Aktuell: Fußball-EM 2016 | US-Wahl | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Theater

07. Dezember 2009

Tanzstück "wound" von Toula Limnaios: Ein Körper unter den Füßen

 Von Sylvia Staude
Alles ist irgendwie Wunde in der Choreographie von Toula Limnaios, könnte man diesmal sagen,  Foto: Cyan

Die Stücke der in Berlin lebenden Griechin Toula Limnaios schweben gern ein wenig frei im Raum. Der Mousonturm ist Koproduzent, so kam "wound" jetzt kurz nach der Uraufführung nach Frankfurt.

Drucken per Mail

Die Stücke der in Berlin lebenden Griechin Toula Limnaios schweben gern ein wenig frei im Raum, handeln zwar vordergründig von einem Thema, umkreisen es aber weitläufig. Alles ist irgendwie Wunde, könnte man diesmal sagen, denn die neue, einstündige Choreografie heißt "wound" und trägt die Unterzeile "Zwischen Traum und Trauma oder die Wunde des Schmetterlings".

Der Mousonturm ist Koproduzent, so kam "wound" jetzt kurz nach der Uraufführung nach Frankfurt. Auf der Bühnenrückwand laufen Videos, von Schwimmern, einer schemenhaften Frau oder aus alten Schwarz-Weiß-Filmen: holde Mädchen in Not, dubiose Männer (einer von ihnen ist ein Schmetterlingsaufspießer). Davor herrscht Kargheit, ein Goya-Bildband, auf dem Kopf oder vor dem Gesicht getragen, ist so ziemlich das einzige Requisit.

Es fehlt aber an nichts. Denn Toula Limnaios ist sowieso weniger eine Meisterin des roten Fadens (siehe oben), als eine der originellen Bewegungsfindung. Sie dreht und wendet, schüttelt oder rührt, und ein fremder, reizvoller Geschmack entsteht. Ein Tänzer, Clebio Oliveira, wird zum Zwitter aus Pferd und Vogel (oder vielleicht Minotaurus), eine Tänzerin steigt in einer anderen Szene auf ihm herum, zuerst in Pumps, dann barfuß. Kleine, intrikate Bewegungen fügen sich immer wieder zwischen ausgreifendere Ensembles. Oder drei der sechs Tänzer fügen sich zu einer Skulptur, die nie einen Stand-Punkt findet.

Ralf R. Ollertz, treuer Musikbegleiter Limnaios´, hat Sakrales mit Sparsamem gemischt. Manchmal raunt diese Musik arg, manchmal raunen auch die Texte, die die Tänzer hinterm Goya-Buch ins Mikro wispern. Aber in jedem Moment gibt es Spannendes zu sehen, stoßen Bewegungen andere Bewegungen und die Gedanken des Zuschauers an.

[ Lesen Sie jetzt das EM-Spezial der FR - digital oder gedruckt sechs Wochen lang ab 27,30 Euro. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus
Anzeige

Anzeige

Ressort

Kritiken und Nachrichten: Theater, Musik, Literatur, Film und Fernsehen.

Times mager

Glück & Pech

Von  |
40 Meter schafft der Intercity pro Sekunde. Das ist verdammt schnell. Deutlich langsamer ist eine 91-Jährige mit ihrem Rollator unterwegs. Reines Glück, dass nichts Ernstes passiert ist.

Einerseits überlebte eine 91-Jährige einen Unfall, den man kaum überleben kann. Andererseits verpasste ein 93-Jähriger seinen 60 Jahre lang angepeilten Lottogewinn. Mehr...

Kalenderblatt 2016: 31. Mai

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 31. Mai 2016: Mehr...

Krimi-Hitliste 2015

Anspruchsvoll fürchten

Klarkommen im Ungewissen: Das gilt für die Auswahl des nächsten Krimis, für die Ermittler gilt es erst recht.

Die besten Krimis des Jahres 2015, die sonderbarsten Ermittler der Saison, gefunden mit Schwarmintelligenz einer Jury, die aus zwanzig Literaturkritikerinnen und -kritikern besteht. Mehr...

Literatur

Aktuelle Rezensionen zu Literatur, Sach- und Kinderbüchern: die Literatur-Rundschau aus dem FR-Feuilleton.

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Videonachrichten Kultur
Kolumne

Briefe des Philosophen Markus Tiedemann richten sich an Menschen extremer Glaubensüberzeugungen. Tiedemann ist Professor am Institut für vergleichende Ethik an der FU Berlin sowie Vorsitzender des Forums Fachdidaktik in der Deutschen Gesellschaft für Philosophie.

Talkshow-Kritiken auf einen Blick

Anzeige

Kulturgeschichte
Karl, der Große

Karl der Große, geboren 748, beherrschte ein Reich, das vom Atlantik bis zur Elbe reichte, von der Nordsee bis Rom. FR-Feuilleton-Chef Christian Thomas beschreibt seine Herrschaft, die Reformen, seine Rolle als Gotteskrieger, die Bedeutung für Frankfurt - und nicht zuletzt derjenigen für Europa.

Teil 1: Bedeutender Mann im Gegenlicht
Teil 2: Sagenhafte Anfänge
Teil 3: Gewalt als Gottesdienst
Teil 4: Die Geschichte mit Karl

Oper
Ganz so schick wie bei den prominenten Vertretern unserer Spezies muss es dann doch nicht immer sein.

Hustenanfälle, Papierknistern, Opernglas ja oder nein - ein kleiner Ratgeber für den gelungenen Opernbesuch.

FR-App und E-Paper

Bei uns bekommen Sie das neue iPad Air von Apple im Paket mit der preisgekrönten FR-App - einschließlich aller FR-Ausgaben im Layout der Zeitung als E-Paper.

Buchtipps