf schossen die IS-Kämpfer kürzlich vier der riesigen Speicher mit insgesamt zwei Millionen Barrel Rohöl in Brand.

Einen IS-Angriff von See her auf das Ölterminal von Zueitina konnten Wachmannschaften zunächst einmal zurückschlagen. „Die Terroristen schaffen Fakten und rauben dem libyschen Volk immer mehr von seinem Territorium“, warnte UN-Diplomat Kobler, „während die Politiker nach wie vor diskutieren.“

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Islamischer Staat (IS) nennt sich jene islamische Terrorgruppe, die ein Kalifat anstrebt. Gelegentlich auch Isis - die Abkürzung für "Islamischer Staat im Irak und Syrien". In Deutschland ist die Organisation seit kurzem verboten.

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