Wenig Bewegung in der Bühnen-Hitparade: Goethes „Faust“ und Mozarts „Zauberflöte“ waren auch in der vergangenen Spielzeit die beliebtesten Werke in den deutschen Schauspiel- und Opernhäusern. Das zeigt die am Donnerstag in Köln veröffentlichte Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins für die Spielzeit 2009/2010. Die 42 verschiedenen Faust-Inszenierungen sahen gut 115 000 Zuschauer, die 55 „Zauberflöte“-Inszenierungen lockten fast 380 000 Besucher an. Beide Werke hatten auch in der Vorsaison die Statistik angeführt. Meistgespielter Autor war Shakespeare mit 147 Inszenierungen.
Das gerade mit den Oscar-Preisträgern Kate Winslet und Christoph Waltz verfilmte Drama „Der Gott des Gemetzels“ war mit 28 Inszenierungen erneut das meistgespielte zeitgenössische Stück. Nach Platz eins im Vorjahr kam das bitterböse Wortgefecht zwischen zwei Paaren diesmal unter allen Schauspielen auf Rang zwei. Unter den zehn Stücken mit den höchsten Aufführungszahlen findet sich mit Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ auch ein Kinderstück.
Die Werkstatistik belege erneut Lebendigkeit und Stabilität der weltweit einzigartigen Theaterszene im deutschsprachigen Raum, heißt es in der Mitteilung des Bühnenvereins. Die Zahl der gespielten Werke aus Oper, Operette, Musical und Schauspiel sei von knapp 3700 auf 3845 gestiegen. Es habe 676 Ur- und deutschsprachige Erstaufführungen gegeben, 57 mehr als in der Vorsaison. Für die Statistik wurde das Repertoire von 503 Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewertet. (dpa)